TSV 1860 Rosenheim - SpVgg Unterhaching 1:2

Tapfere Rosenheimer verlieren nur knapp gegen Unterhaching

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Viele packende Duelle lieferten sich, wie hier Philipp Maier (l.) und Robert Köhler (r.), die engagierten Rosenheimer und der Ligafavorit SpVgg Unterhaching. 

Rosenheim - Einen Auftakt, der sich sehen lassen konnte, lieferten die Sechziger gegen die hochfavorisierte SpVgg Unterhaching ab. Vor allem in Halbzeit Eins machten die Rosenheimer vieles richtig und kosteten die Münchner Vorstädter einige Mühe und Nerven. Hinten raus langte es schließlich nicht ganz - aber die gezeigte Leistung stimmt positiv.

aus dem Jahnstadion berichtet Christian Schulz

Das Abenteuer Regionalliga begann für den TSV 1860 Rosenheim am Sonntag im heimischen Stadion gleich mit der Kracher-Partie gegen den Liga-Topfavoriten SpVgg Unterhaching. Einem Duell David gegen Goliath.

Zu Beginn des Spiels agierte der Außenseiter aus Rosenheim angesichts der klaren Favoritenstellung der SpVgg nur erstaunlich kurz leicht nervös. Dann zeigten die ganz in Rot gewandeten Mannen von 1860-Coach Klaus Seidel eine wirklich ansprechende Leistung – vor allem im Defensivverbund. Zwar waren die Hachinger zunächst klar feldüberlegen und spielbestimmend, aber die tief stehenden und von Minute zu Minute besser sortierten Rosenheimer waren in den meisten Zweikämpfen präsent und konnten sie relativ gut im Zaum halten.

Nur die rechte Abwehrseite der Hausherren wirkte in den ersten zwanzig Minuten etwas anfällig. Robert Köhler tat sich dort schwer gegen seine Unterhachinger Gegenspieler, die sich zu oft durchsetzen konnten. Dies besserte sich aber im Laufe der Partie – wie die Sechziger überhaupt immer besser ins Spiel fanden.

Sechzig kommt schnell ins Spiel, verteidigt konzentriert - und nervt die Hachinger

Bei den Hachingern das glatte Gegenteil – die Münchner Vorstädter schienen lange noch nicht eingespielt und verloren zunehmend ihren Schwung gegen immer geschickter verteidigende Rosenheimer, die gut verschoben und höchstkonzentriert zu Werke gingen. Mit voranschreitender Spielzeit wirkte die von fast allen Trainern als Topfavorit auserkorene SpVgg entnervt von den emsigen und laufbereiten Rosenheimern. Aber ihr Tempo stimmte auch nicht – das war definitiv in allen Belangen nicht genug um die Rosenheimer kontinuierlich unter Druck zu setzen und Chancen zu erzwingen.

Service:

Das Chancenplus in Hälfte Eins was klare Möglichkeiten anging, hatten demzufolge überraschenderweise die Gastgeber mit ihren Kontern und der einzigen Spitze Sascha Marinkovic. Das sah – nach der ein oder anderen Testspielpleite – schon richtig gut aus, was der TSV 1860 hier anbot. Zwar kamen sie äußerst selten in des Gegners Abwehrdrittel – aber wenn, dann wurde es brandgefährlich.

Chancenplus für Rosenheim - die Sechziger sind brandgefährlich!

Gleich in der neunten Spielminute verloren die Hachinger vor dem eigenen Strafraum gegen aggressive Rosenheimer den Ball, Linor Shabani steckte das Leder sofort durch auf Philipp Maier, der halblinks im Sechzehner fast von der Grundlinie hereingab. Am langen Eck rutschte Marinkovic in den Ball – verpasste die Kugel jedoch um Zentimeter. Das war knapper als knapp. Der Ball war fast schon drin! Was für eine Wahnsinns-Möglichkeit für den Außenseiter zur Führung!

Nur zwei Zeigerumdrehungen später allerdings auch die Unterhachinger mit einem ersten torgefährlichen Abschluss: Markus Einsiedler hatte relativ freie Schussbahn und prüfte Dominik Süßmaier im Tor der Sechziger mit einem satten Schuss aus etwa zwanzig Metern. Süßmaier konnte den Knaller zwar nicht festhalten, jedoch zur Ecke ablenken und somit entschärfen. Ein möglicher Abpraller wäre äußerst gefährlich geworden.

Nach 25 Minuten dann fast die Führung für die Rosenheimer: Freistoß durch Robert Köhler aus dem rechten Mittelfeld heraus auf Maximilian Mayerl. Der nahm das Leder aus 12 Metern volley – und traf mit einem ungeheuren Strahl unhaltbar ins Netz. Ein absolutes Traumtor! Besser kann man den Ball nicht treffen. Leider hatte Schiedsrichter Lothar Ostheimer etwas dagegen und pfiff den sehenswerten Treffer wegen Abseits zurück. Eine streitbare Entscheidung, die nicht wenige der 1.350 Zuschauer im Jahnstadion für falsch hielten.

Nach dem Seitenwechsel kommt Majdancevic

Nach der Pause setzte sich das Geschehen zunächst nahtlos fort, große Veränderungen waren nicht zu erkennen. In der 54. Minute brachte Seidel dann Goalgetter Danijel Majdancevic – der aufgrund von Trainingsrückstand nicht von Anfang an gespielt hatte – für Korbinian Linner. Vielleicht wollte er dem Spiel seiner Rosenheimer noch etwas mehr Torgefährlichkeit einimpfen. Marinkovic agierte fortan etwas zurückgezogen – Majdancevic übernahm die vorderste Spitze.

1860 Rosenheim - Unterhaching

Nur kurz nach diesem Offensivwechsel folgte allerdings die kalte Dusche für die engagierten Sechziger. Aus einer an sich zunächst harmlos wirkenden Situation. Hachings Sascha Bigalke brachte eine Freistoß von halblinks lang in den Strafraum, kein Rosenheimer kam hin – dafür aber Ulrich Taffertshofer, der per Kopf unhaltbar für Süßmaier einnetzte (56.). Ein Gegentor, das definitiv zu vermeiden gewesen wäre. Das war zu einfach. Einmal hatten sie nicht aufgepasst – schon lagen die Rosenheimer im Rückstand.

Hachinger Doppelschlag erledigt Sechzig

Die Hausherren hatten kaum Gelegenheit sich von diesem überflüssigen Gegentreffer zu erholen – da folgte schon der Doppelschlag: Wieder war Bigalke beteiligt. Der Hachinger zog aus 25 Metern beherzt ab, zimmerte das Leder an die Latte – Süßmaier war geschlagen und der ehemalige Rosenheimer Einsiedler musste den Abpraller nur noch einnicken (63.). Schade – denn damit war fast schon klar, dass dieses Spiel entschieden war und den im Vorhinein erwartbaren Gang der Dinge gehen würde.

Und so war es dann auch. Nicht unbedingt besser als in Hälfte Eins aufspielende Hachinger kamen gegen die Sechziger - die zwar immer fighteten, aber nun teilweise ab und an auch die Köpfe hängen ließen und wohl selber nicht mehr wirklich an die Möglichkeit einer Wende gegen den großen Favoriten glaubten - noch zu einigen weiteren Möglichkeiten. Erneut Einsiedler (73.), Maximilian Nicu (78.) und Alexander Winkler (85.) hatten Großchancen, scheiterten aber entweder an Süßmaier oder verfehlten ihr Ziel.

Besonders beeindruckend anzusehen war das Hachinger Spiel nicht – allerdings in gewisser Hinsicht einfach auch clever heruntergespielt. Zudem musste nach 70. Minuten auch noch Rosenheims Angreifer Marinkovic verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Für ihn kam der aus der eigenen A-Jugend aufgerückte Burhan Bahadir.

Neu-Kapitän Mathias Heiß schafft noch den Anschluss

Die Gastgeber kamen allerdings noch zum Anschlusstreffer: Den auch die Hachinger, die sich vielleicht etwas zurücklehnten, leisteten sich nun eine Unachtsamkeit. In der 86. Minute wurde der eingewechselte Majdancevic durch einen schnell ausgeführten Freistoß aus dem Mittelfeld halblinks im Strafraum in Szene gesetzt, setzte sich fein durch und legte den Ball von der Grundlinie quer zurück – der nach vorne mitgeeilte Neuzugang und Neu-Kapitän Mathias Heiß ließ Stefan Marinovic im Kasten der SpVgg keine Chance und verwandelte treffsicher zum 2:1.

Eine weitere Möglichkeit zum etwaigen Ausgleich ergab sich für die Sechziger, die nochmals alles nach vorne warfen, allerdings nicht mehr. Dafür bekamen die Hachinger noch einige vielversprechende Konterchancen. Da auch diese allesamt ungenutzt blieben, blieb es bis zum Schlusspfiff beim knappen Unterhachinger Auswärtserfolg.

Auftaktniederlage mit vielen positiven Aspekten

Eine Heimniederlage, die sicherlich verschmerzbar ist und keinen Beinbruch darstellt. Zumal auch durchaus positive Ansätze zu erkennen waren. Die Rosenheimer haben vieles richtig gemacht. Immerhin hatten die Roten hier nicht gegen irgendwen gespielt, sondern gegen den Topfavoriten der Liga. Am kommenden Freitag (19:00 Uhr) geht es für die Sechziger nach Ingolstadt zur dortigen Zweitvertretung des Bundesligisten FCI – eine gute Gelegenheit es noch ein Stückchen besser zu machen und erste Regionalliga-Punkte einzufahren.

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