TSV 1860 Rosenheim verzichtet auf Stürmer

Bayernliga statt Rosenheim - Olwa-Luta künftig in Ismaning

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Ein äußerst kurzes Gastspiel im Trikot des TSV 1860 Rosenheim gab Malcom Olwa-Luta (m.).

Rosenheim - Eigentlich sollte Malcom Olwa-Luta die Offensive der Roten aus Rosenheim in der Regionalliga verstärken. Der Neuzugang war bereits vorgestellt und auch in Testspielen für die Sechziger im Einsatz. Diese Woche wurde allerdings bekannt, dass der Angreifer künftig für den FC Ismaning in der Bayernliga Süd auflaufen wird. Die Sechziger nehmen den geplatzten Wechsel gelassen.

Bisher spielte der 21-jährige mit deutschem Pass und Wurzeln in Uganda beim Ismaninger Nachbarn SV Heimstetten. Von dort wollte Olwa-Luta aber unbedingt weg. Und höherklassig angreifen. So stellte sich der Stürmer im nahen Rosenheim beim TSV 1860 vor. Die Sechziger kannten den beidfüßigen und pfeilschnellen Olwa-Luta bereits aus der Bayernliga und zeigten sich auch von den Eindrücken in einigen Probetrainings angetan. Daraufhin entschlossen sie sich ihn als Verstärkung in ihren Regionalliga-Kader aufzunehmen - und vermeldeten ihn auch als einen ihrer Neuzugänge. Der Transfer erschien fix.

Wechseltheater kurios - Ismaning statt Rosenheim oder Heimstetten

Weil sich allerdings im Nachhinein herausstellte, dass der SVH mit Olwa-Luta scheinbar noch ein Hühnchen zur Rupfen hatte, erteilten die Heimstettener dem Stürmer entgegen dessen vorherigen Informationen keine Freigabe. Für die Rosenheimer wäre er dadurch erst im November spielberechtigt gewesen. Umgehen hätte sich dies lassen, wäre er vom TSV 1860 mit einem Status als Vertragsamateur ausgestattet worden. Da dies allerdings mit einem vertraglichen Fixgehalt verbunden gewesen wäre - und die Sechziger dafür nicht in die ohnehin beschränkten Budget-Töpfe greifen wollten - nahmen die Rosenheimer Abstand und verzichteten auf eine Verpflichtung.

Warum genau der SV Heimstetten keine Freigabe für den Wechsel erteilt hat, bleibt für die Öffentlichkeit unklar. Wie man hört, soll es sowohl finanzielle als auch persönliche Unstimmigkeiten mit dem Angreifer gegeben haben. Offiziell ist dazu aus Heimstetten wenig zu erfahren. Denn SVH-Macher Michael Matejka gibt sich öffentlich zugeknöpft: "Wir hatten unsere Gründe. Die möchte ich aber nicht nach Außen tragen. Da haben sie nichts zu suchen. Und dazu möchte ich mich auch nicht weiter äußern."

Nun schließt sich Olwa-Luta, der in Heimstetten nicht bleiben wollte und erst einmal ohne Team da stand, also dem FC Ismaning an, dem in der Vorsaison als Meister der Landesliga Südost die Rückkehr in die Bayernliga gelungen ist. Den Ismaningern war er einen Vertrag als Vertragsamateur offensichtlich eher Wert. Da seit dem 1. Juli Spieler ohne Sperrfrist ohnehin nur noch auf diesem Weg verpflichtet werden können, ist die fehlende Freigabe aus Heimstetten bedeutungslos.

Das Sturm-Talent war sich mit den Sechzigern einig

Der in München lebende Olwa-Luta entstammt dem Nachwuchs des FC Bayern. In der U19 wechselte er für ein kurzes Gastspiel zur SpVgg Unterhaching. Nach einem halben Jahr in der damals noch existenten Zweiten der Hachinger ging er bereits ein erstes Mal nach Ismaning. In der Saison 2013/14 schoss er für den FCI in 27 Bayernligapartien zehn Tore. Ein Schien- und Wadenbeinbruch unterbrach dort jedoch seine Entwicklung und er veränderte sich weiter zum SV Heimstetten. Nach überstandener Verletzung aber nur einem Regionalliga-Einsatz ging er anschließend 2015 zum Traditionsklub Rot-Weiß Essen in die Regionalliga West. Aufgrund des schwierigen Umfelds für einen jungen Spieler an der Essener Hafenstraße kehrte er aber wieder nach Heimstetten zurück.

Zum Start der neuen Saison hatte er sich eigentlich für ein Engagement beim Regionalliga-Aufsteiger aus Rosenheim entschieden. Ein Übereinkommen, welches zunächst auf Gegenseitigkeit beruhte: "Malcom hat im Probetraining überzeugt und wir wollten ihn gerne in unserem Team haben. Uns gegenüber hatte er stets erklärt, mit Heimstetten sei - beziehungsweise werde - alles geregelt. Auf diese Aussagen haben wir vertraut. Von den dort noch bestehenden Problemen wussten wir zunächst nichts - und mussten später annehmen, sie seien leicht lösbar. Als der Pass dann kam, musste ich feststellen, dass das Spielrecht erst ab 1. November besteht, weil der SV Heimstetten keine Freigabe für den Wechsel erteilt hat. Das bringt uns aber nicht weiter. Dies haben wir dem Spieler erklärt. Eine Verpflichtung als Vertragsamateur kam für uns nicht in Frage. Dazu sind wir offensiv zu gut aufgestellt!", so der Sportliche Leiter der Sechziger Hans Kroneck.

Wenn Vertragsamateur - dann nur eine extreme Verstärkung

Nachbessern wollen die Rosenheimer deswegen aber nicht unmittelbar, wie Kroneck weiter erläutert: "Das ginge jetzt ja ohnehin nur noch als Vertragsamateur. Wenn wir in dieser Hinsicht tatsächlich kurzfristig noch etwas tun sollten, dann nur für einen Spieler, der aus unserer Sicht einen Kracher darstellt und uns sofort extrem verstärkt, wie es zum Beispiel unser neuer Kapitän Matthias Heiß in der Abwehr getan hat. Aber klar, wir werden Augen und Ohren bis zum endgültigen Ende des Transferfensters am 31. August offen halten! Es gibt ja immer noch den ein oder anderen talentierten Spieler, der sich noch nicht entschieden und neu orientiert hat - und für den eine junge aufstrebende Regionalliga-Truppe eine reizvolle Alternative ist.".

Von Letzterem überzeugen kann man sich am Freitagabend im zweiten Heimspiel der Sechziger gegen die Oberfranken der SpVgg Bayreuth (19:00 Uhr, Jahnstadion).

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