TSV Buchbach - SpVgg Unterhaching 0:3

Buchbach mit starkem Beginn - Haching siegt souverän

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Der erste Streich von Hachings Top-Stürmer Stephan Hain, der aus der Drehung Sandro Volz beim 0:1 keine Chance lässt. Rechts Buchbachs Florian Pflügler.

Buchbach - Der TSV Buchbach hat Ligaprimus SpVgg Unterhaching am Freitagabend einen großen Kampf geboten, spielte phasenweise gut mit, musste sich am Ende aber dennoch beugen und bleibt nach dem 13. Spieltag der Regionalliga Bayern weiter im Keller - während Unterhaching verdientermaßen unangefochten an der Spitze steht.

aus der SMR-Arena berichtet Christian Schulz

Die Rollen vor diesem Spiel waren klar verteilt: Hier die abstiegsbedrohten Buchbacher, die obendrein personell schon seit Wochen gebeutelt sind und lediglich vierzehn einsatzfähige Feldspieler zur Verfügung hatten – dort der Liga-Überflieger und souveräne Tabellenführer aus Unterhaching, der sich bereits zu diesem frühen Zeitpunkt der Saison einen komfortablen Vorsprung auf die Verfolger heraus spielen konnte.

Unterhaching startet druckvoll

Zu Beginn starteten die Hachinger, wie es sich für einen Favoriten gehört, gleich druckvoll und immer wieder auch mit Angriffspressing. Dies stellte die Buchbacher Abwehr sofort das ein oder andere Mal vor Probleme und erzeugte bei den Hausherren sichtlich etwas Anfangsnervosität. Konkrete Torchancen ließen sie allerdings trotzdem nicht zu.

Service:

Nach etwa zehn Minuten nahmen die Gäste, die gegen eine massierte Buchbacher Deckung die Lücken suchten, aber selten fanden, ein wenig den Fuß vom Gast – und ermöglichten so auch den Rot-Weißen etwas am Spiel teil zu haben. Und die Buchbacher nutzten diese Möglichkeit auch. Wenn man die unterschiedlichen Voraussetzungen und vor allem die momentane Ausgangslage betrachten, durchaus beachtlich, dass die Gastgeber ihr Heil keineswegs nur in der Defensive suchten.

Buchbach beileibe nicht nur defensiv

Zwar operierten sie in ihrem Abwehrdrittel situativ immer wieder auch mit fünf Verteidigern in letzter Linie, offensiv war das aber genauso oft ein astreines 4-4-2, welches der TSV hier zeigte. Die Buchbacher versteckten sich also keineswegs. Gepaart mit der Tatsache, dass die Hachinger noch nicht komplett zu ihrem gewohnten Spiel fanden und teilweise auch ein wenig das Tempo vermissen ließen, ein Fakt der das Spiel interessant machte – und offener wirken ließ, als zuvor gedacht.

Gegen eine SpVgg, die sich ihren Gegner eher erst einmal anschaute und taxierte, waren es so überraschender Weise die Buchbacher, welche zu den ersten gefährlich Torabschlüssen kamen. Zunächst brachte Gordon Büch einen Ball von der linken Seite nach innen, aus achtzehn Metern zog der sich fabelhaft einfügende Neuzugang Stephan Thee ab – sein auf das linke Eck gezielter Schuss wurde allerdings abgefälscht und ging ans Außennetz (12.). Kurz darauf wieder ein gefährlicher Distanzschuss: Diesmal war es TSV-Kapitän Aleksandro Petrovic der aus etwa zwanzig Metern abschloss – sein Schuss strich nur knapp rechts unten vorbei (14.). Es ließ sich also so schlecht nicht an, für die mutigen Gastgeber.

TSV lässt erste Chancen ungenutzt - Haching trifft sofort

Nach 22 Minuten wurden dann jedoch die Unterhachinger ihrer Favoritenrolle gerecht. Sie taten nämlich genau das, was man von einem Ligaprimus erwartet. Sie ließen sich, obwohl sie noch nicht voll im Spiel waren nicht beirren, behielten die Geduld und schlugen bei der ersten sich ihnen bietenden Möglichkeit eiskalt zu: Super schnelle Kombination der technisch beschlagenen Hachinger, zu schnell für Buchbach, Sascha Bigalke steckte am Sechzehner, direkt aus der Drehung heraus, durch auf Top-Stürmer Stephan Hain – und der ließ sich allein vor TSV-Keeper Sandro Volz die Chance nicht entgehen. 0:1 – die Führung für die Gäste aus der Münchner Vorstadt.

TSV Buchbach - Unterhaching

Die Buchbacher steckten auch nach diesem ersten Rückschlag den Kopf nicht in den Sand. Vielmehr kamen auch sie wieder zu einer torgefährlichen Szene: Freistoß durch Andreas Markmüller vom rechten Flügel, etwa zwanzig Meter vor dem von Stefan Marinovic gehüteten Kasten. Der mit schönem Schnitt getretene Ball ging durch die komplette Abwehr der Gäste hindurch – war jedoch einen Tick zu schnell für Florian Pflügler, der am langen Pfosten verpasste (26.).

Hain zum Zweiten - Vorentscheidung schon in Hälfte Eins

Nur etwas mehr als fünf Minuten später schlugen die Hachinger allerdings erneut zu: Hain initiierte seinen zweiten Treffer des Tages selbst. Er gab aus dem Zentrum heraus fein nach links außen auf den pfeilschnellen Thomas Steinherr, der nutzte den Platz, gab flach und scharf herein – und der mittlerweile an den Fünfer durchgestartete Hain musste nur noch den Fuß hinhalten (33.). Wahnsinn, wie effizient die SpVgg hier agierte! Eine souveräne Tabellenführung kommt nicht von ungefähr.

An diesem Zwei-Tore-Rückstand hatten die Rot-Weißen jetzt mehr zu knabbern, das Spiel wurde für die Unterhachinger etwas leichter. So ergaben sich weitere Torgelegenheiten für Jim-Patrick Müller, der einen von links per Kopf zurückgelegten Ball von der Strafraumgrenze volley nahm und haarscharf am rechten Pfosten vorbeischoss (39.) und Bigalke, der aus 22 Metern zentraler Position nur äußerst knapp über das Tor schoss (41.). Da diese Möglichkeiten und weitere Halbchancen allerdings allesamt genauso wenig einbrachten, wie Patrick Drofas Schussversuch von halblinks auf der Gegenseite (42.), ging es mit der 0:2 Pausenführung für die Gäste in die Kabinen.

Nach der Pause ein absolut souveräner Auftritt des Tabellenführers

Was sich zu denken war, trat dann in der zweiten Hälfte auch ein. Die Hachinger spielten ruhig und abgeklärt ihr Spiel runter, ließen den bemühten, aber deutlich unterlegenen Buchbachern vor knapp über 1.000 Zuschauern keine Möglichkeit, ins Match zurückzukehren.

Folgerichtig ergaben sich weitere gute Möglichkeiten für die Gäste: Nach 50 gespielten Minuten war mit einem Pass die gesamte Abwehr der Gastgeber ausgehebelt, Steinherr wurde wunderbar steil geschickt und lief alleine Richtung Buchbacher Tor. Am Strafraum wollte jedoch quer auf Bigalke legen. Dies misslang zunächst, doch Bigalke holte sich die Kugel zurück, umspielte Keeper Volz und schoss aus etwa fünfzehn Metern - Florian Pflügler klärte für seinen geschlagenen Torhüter auf der Linie!

Kurz darauf erkannte Hachings Müller nach einem fatalen Abspielfehler der Buchbacher im Spielaufbau, dass Volz weit vor seinem Tor stand und setzte sofort zum Heber an - sein Schuss aus 26 Metern ging nur Millimeter am linken Pfosten vorbei (53.)!

Beste Möglichkeiten und das 3:0 für Unterhaching

In der 62. Minute erzielten die abgezockten Unterhachinger dann ihren dritten Treffer. Wieder zeigten sie sich clever und nutzten eine Abwehrschwäche der Gastgeber ohne mit der Wimper zu zucken. Diesmal nach einer Standardsituation: Einen Freistoß aus dem linken Halbfeld spielte Bigalke flach an allen Abwehrspielern, die in dieser Szene nicht aufmerksam genug waren, vorbei nach innen. Der hinter die Abwehrlinie hinein spritzende Orestis Kiomourtzoglou hielt die Fußspitze in die Hereingabe, gab dem Ball so den letzen Touch - und dieser ging flach neben dem rechten Pfosten ins Tor! 3:0 für Unterhaching.

Spätestens nach dieser klaren Führung der Rot-Blauen war die Luft raus – die Partie war entschieden. Nachdem Hachings Coach Claus Schromm schon vor dem dritten Tor der SpVgg den quirligen Steinherr aus dem Spiel genommen hatte, wechselte er in der Folge auch Doppeltorschütze Hain und Aktivposten Bigalke aus und verschaffte im sicheren Wissen um den Sieg auch anderen seiner Akteure Spielpraxis.

Buchbach kam noch zu einer guten Möglichkeit: Thee legte per Hacke in den Lauf des eingewechselten Thomas Breu - dessen strammer Schuss aus zwanzig Metern ging um Zentimeter am linken Pfosten vorbei (69.)! Doch auch dies hätte an diesem Tag wohl kaum etwas am Spielverlauf geändert.

Buchbach ohne Chance - Haching spielt es ruhig zu Ende

Denn ansonsten gönnten die souveränen Gäste den Rot-Weißen kaum noch torgefährliche Momente und schaukelten das Ding ohne große Aufregung nachhause. Als auch die abschließenden Minuten absolviert waren, stand unter dem Strich ein vollkommen ungefährdeter und verdienter Auswärtserfolg des Topfavoriten dieser Regionalliga Bayern, der das Geschehen jederzeit unter Kontrolle hatte.

Die Buchbacher müssen sich allerdings allenfalls beim Blick auf die Tabelle grämen. Sie hatten hier alles gegeben – in der Anfangsphase gar beherzt dagegen gehalten – und sich nichts vorzuwerfen. Mehr war gegen diese starken Unterhachinger einfach nicht drin. Und das war auch nicht anders zu erwarten gewesen. Die ganz große Überraschung, die ein anderes Resultat als ein Hachinger Sieg gewesen wäre, blieb also aus. Die Rot-Weißen werden es einzuordnen wissen, das Spiel äußerst schnell abhaken, die positiven Aspekte mitnehmen – und sofort den Fokus auf das nächste Match in Ingolstadt richten. Dort dürfte mit einer solch geschlossenen Mannschaftsleistung mehr drin sein.

"Müssen unsere Punkte woanders holen!"

Ganz ähnlich sah dies Buchbachs Trainer-Urgestein Anton Bobenstetter nach der Begegnung: „Wir waren anfangs gut im Spiel. Und haben alles gegeben. Hatten auch die ein oder andere Möglichkeit. Nach den ersten beiden Gegentoren war das Spiel praktisch gelaufen. Bei den Toren hat man natürlich die unglaublichen Qualitäten von Leuten wie Bigalke und Hain gesehen. Meine Mannschaft hat ihre Sache gut gemacht. Wir müssen unsere Punkte woanders holen, damit wir in der Liga bleiben!“.

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