SpVgg Unterhaching - SV Wacker Burghausen 2:0

Wacker kämpft aufopferungsvoll, Haching siegt verdient

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Obwohl die Schwarz-Weißen alles in die Waagschale warfen und in der Defensive kompakt standen, konnten sie beim Liga-Topfavoriten Unterhaching keine Punkte entführen.

Unterhaching - Obwohl die Gäste aus Burghausen beim Liga-Topfavoriten Unterhaching alles in die Waagschale warfen, was sie drin hatten, reichte das nicht um den souveränen Spitzenreiter der Regionalliga ins Straucheln zu bringen. Da der SV Wacker die wenigen sich ihm bietenden Chancen nicht verwerten konnte, ging er gegen überlegene Gastgeber am Ende verdient als Verlierer vom Platz.

aus dem Hachinger Sportpark berichtet Christian Schulz

4-4-4. Das ist nicht das neue Spielsystem des SV Wacker - zwölf Spieler wären auch schwer möglich. Das ist die Bilanz nach zwölf Spieltagen, die Wacker-Coach Uwe Wolf vor Wochenfrist mit seiner Mannschaft angestrebt hat. Vor der Partie in Unterhaching wies der Blick aufs Tableau drei Siege, vier Remis und vier Niederlagen aus. Demnach wäre also ein Dreier im Hachinger Sportpark notwendig gewesen. Und Uwe Wolf wäre nicht Uwe Wolf, hätte er nicht genau diese Marschroute seinen Spielern mit auf den Weg geben: „Wir gehen in jedes Spiel, um es zu gewinnen!“.

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Denn - „Wir haben auch gegen Bayern ein tolles Spiel abgeliefert“, betonte Wolf. „Warum soll uns dies in Haching nicht auch gelingen?“, so die berechtigte Frage des Wacker-Cheftrainers. Zudem war Unterhaching ein Gegner, der den Burghausern zu liegen schien: In 24 Spielen zwischen beiden Teams vor diesem Aufeinandertreffen ging der SV Wacker 15 Mal als Sieger vom Feld. Der letzte Erfolg der Hachinger lag rund vier Jahre zurück.

Burghausen präsentiert sich Haching als unangenehmer Widersacher

Und die Burghauser erwiesen sich für Unterhaching von Beginn an als der erwartbare und angekündigte unangenehme Gegner. Der unbedingte Siegeswille war zwar für den flüchtigen Betrachter nicht sofort ohne Weiteres erkennbar – aber es war ja klar: der Plan des SV Wacker angesichts des spielerisch doch deutlich überlegenen Gegenübers, war, über eine gesicherte Defensive und den ein oder anderen klug und schnell vorgetragenen Konter eventuell zum Erfolg zu kommen.

Dabei lag der Fokus deutlich darauf, hinten so wenig wie irgend möglich zuzulassen, um ja nicht in Rückstand zu geraten und das Spiel und die eigenen Chancen so lange wie möglich offen zu halten. Und dies setzten die Salzachstädter ohne Umschweife um. Sehr konzentriert arbeitend, sowie bissig und entschlossen in jedem einzelnen Zweikampf verteidigten sie sich einen „Wolf“.

Unterhaching - Wacker Burghausen

Für die Hachinger war ein durchkommen äußerst schwer. Es war von Anfang an ein Geduldsspiel. Denn Burghausen stand in der Abwehr meistens mit fünf Spielern in letzter Linie, teilweise sogar mit sechs. Vorne zog ein einsamer Juvhel Tsoumou seine Kreise. Das massierte 5-4-1 beziehungsweise situative 6-3-1 der Burghauser war auch für die sich mühende und sicherlich mit reichlich spielerischer Klasse ausgestattete Spielvereinigung kaum zu überwinden.

Kein Durchkommen gegen engmaschige Burghauser Abwehr

Trotzdem machten auch die Hachinger ihre Sache gut, deuteten mehr als einmal ihr Können an. Dies zeigte sich vor allem darin, wie schnell kombiniert wurde – jede Menge Verschiebearbeit also für den SV Wacker – und das Spieler selbst auf engstem Raum immer wieder konsequent angespielt wurden und den Ball auch verarbeiten konnten.

Vor allem die vielen schnellen Flügelwechsel mittels punktgenauer Diagonalbälle stellten die Abwehr der Gäste immer wieder vor Probleme, bescherten ihr gehörig Laufarbeit und verlangten höchste Konzentration. Besonders stach hierbei die linke Seite der Hachinger hervor über die der quirlige Thomas Steinherr jede Menge Wind machte.

Bestes Beispiel dafür die 26. Minute: Ein klasse Diagonalpass fand Steinherr auf der linken Außenbahn. Der vernaschte den ansonsten aufmerksamen Stefan Wächter und gab scharf nach innen. Dort spritzte Stephan Hain dazwischen – doch von dessen Fuß tropfte der Ball nur an den Pfosten! Der erste Aufreger der Partie!

Unterhaching im Ballbesitz - Wacker lauert auf Konter

Klare Rollenverteilung also in dieser ersten Halbzeit: Die Unterhachinger ließen den Ball laufen, versuchten das Tempo hoch zu halten, den Gegner fortwährend unter Druck zu setzen - und suchten die Lücken. Die kämpferischen Gäste aus Burghausen hielten dagegen und suchten nach Balleroberung relativ schnörkellos den schnellen Weg in die Spitze. In den meisten Fällen war dies jedoch nicht von Erfolg gekrönt.

Trotzdem waren auch die Burghauser ständig eine Bedrohung für die Hausherren – weil sie nur darauf lauerten, dass die Spielvereinigung einmal zu offensiv, zu mutig agierte und dadurch Räume offerierte. Und mit ihren starken und technisch versierten Offensivkräften sind ja auch die Burghauser im Angriff brandgefährlich.

Genauso hatte man allerdings das Gefühl, auch die Hachinger könnten jederzeit zuschlagen, wenn es ihnen einmal gelänge, durchzubrechen und einen ihrer Vorstöße über die Flügel zu Ende zu spielen. Wenn auch mit wenig Torraumszenen – es war durch diese Konstellation bedingt ein spannendes äußerst interessantes Regionalligaspiel hier im Sportpark.

In der 38. Minute die erste Chance für den SV Wacker: Nach einem langen Einwurf von links außen kam Burghausens Wächter im Strafraum der Gastgeber an den Ball – geriet allerdings in Rückenlage und jagte das Leder aus zwölf Metern weit über den von Stefan Marinovic gehüteten Kasten.

Haching vergibt Hundertprozentige!

Unmittelbar vor dem Pausenpfiff das Riesending für Unterhaching! Die gut 2.000 Zuschauer im Sportpark rauften sich die Haare: Wieder ging es über links, wieder ging es schnell und wieder kombinierten die Hausherren vorzüglich. Maximilian Bauer wurde freigespielt und bekam per Rückpass den Ball zehn Meter vorm Tor wunderschön serviert. Er hatte alle Zeit der Welt, vielleicht zuviel Zeit, denn er legte sich die Kugel noch einmal zurecht und überlegte und überlegte, wo er sie am Besten platzieren sollte – und zielte schließlich weit am rechten Pfosten vorbei (45.)!

Die Feldüberlegenheit der Hachinger war deutlich, aber nur das Eine. Diese letzte Chance für die Gastgeber im ersten Durchgang war dermaßen unfassbar hundertprozentig – die Spielvereinigung hätte hier zur Halbzeit führen müssen!

Nach der Pause schlagen die Hausherren zu

Das holten die Münchner Vorstädter allerdings direkt nach Wiederbeginn nach. Mit Volldampf aus der Kabine kommend, gelang es ihnen sofort, die Defensive der Burghauser, in welcher in der ersten Hälfte so wunderbar viele Rädchen ineinander gegriffen hatten, einmal entscheidend auszuhebeln:

Burghausen war noch gar nicht wieder richtig auf dem Platz, da kam Hachings Jim-Patrick Müller im Strafraum der Gäste an den Ball, drehte sich, schoss – und nachdem er im ersten Verscuch noch am gut aufgelegten Wacker-Keeper Alexander Eiban gescheitert war, landete der Abpraller wieder bei ihm und er schob aus sechs Metern unhaltbar zur 1:0 Führung ein (47.)! Der Salzach-Riegel war geknackt.

Auch die nächste gute Möglichkeit gehörte der Spielvereinigung, die weiter am Drücker war: Haching-Sturmtank Hain zog aus guter Einschussposition ab – aber zielte ganz knapp am rechten unteren Eck vorbei (61.).

Burghausen kommt aus der Reserve

Danach veränderte sich das Spielgeschehen etwas. Denn auch die Burghauser mussten sich nun, da sie zurücklagen, etwas öffnen, wollten sie hier noch etwas erreichen. Ganz so viel Wert auf eine möglichst lückenlose Defensivarbeit wie zuvor, konnten sie jetzt nicht mehr legen. Das Spiel sah dadurch ausgeglichener aus, auch Wacker machte jetzt dass ein oder andere Mal Druck. Andererseits boten sich jetzt natürlich auch den Unterhachingern, welche die Gäste ein wenig kommen ließen und herauslockten, Räume, die zuvor noch verriegelt waren.

Doch zunächst bekamen die Wolf-Schützlinge die Großchance zum Ausgleich: Benjamin Kindsvater hatte von der Strafraumgrenze die Gelegenheit abzuziehen, konnte allerdings nicht sofort abschließen, der Ball versprang – doch er bekam aus der Drehung heraus erneut die Abschlusschance. Der herausgelaufene Marinovic vereitelte diese mit einer tollen Parade (70.)!

Kindsvater scheitert - Einsiedler eiskalt!

Nur drei Minuten später brachte dann allerdings der nur zwei Zeigerumdrehungen zuvor eingewechselte Markus Einsiedler die Hachinger endgültig auf die Siegerstraße: Nach einer Freistoßflanke aus dem linken Halbfeld reagierte er am schnellsten, ging in den Ball und köpfte das Leder aus knapp sieben Metern in die Maschen (73.)! 2:0 für die Spielvereinigung.

Gegen immer mehr aufmachende Gäste eröffneten sich nun zunehmend mehr Möglichkeiten für den Tabellenführer: In der 78. Minute hatte Ulrich Taffertshofer den dritten Treffer für die Einheimischen auf dem Fuß – aber Eiban packte einen Riesen-Reflex aus, tauchte ab und hielt sein Team weiter im Spiel!

Unterhaching siegt verdient und baut Tabellenführung aus

Die Burghauser, die sich nicht aufgaben, versuchten – obwohl dies ein Vabanquespiel war – alles, was in ihrer Macht stand, um noch einmal heranzukommen. Aber da auch erneut Kindsvater mit einem Drehschuss aus elf Metern Marinovic nicht überwinden konnte (82.) - und auch die Hachinger nichts Zählbares mehr aus ihren zahlreichen Kontern machten, blieb es beim eindeutigen und verdienten 2:0 Erfolg für den Spitzenreiter gegen eine Wacker-Elf, die alles gegeben hatte, aber ihre wenigen Chancen ungenutzt ließ.

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