Toto-Pokal-Finale 2015/16: Türkspor Rosenheim - SV Bruckmühl 1:4

Bruckmühl holt sich den Cup

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Die strahlenden Sieger im Kreispokal 2015/16 vom SV Bruckmühl.

Rosenheim - In einem nur in der Anfangsphase ausgeglichenen Toto-Pokal-Finale 2015/16 gewann der Favorit SV Bruckmühl völlig verdient mit 4:1 gegen Türkspor Rosenheim. Obwohl Türkspor schon früh im Spiel in Führung gehen konnte, setzte sich letztlich die klare spielerische und läuferische Überlegenheit des Tabellenzweiten der Kreisliga 1 durch.

von der ESV-Sportanlage berichtet Christian Schulz

Bei strahlendem Sonnenschein und besten äußeren Bedingungen begannen beide Teams das diesjährige Toto-Pokal-Finale auf der Anlage des ESV Rosenheim forsch und kämpferisch. Der Favorit und Kreisligist aus Bruckmühl wollte sich zu Anfang wohl erst noch ein wenig orientieren und wurde vom Rosenheimer Außenseiter aus der Kreisklasse auch sofort überrascht.

Frühe Führung - Türkspor mit Blitzstart

Denn den ersten Treffer markierte Türkspor. Und das gleich nach zehn Minuten: Nach einer Ecke von Türkspor-Kapitän Fatia Demirkiran schlief die Bruckmühler Abwehr und ließ Hakan Cukadar am Fünfmeterraum unbedrängt zur 1:0 Führung einköpfen.

Service:

Um sich vom Schock des frühen Rückstands zu erholen brauchte der SVB exakt weitere 10 Minuten in denen beide Teams zu Chancen kamen, diese allerdings vergaben. Eine Standardsituation brachte allerdings den Ausgleich: Bruckmühls Sebastian Marx schlenzte einen Freistoß aus zentraler Position und etwa zwanzig Metern Torentfernung an der schlampig stehenden Mauer vorbei unhaltbar ins linke untere Eck (20.).

Bruckmühl findet zu seinem Spiel und lässt Rosenheim laufen

Nach diesen zwanzig gespielten Minuten traten dann aber deutliche Leistungsunterschiede zwischen dem Kreisklassisten und dem Kreisligisten auf. Türkspor erschien körperlich schon nach dieser kurzen Spielzeit erstaunlich platt. Die spielerische Klasse des SVB setzte sich nun mehr und mehr durch. Immer wieder zogen die Bruckmühler durch gute und schnelle diagonale Seitenwechsel ihr Spiel auf. In Verbindung mit der läuferischen Überlegenheit und dem Tempo das sie vorlegten, war die Abwehr der Rosenheimer "Türken" davon schlichtweg überfordert. Ausschließlich lange Bälle auf die allein gelassenen Spitzen oder gleich zu den Abwehrspielern reichten nicht aus, um Bruckmühl auch defensiv zu beschäftigen oder für Entlastung zu sorgen.

In der 24. Minute fiel dann auch der Führungstreffer für den Favoriten: Nach einem flachen Ball durch die Zentrale zeigte sich Türkspors Abwehr komplett unsortiert und auch die Abseitsfalle funktionierte nicht. So kam der Ball durch und an und Maximilian Gürtler hatte nur noch Seid Duranovic im Kasten der Rosenheimer vor sich. Bruckmühls Nummer Zehn ging noch ein paar Meter, blieb ruhig und ließ dem Keeper keine Chance - 1:2.

SVB dreht die Partie und vergibt Riesenchance

Als eine halbe Stunde gespielt war hätte der SVB höher in Führung gehen müssen. Einerseits, weil die Überlegenheit nun überdeutlich wurde. Andererseits, weil Marx eine hundertprozentige Möglichkeit seinen zweiten Treffer des Tages zu erzielen, sträflich ausließ. Eine Flanke von rechts kam lang und gut auf den zweiten Pfosten, Duranovic verschätzte sich völlig und lief unter dem Ball hindurch - und Marx hätte einen Meter vor der Torlinie postiert nur noch einschieben müssen. Ein klares Tor eigentlich. Doch irgendwie schaffte er es, das Leder aus unmöglichem Winkel noch am rechten Torpfosten vorbei ins Aus zu bugsieren. Slapstick. Wie ihm das gelungen ist, ist ihm wahrscheinlich selbst ein Rätsel.

Die Zwei-Tore-Führung für Bruckmühl kam dann aber doch noch in Hälfte Eins: Wieder war die Türkspor-Abwehr nicht auf der Höhe. Ein halbhoher Ball aus dem rechten Mittelfeld nach halblinks an die Strafraumgrenze reichte, um sie zu überwinden. SVB-Akteur Anian Folger packte einen Ausfallschritt aus und spitzelte die Kugel am herauseilenden Duranovic vorbei zum 1:3 Pausenstand ins Netz (37.).

Klare Halbzeitführung für Bruckmühl

In der Halbzeit hatten die Türkspor-Kicker wohl wieder etwas Energie getankt. Jedenfalls hatte ihnen die Unterbrechung gut getan und sie versuchten ähnlich wie in der ersten Hälfte für zehn bis fünfzehn Minuten noch einmal dagegen zu halten und zu schauen, was geht. Allerdings ließen sich die Bruckmühler nicht noch einmal so leicht überlisten und standen hinten von Anfang an sicher.

Im Gegensatz zur ersten Hälfte nahmen sie allerdings einen Gang raus und auch die Flügelwechsel kamen nicht mehr so zügig und präzise. Ihre sichere Führung verwalteten sie jedoch souverän. Das Spiel verflachte etwas und auch Torchancen waren im Vergleich zum ersten Durchgang Mangelware.

Überharte Gangart in Hälfte Zwei gipfelt in Rot für Acar

Leider wurde das Spiel aber auch dadurch, dass sich auf Türkspors Seiten Undiszipliniertheiten und Frustfouls häuften, immer wieder unterbrochen und zunehmend unfairer. In der 60. Minute führte dies schließlich zu einer roten Karte für  Rosenheims Tarik Acar. Als nach einem Foulspiel schon längst abgepfiffen war, ballerte er den Ball weg und traf dabei mit voller Wucht den am Boden liegenden Gefoulten. Ob das angesichts der Distanz Absicht war oder nicht, lassen wir mal dahin gestellt. Überflüssig war es allemal. Schiedsrichter Tobias Metzger jedenfalls entschied sofort auf Rot.

Den Schlusspunkt in einer lange zuvor zugunsten des Favoriten entschiedenen Partie setzte wieder Marx. In der 85. Minute machte er doch noch sein zweites Tor des Tages - und zwar wiederum per direktem Freistoß. Diesmal lag der Ort des Vergehens halblinks, wieder etwa zwanzig Meter vom Kasten entfernt. Marx lief an und zirkelte das Leder wunderschön mit einem tollen Schlenzer zum 1:4 in die linke obere Ecke.

Bruckmühl spielt souverän zu Ende und darf jubeln

Dann war Schluss. Und die Bruckmühler Fußballer und ihre mitgereisten Anhänger konnten lautstark einen vielumjubelten und Toto-Pokal-Sieg im Kreis Inn/Salzach feiern. Das Team von Coach Ralf Guntrow war unter dem Strich, von der ersten Viertelstunde abgesehen, spielerisch doch deutlich überlegen und konnte völlig verdient den Pokal in den Rosenheimer Abendhimmel recken. Wenn es dem SV Bruckmühl gelingt diesen Schwung mit in die letzten Spiele der Punkterunde zu nehmen, könnte es nochmal richtig spannend werden in der Kreisliga 1.

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