Chance auf direkte Playoff-Quali lebt

"Erst wie aus einem Guss und dann viele Gesichter gezeigt!"

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Tyler McNeely von den Starbulls Rosenheim erzielte in Freiburg zwei Tore.
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Tyler McNeely erzielte in Freiburg zwei Tore.

Freiburg - Viertes Spiel gegen Freiburg, vierter Sieg - und jetzt nur noch drei Zähler Rückstand auf Platz sechs: Drei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde haben die Grün-Weißen nun wieder eine echte Chance auf die direkte Playoff-Qualifikation.

Grundlage dafür war ein Sechs-Punkte-Wochenende, das die Rosenheimer Eishockeyspieler am Sonntagabend mit einem insgesamt absolut verdienten 5:2 (3:1, 0:1, 2:0)-Auswärtserfolg beim EHC Freiburg zementierten. Mit nun 79 Zählern haben die Starbulls in der DEL2-Tabelle nicht nur Dresden wieder überholt, sondern auch nur noch drei Punkte Rückstand auf den Sechsten Bad Nauheim.

Der Auftritt im frühlingshaften Breisgau war allerdings von Höhen und Tiefen geprägt. Das sah auch Trainer Franz Steer so: „Es war ein Spiel mit verschiedenen Gesichtern! Im ersten Drittel haben wir wie aus einem Guss gespielt. Nach der ersten Pause haben wir Freiburg viel zu viel Platz gelassen. Der Schlussabschnitt war ausgeglichen!“

Innstädter hätten höher führen müssen 

Genau 141 Sekunden waren gespielt, da sah David Vallorani im Powerplay den auf halblinks heranstürmenden Tyler McNeely. Dessen trockener Schuss krachte an den langen Innenpfosten und von dort ins Tor, 0:1 (3.). Knapp zwei Minuten später scheiterte Mondo Hilger erst an EHC-Keeper Jonathan Boutin, doch der Abpraller landete genau auf der Kelle von Leopold Tausch. Da das ganze Tor offen war, hatte der Youngster keine Mühe bei seinem dritten Saisontor (5.).

Rosenheim ließ anschließend zwar eine lange Fünf-gegen-Drei-Überzahl ungenützt, doch in der 11. Minute durften die exakt 62 mitgereisten Schlachtenbummler erneut jubeln, als McNeely Boutin einen Penalty - in Unterzahl herausgeholt - zum 0:3 durch die Hosenträger schob. Nur 55 Sekunden später setzte Petr Haluza - kurzfristig wiedergenesen - auf der Gegenseite den Puck nach einem nicht konsequenten Abwehrverhalten zwar zum 1:3 unter die Querlatte (12.), doch angesichts des Spielverlaufs und des Chancen- und Schussverhältnisses, hätten die Innstädter zur ersten Sirene eigentlich höher führen müssen.

Niveau ließ im Mittelabschnitt nach 

Im Mittelabschnitt ließ das Niveau deutlich nach. Rosenheim mangelte es an der defensiven Konsequenz und der Durchschlagskraft des Auftaktdrittels. Freiburg wirkte zwar nun mutiger, allerdings fehlten zumeist die spielerischen Mittel. Obwohl die Breisgauer optisch nun Vorteile hatten, hatte die beste Gelegenheit Vallorani, der - von CJ Stretch im Powerplay freigespielt - nur die Oberkante der Latte traf (36.).

Das Finale war hektisch: Erst kassierte Stretch umstrittene zwei plus zehn Minuten wegen eines angeblichen Checks gegen den Kopf, dann stand Vallorani in der Unterzahl-Box zu tief und wurde von David Vrbata ausgetanzt. Der Tscheche hatte schließlich alle Zeit der Welt und setzte die Scheibe halbhoch ins kurze Eck - 2:3 (39.). In den verbleibenden 69 Sekunden bis zur Sirene hatten die Starbulls eine Menge Mühe, die knappe, aber nach wie vor verdiente Führung in die Kabine zu retten.

Spannende Schlußphase 

Der Schlussabschnitt begann mit einer Riesenparade von Timo Herden gegen den Ex-Schwenninger Marc Wittfoth. Im Gegenzug hatte Lindlbauer dann viel zu viel Platz, zog von links nach innen und verwandelte mit der Rückhand hoch zum 2:4 (43.). Das gab den Oberbayern wieder mehr Sicherheit für den weiteren Spielverlauf. Für Freiburgs Coach Leo Sulak war das Ganze spielentscheidend: „Das war aus meiner Sicht die Schlüsselszene!“

So wurde es erst in der Schlussphase nochmal spannend. Wittfoth traf von halblinks nur die Querlatte (56.), dann vergab Jannik Herm in der 57. Minute einen Strafschuss. Herden war mit einer Klassetat im bedrohten Eck. „Wenn der Penalty reingegangen wäre, hätte es jedoch nochmal eng werden können“, so Steer.

Schließlich konnten die Freiburger auch bei einem Sechs-gegen-Vier-Überzahl-Spiel - Torwart Boutin war vom Eis gegangen - keinen weiteren zählbaren Erfolg verbuchen. Stattdessen machte Stefan Loibl genau 110 Sekunden vor Schluss alles klar, als er die Scheibe nach starkem Puckgewinn von Wade MacLeod fast von der Mittellinie zum 5:2-Endstand ins verwaiste Wölfe-Gehäuse schob. Steers Fazit fiel gemischt aus: „Das Gefälle zwischen den verschiedenen Spielphasen gefällt mir nicht so gut. Das war schon am Freitag das Problem. Wir haben zum Teil dumme Strafen genommen und hätten manchmal auch einfacher spielen müssen. Das Entscheidende sind aber die Punkte - und die haben wir!“

PK-Video:

 

Das Spiel in der Statistik:

EHC Freiburg - Starbulls Rosenheim 2:5 (1:3, 1:0, 0:2)

  • Tore: 0:1 (3.) Tyler McNeely (David Vallorani, Michael Rohner - Überzahl-Tor), 0:2 (5.) Leopold Tausch (Mondo Hilger, Beppo Frank), 0:3 (11.) Tyler McNeely (Penaltyschuss - Unterzahl-Tor), 1:3 (12.) Petr Haluza (Jannik Herm, Tobias Bräuner), 2:3 (39.) David Vrbata (Mark Wittfoth, Niko Linsenmaier - Überzahl-Tor), 2:4 (43.) Peter Lindlbauer (Beppo Frank, David Vallorani), 2:5 (59.) Stefan Loibl (Wade MacLeod - Unterzahl-Tor, Empty Net Goal).
  • Schiedsrichter: Marcus Brill (Zweibrücken).
  • Strafen: Freiburg 20 - Rosenheim 24.
  • Zuschauer: 2.331.

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Martin Weidner

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