Drei Sekunden fehlten zu drei Punkten

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Bad Nauheim – Bitterer und dramatischer geht es kaum: Bis drei Sekunden vor Schluss sahen die Starbulls wie der Sieger aus – und mussten sich am Ende mit einem Punkt begnügen.

Video: Die Höhepunkte des Spiels

„Vor dem Spiel wäre ich mit einem Zähler sehr zufrieden gewesen. Aber wenn du so knapp vor dem Ende den Ausgleich kriegst, ist das natürlich bitter“, resümierte Rosenheims Trainer Franz Steer nach der 2:3 (1:0, 0:0, 1:2, 0:1)-Niederlage seiner Kufencracks am Abend bei den Roten Teufeln Bad Nauheim. Vor 2.570 Besuchern im Colonel-Knight-Stadion machten die erneut stark ersatzgeschwächten Oberbayern in kämpferischer Hinsicht ein überragendes Spiel, wurden aber kurz vor der Schlusssirene und dann in der Overtime von Taylor Carnevale, Nauheims mit Abstand bestem Spieler, zweimal eiskalt erwischt.

Doch der Reihe nach: Die Starbulls begannen die Partie in Hessen angesichts der personellen Lage (Stephan Gottwald und Benjamin Zientek kehrten zwar zurück, dafür fehlten diesmal Kim Staal verletzt und Robin Weihager aus privaten Gründen) verhalten. Aber nach kurzem Anfangsdruck der Gastgeber ergriff die Steer-Truppe - wieder nur mit drei Reihen bzw. zehn Stürmern spielend - die Initiative und nützte ihre beste Phase gleich zur Führung. Nach toller Vorarbeit von Tyler McNeely stand Norman Hauner am langen Pfosten genau richtig und löffelte die Scheibe unters Tordach (4.). Anschließend stand Rosenheim vor allem in der Defensive gut und musste erst gegen Ende des Drittels noch zwei Teufel-Chancen durch Jason Pinizzotto und Matt Beca zulassen - zu diesem Zeitpunkt saßen aber jeweils Starbulls-Spieler auf der Strafbank.

Im Mittelabschnitt bewiesen die Oberbayern großen Kampfgeist und überstanden eine längere Nauheimer Drangphase mit mehreren aussichtsreichen Gelegenheiten (Beca, Kevin Lavallee, Patrick Strauch) unbeschadet. Frederic Cloutier und die Verteidiger warfen sich aber teilweise mit allen Körperteilen in die hessischen Bemühungen. Die eigenen Offensivakzente fielen indes überschaubar aus, wobei aber Tobi Thalhammer, der genau auf Torhüter Owers Brustpanzer zielte, und Max Renner, der nach einer tollen Aktion von McNeely am halbleeren Tor vorbeischoss, beste Möglichkeiten zum wichtigen zweiten Tor ungenützt ließen.

Starbulls in Bad Nauheim

Die letzten 20 Minuten waren ein absoluter Eishockey-Krimi, der an Spannung kaum zu überbieten war: Erst netzte Beca in der 42. Minute zum durchaus verdienten Ausgleich für die Gastgeber ein, dann vergab der Ex-Grafinger Michael Dorr mehrere (!) Break-Chancen in Unterzahl leichtfertig. Das schien sich zu rächen, als Robin Hanselko in Minute 52 aus spitzem Winkel im Nachschuss zum 1:2 erfolgreich war. Doch die Wetterauer steckten nicht auf und setzten zur Schlussoffensive an. Dort nahm das Drama seinen Lauf: Torwart raus, Auszeit, Bully, Tor! Letztlich waren noch drei Sekunden auf der Uhr, als Trainer-Sohn Carnevale das umjubelte 2:2 erzielte, als er aus zentraler Position unter die Latte traf. In der anschließenden Verlängerung hatte Nauheim natürlich moralisch Oberwasser: Angetrieben von den Zuschauern war es letztlich wieder Carnevale, der kurz vor Ablauf einer (dämlichen) Strafzeit gegen Beppo Frank in der 63. Minute zum Siegtreffer einnetzte.

Während Teufel-Coach Frank Carnevale hinterher endlich einmal zufrieden war („Bis dato hatten wir jede Woche neue Wege gefunden, um Spiele zu verlieren! Heute haben wir endlich damit aufgehört!“), hatte Steer aber noch ein Lob für seine junge Truppe parat: „Wie sich mein letztes Aufgebot mit nur zwei Kontingentspielern hier verkauft hat, war aller Ehren wert!“ Das war es in der Tat – und dafür hätten sich die Starbulls auch viele Zuschauer verdient, wenn am Sonntag (18 Uhr) die Fischtown Pinguins im Kathrein-Stadion aufkreuzen.

Rubriklistenbild: © www.chuc.de

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