4:1-Erfolg gegen den EHC Freiburg

Drei Unterzahl-Tore und eine heftige Schrecksekunde

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Rosenheim - Gegen den Tabellenvorletzten standen die Starbulls in der Pflicht. Viele rechneten mit einem deutlichen Erfolg. Doch es wurde ein Spiel mit vielen Geschichten – mit einigen guten, aber leider auch einer bösen. *NEU: Video*

Vor 2.322 Besuchern im Kathrein-Stadion besiegelten die Rosenheimer Eishockeyspieler am Sonntagabend mit einem letztlich ungefährdeten 4:1 (0:0, 3:0, 1:1)-Heimsieg gegen den EHC Freiburg das erste Sechs-Punkte-Wochenende der Saison. Zwei Tage nach dem knappen 4:3-Erfolg beim ESV Kaufbeuren hatten die Grün-Weißen zwar zunächst Ladehemmung. Im hektischen Mitteldrittel und zu Beginn des Schlussabschnittes gelangen der Steer-Truppe aber drei Unterzahl-Tore binnen rund drei Minuten und damit war der Grundstein für einen letztlich verdienten Sieg gelegt.

Auch in der Tabelle wirkt sich dies positiv aus: Mit jetzt 62 Punkten sind die Starbulls bis auf einen Zähler am Sechsten Frankfurt und bis auf zwei Punkte am Fünften Bad Nauheim dran – den direkten Playoff-Einzug hat die Mannschaft also in den kommenden Wochen selbst in der Hand!

Die Gäste aus dem Breisgau hatten die Partie mutig begonnen und in den ersten zehn Minuten drei, vier richtig ordentliche Chancen. Doch auch die Starbulls hielten sich nicht zurück: Max Vollmayer, David Vallorani mit einem Pfostentreffer, Stefan Loibl und Wade MacLeod hatten allesamt die grün-weiße Führung auf der Kelle.

Video: Die Höhepunkte der Partie

Nach dem ersten Wechsel blieben die Hausherren optisch überlegen, allerdings waren die Freiburger in der Defensive nun nicht mehr ganz so konzentriert wie zuvor. Nach einem herrlichen Querpass von Vallorani verpasste Tyler McNeely das an sich sichere 1:0. Wenig später lag die Scheibe dann erstmals im Gästetor, doch da hatte der insgesamt schwache Schiedsrichter Martin Holzer etwas dagegen. Er wollte ein Torraumabseits von Vallorani gesehen haben (28.). "Das war ein korrektes Tor von Vallorani", schimpfte Trainer Franz Steer hinterher.

Drei Unterzahl-Tore in drei Minuten

Zwei Minuten später durfte der Coach dann aber endlich jubeln. Peter Lindlbauer hatte die Scheibe bei doppelter Überzahl nach toller Vorlage von CJ Stretch ins kurze Eck gesetzt (30.). Die Partie blieb in der Folge durch viele kleinliche Strafen sehr zerfahren, doch die Starbulls machten an diesem Abend weitaus mehr draus als der Gegner – und erzielten gleich drei Unterzahl-Tore binnen drei Minuten!

Erst gewann MacLeod in starker Manier das Laufduell gegen Verteidiger Alexander Brückmann, der daraufhin nur noch die Notbremse ziehen konnte. Beim folgenden Penalty zockte der Kanadier lange, ließ aber EHC-Keeper Christoph Mathis letztlich keine Abwehrchance (39.). Und nur 26 Sekunden vor der zweiten Sirene klingelte es erneut in Unterzahl, als Fabian Zick über rechts nach vorne stürmte und Simon Fischhaber mit einem Tip-In erfolgreich war – 3:0 (40.).

Das war aber noch nicht alles: Tyler McNeely stürmte gleich zu Beginn des letzten Abschnitts auf der linken Seite auf und davon und schenkte den Freiburgern noch einen "Shorthander" ein (41.). "Wir hatten uns fürs letzte Drittel eigentlich viel vorgenommen, doch haben dann gleich zu Beginn den Knockout kassiert", konstatierte Wölfe-Trainer Alexej Sulak.

Anschließend stockte allen Beteiligten der Atem: Nach einem Check des Tschechen Ondrej Svanhal gegen Gustav Veisert, bei dem das Schiedsrichter-Team keine Regelwidrigkeit sah, blieb der junge Rosenheimer benommen liegen und konnte erst nach minutenlanger Behandlung vom Eis getragen werden. Glaubt man den ersten vorsichtigen Diagnosen vom Sonntagabend, scheint der Verteidiger jedoch Glück gehabt zu haben und mit einer heftigen Gehirnerschütterung davon gekommen zu sein.

McNeely rächt den Teamkollegen

Danach war von Eishockey nicht mehr viel zu sehen. Freiburg gelang durch Marc Wittfoth zwar 67 Sekunden vor dem Ende noch der Ehrentreffer. Doch weitaus mehr Aufmerksamkeit erntete gewissermaßen die "letzte Geschichte" des Spiels: Es war eine Faustkampf-Einlage von McNeely in der Schlussminute, als er sich "Checker" Svanhal vorknöpfte, ihm eine Abreibung verpasste und damit gewissermaßen seinen verletzten Teamkollegen "rächte".

"Individuelle Fehler haben heute das Spiel entschieden", meinte Sulak weiter, der den Ausfall seines Top-Scorers Nico Linsenmaier nicht als Grund für die Pleite sah. Steer hingegen war mit dem Ergebnis zufrieden, mit der Leistung dagegen eher weniger: "Das Überzahlspiel war von beiden Teams heute nicht berauschend. Das war irgendwie kurios, es ist kein Spielfluss aufgekommen, das war ganz schwierig heute!" Ganz schwierig dürfte es für die Starbulls auch am Freitag werden, wenn es im direkten Duell gegen die Löwen Frankfurt (19.30 Uhr, Kathrein-Stadion) um den so wichtigen sechsten Tabellenplatz geht.

Das Spiel in der Statistik: 

Starbulls Rosenheim - Wölfe Freiburg 4:1 (0:0, 3:0, 1:1) 

Tore: 1:0 (30.) Peter Lindlbauer (CJ Stretch, Beppo Frank - Überzahl-Tor 2), 2:0 (39.) Wade MacLeod (Penaltyschuss - Unterzahl-Tor), 3:0 (40.) Simon Fischhaber (Fabian Zick, Max Renner - Unterzahl-Tor), 4:0 (41.) Tyler McNeely (ohne Assist - Unterzahl-Tor), 4:1 (59.) Marc Wittfoth (David Vrbata, Alexander Brückmann). 

Schiedsrichter: Martin Holzer (Garmisch-Partenkirchen). 

Strafen: Rosenheim 36 - Freiburg 44. 

Zuschauer: 2.322. 

mw

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Martin Weidner

Martin Weidner

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