Pflichtsieg gegen Heilbronner Falken

Vollmayer und Tausch retten sorglose Starbulls

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Rosenheim - Zweimal beinahe eine Drei-Tore-Führung verspielt: Die Starbulls taten sich gegen das DEL2-Schlusslicht am Abend eminent schwer, ehe der vermeintliche Pflichtsieg gegen das DEL2-Tabellenschlusslicht unter Dach und Fach war.

Ein Eishockey-Leckerbissen sieht mit Sicherheit anders aus. Vor 2.652 Zuschauern im Kathrein-Stadion quälten sich die Rosenheimer Eishockeyspieler am Freitagabend zu einem sehr mühevollen 6:4 (3:1, 1:1, 2:2)-Heimsieg gegen die Heilbronner Falken. Gegen den Tabellenletzten sahen die Grün-Weißen beim Stand von 4:1 bzw. 5:2 schon wie der sichere Sieger aus, doch durch schwaches Powerplay-Spiel, zu viele Scheibenverluste und zu wenig konsequente Verteidigungsarbeit wurde der Gegner wieder ins Spiel zurückgeholt. Die Entscheidung fiel schlussendlich erst eine Sekunde vor Schluss, als Beppo Frank - wie schon am Dienstag gegen Bad Nauheim (4:2) - aus dem eigenen Drittel ein Empty Net Goal gelang.

Mit zwei Toren und einer Vorlage zählte der Verteidiger auch zu den diesmal wenigen Lichtblicken im Rosenheimer Team. Starke Leistungen durfte man außerdem noch den Youngstern Max Vollmayer und Leopold Tausch attestieren. Dem jungen Grafinger gelang sein erster Doppelpack in der DEL2 und Tausch durfte nach einer Klasseaktion sein erstes Saisontor feiern.

"Das ist sehr erfreulich", sagte Trainer Franz Steer, dessen Mannschaft im ersten Drittel eindeutig den besten Teil des Abends ablieferte. Nach Klassepass von Tyler McNeely überwand Vollmayer Gästetorhüter Eric Hartzell zunächst mit etwas Glück durch die Beine zum 1:0 (5.). Drei Minuten später legte Frank mit einem Schlagschuss im Powerplay das zweite Tor nach. Dem Amerikaner im Falken-Gehäuse war da die Sicht verdeckt (9.).

Anschließend traf Wade MacLeod die Latte, ehe sich in der letzten Minute vor der Sirene die Ereignisse noch einmal überschlugen: Adam Brace brachte die Unterländer zunächst wieder heran, wobei es sich dabei eher um ein halbes Eigentor von Peter Lindlbauer handelte. Doch eine Sekunde vor Ablauf der Spielzeit stellte Rosenheim die Zwei-Tore-Führung wieder her. MacLeod netzte aus kurzer Distanz ein, nachdem Heilbronn die Scheibe mehrmals nicht aus der Gefahrenzone brachte.

Im Mitteldrittel legte sich Tausch nach einem Fehler von Thomas Gödtel die Scheibe auf einer Seite an einem Verteidiger vorbei, stürmte auf der anderen Seite vorbei und erzielte rasch das 4:1 (24.). Die Messe schien hier bereits gelesen, doch dann ließ sich die Steer-Truppe vom Gegner mehr und mehr "einlullen". Lindlbauer traf zwar noch den Pfosten, doch die Strafe für die aufkommende Passivität gab es in Minute 39, als Richard Gelke nach einem Pass aus der Ecke im Slot viel zu frei war und zum 4:2 ins lange Eck traf.

Rosenheim, das bereits im ersten Drittel eine lange Fünf-gegen-Drei-Überzahl ungenützt hatte verstreichen lassen, schien aber zunächst trotzdem in den letzten 20 Minuten Herr der Lage zu sein. Vollmayer stellte in der 53. Minute gar auf 5:2, doch weil die Starbulls die Partie anschließend locker ausklingen lassen wollten, waren die Falken durch zwei schöne Tore von Joseph Lewis (55.) und Brad Schell (56.) binnen 73 Sekunden wieder voll im Geschäft.

Steer, der im letzten Drittel auf den grippegeschwächten Micky Rohner verzichten musste, nahm eine Auszeit - und seine Mannschaft besann sich im Finish - zum Glück - wieder auf das Wesentliche. Obwohl CJ Stretch noch eine strittige Strafzeit kassierte und Heilbronn den Torhüter vom Eis holte, hielt die Starbulls-Abwehr dem Druck nun stand, ehe Frank seine Farben mit dem "Empty Net Goal" erlöste.

"Ab dem zweiten Drittel bin ich zufrieden mit meinem Team. Wenn wir vorher nicht so viele leichte Fehler gemacht hätten, wäre hier mehr drin gewesen", konstatierte Heilbronns Coach Manfred Wolf. Steers Freude hielt sich in Grenzen: "Das erste Drittel haben wir ganz gut gespielt. Allerdings war unser Überzahlspiel viel zu statisch und nach dem 4:1 haben wir viel zu viele Scheiben verloren und das Mitteldrittel schlecht verteidigt." Das Fazit fiel deswegen deutlich aus: "Taktisch war das nicht gut heute! Deswegen ist es nochmal eng geworden!" Eine klare Steigerung wird von Nöten sein, wenn die Starbulls am Sonntag (17 Uhr, Olympiastadion) im Derby beim SC Riessersee bestehen wollen. Am Fuße der Zugspitze wollen die Rosenheimer den Weihnachts- und Neujahrs-Marathon mit zehn Spielen binnen 24 Tagen nach Möglichkeit mit einem Dreier abschließen.

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim - Heilbronner Falken 6:4 (3:1, 1:1, 2:2)

Tore: 1:0 (6.) Max Vollmayer (Tyler McNeely, Tobias Thalhammer), 2:0 (9.) Beppo Frank (Wade MacLeod, CJ Stretch - Überzahl-Tor), 2:1 (20.) Adam Brace (Brad Schell, Maximilian Faber), 3:1 (20.) Wade MacLeod (Dominik Daxlberger, Peter Lindlbauer), 4:1 (24.) Leopold Tausch (Beppo Frank, Peter Lindlbauer), 4:2 (39.) Richard Gelke (Markus Eberhardt, David Hajek), 5:2 (53.) Max Vollmayer (Tyler McNeely, Max Renner), 5:3 (55.) Joseph Lewis (Marvin Krüger, Eric Hartzell), 5:4 (56.) Brad Schell (Adam Brace, Maximilian Faber), 6:4 (60.) Beppo Frank (ohne Assist - Unterzahl-Tor, ENG).

Schiedsrichter: Elvis Melia (Grefrath) und Lasse Kopitz (Iserlohn).

Strafen: Rosenheim 4 - Heilbronn 10.

Zuschauer: 2.652.

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