Mühevoller Sieg gegen Weißwasser

"Dreckig" näher an Platz sechs herangerückt

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Rosenheim - Wer Sechster werden will und noch direkt die Playoffs erreichen will, muss solche Spiele zwingend gewinnen, wie es die Starbulls am Abend gemacht haben. *NEU: Videos*

Dieser Satz mag wie eine abgedroschene Phrase klingen, doch schön war es gewiss nicht, wie sich die Rosenheimer Eishockeyspieler einen "dreckigen" und zugleich eminent wichtigen 3:1 (2:0, 0:1, 1:0)-Erfolg gegen die zuletzt sehr auswärtsstarken Lausitzer Füchse erkämpften. Doch danach fragt hinterher kaum mehr einer, wenn man dadurch in der DEL2-Tabelle den Rückstand auf den "neuen" Sechsten Ravensburg auf drei Zähler verringern konnte.

Bis auf drei Powerplay-Tore und eine fehlerlose Leistung von Timo Herden zwischen den Holmen gab es diesmal jedoch nicht allzu viel, woran sich die 2.252 Besucher im städtischen Eisstadion erfreuen bzw. erwärmen konnten. Nur gut, dass der Vortrag der Gäste von der polnischen Grenze auch ziemlich bieder ausfiel. Denn wenn Weißwasser offensiv effizienter gewesen wäre, hätte dieses Match gewiss ein anderes Ende genommen.

Ausfälle bei den Starbulls

Ohne Gustav Veisert, Christian Neuert, Florian Gaschke und Andrej Strahkov taten sich die Grün-Weißen bereits im ersten Abschnitt ausgesprochen schwer. Weißwasser war bei gleicher Spielerzahl stets die bessere Mannschaft, zumal Rosenheim leichtfertig Scheiben verlor und die Gelb-Blauen oft mit Tempo in die eigene Zone kommen ließ. Bereits nach zwei Minuten hatte Thomas Götz im Slot die Führung für die Gäste aus dem Schläger. Auch Darren Haydar und Dennis Swinnen prüften anschließend Herden, ehe eigentlich die erste nennenswerte Aktion zur grün-weißen Führung führte. Nach einem Schuss aus spitzem Winkel wusste Füchse-Keeper Joe Fallon kurzzeitig nicht, wo die Scheibe lag. Wade MacLeod sagte artig "Danke" und staubte aus kurzer Entfernung ab - 1:0 (9.).

Auf der Gegenseite vergab Roberto Geiseler eine Drei-auf-Eins-Situation in aussichtsreichster Position, ehe Stretch zweimal im Mittelpunkt stand. Einen ersten Alleingang versemmelte der Amerikaner jedoch genauso wie einen berechtigten Penalty genau 90 Sekunden vor der ersten Sirene. Sieben Sekunden vor Drittelende klingelte es aber dennoch ein zweites Mal, als Tyler McNeely im Powerplay rechts neben dem Kasten lauerte und die Scheibe versenkte (20.).

Video: Die Höhepunkte der Partie

Nach Wiederbeginn dauerte es jedoch keine halbe Minute, dann waren die Gelb-Blauen im Spiel zurück, als Neuzugang Milan Kostourek, der erst am Spieltag seine Spielberechtigung erhalten hatte, den Puck zum Anschlusstreffer in die Maschen setzte (21.).. Die Partie war auch in der Folge wahrlich kein Leckerbissen. Schiri Vogl verteilte nun eifrig Strafen gegen Rosenheim und Weißwasser hatte in Überzahl einige ansehnliche Gelegenheiten.

Doch beim klarsten Foul von Max Renner an Felix Linden fehlte dem Münchner Referee - wieder einmal - der Durchblick. Anstatt den Rosenheimer Verteidiger nach einem heftigen Bandencheck mindestens mit einer Spieldauerstrafe in die Kabine zu schicken, sah Vogl trotz des verletzungsbedingten Ausscheidens von Linden keine Regelwidrigkeit und beließ den Sünder auf dem Eis. Als Rosenheim kurz darauf dennoch wieder in Unterzahl spielte, hätte MacLeod eigentlich auf 3:1 stellen müssen, doch bei einem Break ließ sich Fallon nicht überlisten. Im Gegenzug war es Jens Heyer, der gleich zweimal frei vor Herden den an sich sicheren Ausgleich nicht markieren konnte.

"Schiri zu sehr ins Spiel involviert!"

Im Schlussabschnitt verpasste Kostourek in bester Schussposition um Zentimeter den Ausgleich - Gott sei Dank stand die Abwehr der Starbulls nun etwas besser und ließ nicht mehr so viel zu. Und in der 48. Minute war dann die Vorentscheidung fällig, als Stretch kühlen Kopf behielt und einschoss, nachdem Vogl gleich zwei Füchse gleichzeitig in die Kühlbox geschickt hatte. Die Sachsen waren nicht nur deshalb stinksauer auf den Unparteiischen. "Ich bin frustriert. Meine Jungs haben hart gearbeitet. Leider hat dann der Schiedsrichter zu sehr ins Spiel eingegriffen und sich in viele Diskussionen verstrickt", meinte Weißwassers Coach Paul Gardner. "Aber wir müssen das schnell abhaken und Sonntag weitermachen", blickte der Kanadier gleich wieder voraus.

Kollege Franz Steer wirkte dagegen ziemlich bedient: "Wir sind schon schwer ins Spiel reingekommen. Das war kein Fore- und kein Back-Checking. Das war inkonsequent. Timo hat zum Glück ein starkes Spiel gemacht und uns vor einem Rückstand bewahrt!" Vor allem in der zweiten Pause richtete der Coach dann eindeutige Worte an seine Spieler: "Ich habe ihnen gesagt: Wir machen jetzt nur noch das und das. Dann haben wir wenigstens weniger Chancen zugelassen. Das war gewiss kein gutes Spiel, aber wir haben es gewonnen. Das ist das Wichtigste!"

Video: Die Stimmen der Trainer

Das Spiel in der Statistik: 

Starbulls Rosenheim - Lausitzer Füchse 3:1 (2:0, 0:1, 1:0) 

Tore: 1:0 (9.) Wade MacLeod (Beppo Frank, Stefan Loibl - Überzahl-Tor), 2:0 (20.) Tyler McNeely (Michael Rohner, Manuel Edfelder - Überzahl-Tor), 2:1 (21.) Milan Kostourek (Darren Haydar, Thomas Götz), 3:1 (48.) CJ Stretch (Wade MacLeod, Peter Lindlbauer - Überzahl-Tor 2). 

Schiedsrichter: Stefan Vogl (München). 

Strafen: Rosenheim 18 - Weißwasser 20. 

Zuschauer: 2.252. 

mw

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Martin Weidner

Martin Weidner

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