Steelers stehen vor Halbfinal-Einzug

Starker Starbulls-Zwischenspurt war zu wenig

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Rosenheim - Drei "Matchpucks" für die Bietigheim Steelers! Nach einer deutlichen "Abreibung" in eigener Halle stehen die Starbulls Rosenheim vor dem Saisonaus. Es wäre jedoch mehr möglich gewesen! *NEU: Fotos & Videos*

Vor 3.530 Besuchern im Emilo-Eisstadion unterlagen die Rosenheimer Eishockeyspieler am Freitagabend letztlich deutlich mit 3:7 (1:3, 2:2, 0:2) im vierten Playoff-Viertelfinale gegen die Bietigheim Steelers und stehen damit mit dem Rücken zur Wand. Die Württemberger sind in der Best of Seven-Serie damit nämlich mit 3:1 in Front gegangen und können bereits am Sonntag in eigener Halle den Einzug ins Halbfinale perfekt machen. 

Dass es so weit kam, hatten sich die Starbulls mehr oder minder selbst zuzuschreiben: Zwar zauberten die Hausherren beim Stand von 1:4 einen starken Zwischenspurt aufs Eis und waren nach zwei schnellen Toren mehrmals dem 4:4-Ausgleich sehr nahe, doch ärgerliche Gegentore jeweils in der letzten Minute des ersten und zweiten Drittels sowie inkonsequentes Defensivverhalten sorgten letztlich für die klare Niederlage.

Video: Die Highlights der Partie

Bietigheim begann die Partie tonangebend und hatte durch Matt McKnight eine erste Chance, ehe sich die Rosenheimer, die wieder auf Tyler McNeely zurückgreifen konnten, frei spielten und direkt nach Ablauf einer Strafzeit gegen die Steelers in Führung gingen. Über McNeely kam die Scheibe zu Micky Rohner, der von der blauen Linie sofort abzog. Stefan Loibl hielt die Schlägerspitze rein, 1:0 für die Starbulls (8.)! Sekunden später hätte Leo Tausch das zweite Rosenheimer Tor machen können, doch danach präsentierte sich der Hauptrunden-Champion wieder gewohnt abgezockt.

In der 12. Minute nutzte Dominik Auger die Inkonsequenz der Rosenheimer Defensive, fuhr von der Bande die blaue Linie entlang nach innen und zog zentral ab. Rosenheims Torwart Timo Herden hatte freie Sicht, die Scheibe schlug aber halbhoch neben dem rechten Pfosten zum zum 1:1 ein. Fünf Minuten später verfing sich ein von Justin Kelly abgegebener Schuss im Getümmel vor dem Rosenheimer Tor und der von hinten heranrauschende Auger nahm die auf dem Eis tanzende Scheibe mit vollem Risiko und versenkte sie unhaltbar in den Maschen des Rosenheimer Tores – 1:2 (17.). Zwölf Sekunden vor der ersten Pausensirene dann die nächste kalte Dusche für die Starbulls, denn die Gäste trafen – ähnlich wie bei der Führung die Gastgeber – unmittelbar nach einem abgelaufenen Überzahlspiel. Der Ex-Rosenheimer Shawn Weller nutzte ein Tohuwabohu vor dem Tor und staubte zum 1:3 ab (20.).

Partie scheint nach 1:4 entschieden

Im gleichen Takt ging es nach der Pause zunächst weiter. Souveräne Steelers gewannen die Mehrzahl der Anspiele, bauten geduldig auf, warteten auf sich ergebende Lücken in der Rosenheimer Deckung und schlugen gnadenlos zu. Kelly spielte exakt auf Marcus Sommerfeld und der zielte aus fünf Metern millimetergenau ins kurze Eck, bevor es Torwart Herden mit dem Schoner zumachen konnte – 1:4 (24.).

Aber die Starbulls zeigten eine Reaktion – und was für eine. Der eigentlich in die ungefährliche Außenposition abgedrängte Wade MacLeod zog vom linken Bullypunkt ab, dabei zerbrach sein Schläger, aber die Scheibe schlug durch die "Hosenträger" von Steelers-Keeper Martinovic zum 2:4 ein (25.). Und nur 114 Sekunden später stand es 3:4: Mondo Hilger legte nach einem abgefangenen Angriffsversuch der Steelers perfekt quer auf Christoph Gottwald, der frei vor Martinovic verwandelte (26.). Es war das erste Tor in der DEL2 des jungen Rosenheimer Verteidigers.

Starbulls vs. Bietigheim (Spiel 4)

Starker Zwischenspurt

Nun war auch das Publikum wieder der berühmte "siebte Mann". Die Steelers nahmen eine Auszeit, doch das brachte zunächst nicht viel. Die Starbulls waren mehrmals ganz nah am Ausgleich dran! MacLeod, CJ Stretch oder Rohner hätten es richten können, ehe Adam Borzecki mit einem kuriosen Tor für die Vorentscheidung sorgte. Der Steelers-Verteidiger brachte die Scheibe schräg von der Bande Richtung Tor und von Rohners Hose abgefälscht landete diese 31 Sekunden vor der Sirene in den Starbulls-Maschen!

Gästecoach Kevin Gaudet sah in dieser Szene den Schlüssel zum Sieg: "Wir hatten vorher viel Glück, dass die Rosenheimer nicht das 4:4 erzielten. Und dann war das Momentum, das in solchen Playoff-Spielen so wichtig ist, wieder auf unserer Seite". Und tatsächlich lief zu Beginn des letzten Spielabschnitts wieder alles zugunsten der Gäste. Während die Rosenheimer Angriffe verpufften, vollendete Jason Pinizzotto einen mit Scheibenglück eingeleiteten Steelers-Angriff zum 3:6 (44.). Und drei Minuten später versenkte Pinizzotto in Überzahl ein Zuspiel von Sommerfeld frei vor Herden unhaltbar unter die Latte zum 3:7. Damit war die Partie endgültig entschieden.

Video: Die Stimmen der Trainer

 

Die Starbulls lieferten im Finish aber bei einigen hochkarätigen Torchancen noch mehrfach den Beweis, dass ihnen an diesem Abende nicht das Glück am Schläger klebte. Zufrieden war Trainer Franz Steer jedoch nicht: "Wir haben nach dem 1:0 wieder Stellungsfehler gemacht, waren zu weit weg vom Mann und einige Spieler waren auch geistig nicht auf der Höhe." Dennoch sah auch einen starken Zwischenspurt seiner Spieler: "Dann sind wir zwar auf 4:3 rangekommen und hatten mehrfach Chancen zum 4:4. Doch das 3:5 war dann natürlich der Genickbruch!" Um das Saisonaus zu verhindern, müssen die Starbulls das fünfte Spiel am Sonntag (17 Uhr, EgeTrans-Arena) in Bietigheim zwingend gewinnen.

Das Spiel in der Statistik:

Starbulls Rosenheim - Bietigheim Steelers 3:7 (1:3, 2:2, 0:2)

Tore: 1:0 (8.) Stefan Loibl (Michael Rohner, David Vallorani), 1:1 (12.) Dominic Auger (Justin Kelly, Shawn Weller), 1:2 (17.) Dominic Auger (Justin Kelly, Shawn Weller), 1:3 (20.) Shawn Weller (Justin Kelly, PJ Fenton), 1:4 (24.) Marcus Sommerfeld (Justin Kelly, Shawn Weller), 2:4 (25.) Wade MacLeod (Dominik Daxlberger), 3:4 (26.) Christoph Gottwald (Mondo Hilger, Andrej Strahkov), 3:5 (40.) Adam Borzecki (Matt McKnight, Shawn Weller), 3:6 (44.) Jason Pinizzotto (Matt McKnight, Max Prommersberger), 3:7 (47.) Jason Pinizzotto (Marcus Sommerfeld, Robin Just - Überzahl-Tor).

Schiedsrichter: Carsten Lenhart (Kassel) und Felix Winnekens (Berlin).

Strafen: Rosenheim 6 - Bietigheim 4.

Zuschauer: 3.530.

mw/Starbulls

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Martin Weidner

Martin Weidner

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