Die Freude im Starbulls-Lager ist riesengroß: Nach harter Arbeit gegen Kaufbeuren und Schwenningen wurde der Einzug ins Finale geschafft und dort kommt es zum Duell mit dem Erzrivalen EV Landshut.
Doch sind die Rollen trotz der fünf Cannibals-Siege in dieser Saison wirklich so klar verteilt, wie es auf den ersten Blick scheinen mag? Wir haben die beiden Mannschaften miteinander verglichen:
Torhüter:
Norm Maracle hat in den Serien gegen Kaufbeuren und Schwenningen bewiesen, dass in den entscheidenden Momenten auf ihn Verlass ist. Der kanadische Startorhüter leistete sich gegen den ESVK und den SERC insgesamt nur zwei Fehler, die zu Gegentoren führten. Einen dritten Patzer bügelte Beppo Frank am Sonntag mit einer "Parade" auf der Torlinie aus. Ansonsten glänzte "The Wall" mit zahlreichen Klassesaves und bewahrte seine Mannschaft einige Male in brenzligen Situationen vor Gegentoren.
Tendenz: Wenn Maracle seine Form halten kann, sind die Starbulls auf dieser Position vielleicht leicht im Vorteil. Zudem bleibt abzuwarten, wie Vogl mit der hitzigen Atmosphäre im Kathrein-Stadion, die ihm dort sicher wieder entgegen schlagen wird, umgeht.
Abwehr:
Die Starbulls haben im Verlauf des Viertel- und Halbfinales bewiesen, dass sie auch Ausfälle in diesem Mannschaftsteil ganz gut wegstecken können. Als Peter Kathan bzw. Beppo Frank gesperrt passen mussten, sprang Max Renner genauso in die Bresche wie nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Niko Senger, für den die Saison nach einer Schultereckgelenkssprengung beendet ist, in Spiel fünf in Schwenningen. Ryan Gaucher hat sich unterdessen zum Top-Verteidiger der Grün-Weißen entwickelt. In insgesamt 12 Play Off-Einsätzen gelangen dem Kanadier 12 Punkte, davon vier Tore und acht Assists. Er führt damit die Verteidigerwertung vor Dominic Auger an, der dreimal traf und sechs Vorlagen gab.
Landshut ist auf dieser Position aber sehr ausgeglichen besetzt. Mit Andreas Geipel, Heiko Smazal, Kevin Kapstad und Kapitän Kamil Toupal stehen erfahrene Kräfte zur Verfügung. Überraschend ist lediglich, dass nicht der Amerikaner Kapstad (37 Punkte in der regulären Saison) und Urgestein Toupal (34) die Play Off-Verteidigerwertung bei den Cannibals anführen, sondern Geipel und der junge Steve Hanusch (jeweils sechs Punkte). Toupal hatte zuletzt allerdings mit einer Fingerverletzung zu kämpfen. Sein Einsatz gilt als noch nicht ganz sicher.
Sturm:
Bei den Rosenheimern läuft im Angriff derzeit alles bei Patrick Asselin, Corey Quirk und Mitch Stephens zusammen. Asselin (10 Tore, 9 Assists) und Quirk (7/12) führen die Scorerwertung auf den Plätzen eins und zwei an, Stephens (6/8) liegt auf Rang vier. Andrej Strahkov (acht Punkte) hat zwar zuletzt ebenfalls sehr positiv auf sich aufmerksam gemacht, doch in puncto Torgefährlichkeit fehlt es den Grün-Weißen etwas an der Breite. Rechnet man dann noch einen möglichen Ausfall des Kanadiers Asselin (Schulterverletzung) hinzu, könnte es für die Starbulls eng werden, die nötigen Treffer zu erzielen.
Landshut kann dagegen auf drei torgefährliche Reihen bauen. Die "Tschechen-Connection" mit Frantisek Mrazek, Martin Davidek und Jaroslav Kracik spielt technisch sehr versiert, dazu kommen mit Billy Trew, Markus Welz, Peter Abstreiter oder auch Cody Thornton erfahrene Spieler, die jeder ersten Reihe gut zu Gesicht stünden und die genau wissen, auf was es in den Play Offs ankommt. Zudem haben die Cannibals auch noch einige sehr talentierte junge Spieler in der Hinterhand. Top-Scorer bei den Cannibals im bisherigen Play Off-Verlauf ist übrigens der Deutsch-Kanadier Trew, der in acht Spielen auf 16 Punkte (7 Tore/9 Assists) kam.
Tendenz: Asselin und Quirk waren in den Play Offs an fast 50 Prozent der SBR-Treffer beteiligt. Die Cannibals haben drei torgefährliche Reihen. Sollte Asselin wirklich ausfallen, liegt der Vorteil in diesem Mannschaftsteil auf Landshuter Seite. Ansonsten ist es wieder eine enge Kiste.
Special Teams:
Rosenheim hat mit fast 20 Prozent (19,70 Prozent) das drittbeste Überzahlspiel der Liga und in 66 Situationen bereits 13 Mal getroffen. Landshuts 14 Powerplay-Tore bilden zusammen mit Ravensburg (ebenfalls 14) den Top-Wert der Liga. Im Penalty-Killing sind die Starbulls ganz stark: Fast 90 Prozent ihrer Unterzahlsituationen stand die Steer-Truppe schadlos (89,71 Prozent) und hat dabei auch schon zwei "Shorthander" geschafft (Mitch Stephens in Schwenningen, Fabian Zick in Kaufbeuren). Die Landshuter Quote in Unterzahl (85,71 Prozent) ist da ein wenig schlechter.
Tendenz: Ganz wichtig wird für die Starbulls sein, dass sie ihr Überzahlspiel zum Laufen bekommen. Dann könnte das Spiel der "Special Teams" zugunsten der Grün-Weißen ausfallen.
Fazit:
Landshut ist vor dem Start der Serie klar in der Favoritenposition. Das sieht auch Starbulls-Coach Franz Steer so: "Wir sind klarer Außenseiter!" Dass Steer den Ball bewusst flach hält - die Starbulls können im Finale ohnehin nur gewinnen - hat auch Gründe: Zum einen hat Landshut den Heimvorteil auf seiner Seite - und der ist nicht zu unterschätzen, zumal Rosenheim nur zwei seiner letzten 15 Auftritte am Gutenbergweg mit einem Sieg abschließen konnte.
Die Starbulls dagegen wissen genau, was es heißt, Play-Off-Hockey zu spielen. Zudem hat die Mannschaft einen unbändigen Willen und einen überragenden Charakter, mit der die Truppe mit Sicherheit den einen oder anderen Nachteil ausgleichen kann. Die Jungs werden in jedem Fall alles geben, denn nichts würde die Rosenheimer Fans mehr freuen, als ein Titelgewinn gegen den Erzrivalen...
mw/rosenheim24


© eraffeSebastian Vogl hat sich in Rosenheim den Status des "Buhmann" erarbeitet.













































































































© eraffeSpielt Patrick Asselin oder spielt er nicht?














