Ärger wegen Mängeln an Waldkraiburger Eisstadion

Pötzsch: Stadt hat bereits in Stadionerhalt "reingebuttert"

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Waldkraiburg - Zuletzt war der Aufstieg des EHC in die Oberliga Süd auf Grund von baulichen Mängeln des Eisstadions gescheitert. Im Zuge dessen wurden Zweifel laut, ob die Stadt dabei genügend Unterstützung leistete.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Trotz seines Meistertitels kann der EHC nicht in die Oberliga Süd aufsteigen.
  • Der Grund ist, dass die Bande hinter den Toren im Eisstadion nicht den Anforderungen des DEB entspricht.
  • Die Stadt verwehrt sich gegen den Vorwurf, nicht genug Geld dafür bereitzustellen. Die finanzielle Lage ist grundsätzlich in Waldkraiburg angespannt.
  • Bürgermeister Pötzsch wies bei der Bürgerversammlung am Montag darauf hin, dass die Stadt durch die Finanzierung der Sanierung des Kellers des Stadions den Titelgewinn überhaupt erst möglich gemacht habe.

Die gesamte Hintergrundgeschichte:

Es lief super für den EHC in dieser Saison, Anfang des Monats wurde die Mannschaft von Trainer Rainer Zerwesz Bayerischer Meister der Saison 2015/ 2016. Alleine mit einem Aufstieg in die Oberliga Süd wurde es nichts, denn die Eissporthalle entspricht nicht den Statuten des Deutschen Eishockeybundes, in dessen Zuständigkeit die Oberliga fällt.

Bande entspricht nicht den Anforderungen 

Denn der DEB fordert aus Sicherheitsgründen, dass "in den Endzonen (hinter den Torlinien) und von der Torlinie 4 Meter in Richtung neutrale Zone" eine Plexiglaswand "in Höhe von 160 cm bis 200 cm auf die Bande aufgebaut" werden und zusätzlich Fangnetze angebracht sein müssen.

Die im Eisstadion vorhandene Bande ist jedoch mehr als 30 Jahre alt und entspricht diesen Anforderungen nicht. Wie die Waldkraiburger Nachrichten schreiben, war man sich schon im Januar bewusst, dass der Austausch der Banden schwierig wird. Denn er würde mit mehr als 70.000 Euro zu Buche schlagen, was angesichts der finanziell angespannten Lage der Stadt kompliziert heikel ist. Im Gespräch mit der Zeitung hatte Vereinspräsident Wolfgang Klose erklärt, man sei in Gesprächen mit Sponsoren und den Stadtwerken über eine Finanzierung der neuen Bande.

Viel Wirbel in der letzten Zeit

Für Wirbel sorgte dann in der vergangenen Woche ein Bericht des Bayerischen Rundfunks, laut dem sich die Vorstandschaft bereits gegen den Aufstieg entschieden habe.

In einer Pressemitteilung verwehrte sich der EHC-Vorstand gegen diese Darstellung. Das Interview mit dem ersten Vorstand sei "zusammengeschnitten und die Sätze aus dem Zusammenhang gerissen" worden, "so dass ein völlig falsches Bild entstand."

Man habe noch am Sonntag, den 17. 04., nach dem Saisonabschlussfest, Telefonate mit dem BEV und einem Vertreter der Oberliga geführt. Entschieden sei zu diesem Zeitpunkt immer noch nichts gewesen. Erst nach diesen Gesprächen sei die Entscheidung gegen einen Aufstieg gefallen. Zum Zeitpunkt des Gesprächs mit dem BR konnte deshalb noch keine Aussage getroffen werden, ob aufgestiegen wird oder nicht.

Gleichzeitig sorgte eine Aussage von Annemarie Deschler (CSU) im Stadtentwicklungsausschuss und die anschließende Diskussion für Wirbel. Deschler beklagte, der Triumph der Mannschaft sei von der Gemeinde nicht ausreichend öffentlich gewürdigt worden. „Die Jungs waren die ganze Saison Botschafter von Waldkraiburg“, so Deschler.„Die Medien haben ihre Leistung toll gewürdigt, von der Stadt kam nix!“ Die Kommentare anderer Stadträte dazu sorgten bei unseren Lesern für einigen Unmut. 

Bereits Leistungen der Stadt für das Eisstadion

Auf der Bürgerversammlung am Dienstag nun äußerte sich Bürgermeister Robert Pötzsch zu dem Thema. Nach seiner Meinung habe sich die Stadt bereits massiv für den EHC engagiert.  Bei der Sanierung des Kellergeschosses seien einige hunderttausend Euro „reingebuttert“ worden. "Das war eine Eigenleistung und nicht nach Außen vergeben", so der Bürgermeister. Neben der Stadt brachten auch die im Kellergeschoss beheimateten Vereine große finanzielle Leistungen und halfen bei den Arbeiten. 

Der Keller des Eisstadions wird derzeit aufwendig saniert. Eine brandschutztechnische Überprüfung hatte zuvor ergeben, dass die Decke nicht die notwendige Brandwiderstandsdauer von 90 Minuten besaß. Daher musste alles ausgeräumt und aufwendig saniert werden. „Baurechtlich hat kein Weg daran vorbeigeführt“, gab ein Vertreter der Stadtwerke zu bedenken. Eine neue Decke sei bereits eingebracht, gleichzeitig würden aber noch Elektrik und Lüftung auf Vordermann gebracht. „Es hätte heuer keine Meisterschaft gegeben, wenn nicht so saniert worden wäre“, mahnte Pötzsch. "Wir wollen das Beste für alle herausholen.", beteuerte er.

Aus dem Archiv:

Finalspiel des EHC Waldkraiburg am Samstag

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