Der "Boss" kehrt in die DFB-Elf zurück

Boateng verteidigt Götze - Kritik an TV-Experte Lehmann

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Jerome Boateng kehrt im Spiel gegen Tschechien zurück in die DFB-Elf.

Hamburg - Jerome Boateng kehrt gegen Tschechien zurück in die DFB-Elf. Jetzt äußerte er sich zu seiner Rolle im Team und der fehlenden Entschlossenheit in der Offensive.

Jerome Boateng ist zurück in der deutschen Nationalmannschaft. Im WM-Qualifikationsspiel gegen Tschechien am Samstag wird der 28-Jährige nach überstandenem Muskelbündelriss zum ersten Mal seit der EM wieder auf dem Platz stehen. Im Interview mit der Bild äußerte sich Boateng jetzt zu seiner Rolle als Führungsspieler ohne Kapitänsbinde, die Offensiv-Probleme der DFB-Elf und die Situation beim FC Bayern.

Boateng ist zurück und bleibt "Boss"

Nach dem Abschied von Bastian Schweinsteiger gab es mehrere Kandidaten, die dafür in Frage kamen, das Kapitänsamt vom "emotional Leader" zu übernehmen. Jermoe Boateng war einer von ihnen und bewarb sich Anfang August auch indirekt um die Binde. Am Ende wählte Jogi Löw Manuel Neuer als neuen Kapitän. Der Bild-Zeitung verriet Boateng jetzt, dass er nicht enttäuscht sei. Er habe nur gesagt, dass es eine Ehre wäre und er bereit für das Amt gewesen wäre. "Aber ich habe nie gesagt, ich muss Kapitän werden" erzählte er. "Manuel wird ein super Kapitän sein und für mich ändert sich nichts auf dem Platz, ich brauche die Binde nicht, um meine Leistung zu bringen." Boateng sagte weiter, dass es immer mehrere Führungsspieler auf dem Platz gegeben habe. Boateng bleibt also zumindest ein "Boss".

Mehr Entschlossenheit vor dem Tor, Bitte!

Im Spiel gegen Tschechien hofft Boateng vor allem auf mehr Entschlossenheit vor dem Tor. Tschechien sei der stärkste Gruppengegner in der WM-Qualifikation und nicht zu unterschätzen. Dennoch wolle das DFB-Team in Hamburg überzeugen und für Gefahr vor dem gegnerischen Tor sorgen. Jogi Löw hatte die Chancenverwertung seiner Mannschaft zuvor als Schwachstelle ausgemacht. Boateng dazu: "Die Offensivspieler machen das ja nicht mit Absicht. Da fehlt vielleicht manchmal ein bisschen die Kaltschnäuzigkeit und die letzte Entschlossenheit." Wichtig für Boateng als Abwehrspieler sei neben Toren vorne aber natürlich auch, dass hinten die Null stehe.

Boateng: Götze ein "super Spieler"

Der Ausfall von Stürmer Mario Gomez schwächt die angeschlagene Offensive noch weiter. Gegen Tschechien wird wohl wieder Maro Götze als Stürmer auf dem Platz stehen, der zuletzt vom TV-Experten Jens Lehmann heftig kritisiert worden war. Dazu sagte Boateng im Interview mit der Bild, dass Kritik zwar dazugehöre, aber er sich mehr Sachlichkeit wünsche. Gerade von Lehmann, der früher selbst Spieler war und das Geschäft kenne. Er glaube nicht, "dass Herr Lehmann immer überragend gespielt oder nie einen Fehler gemacht hat." Überhaupt habe Mario Götze nicht schlecht gespielt. Götze investiere sehr viel in ein Spiel und biete sich stets an. Ihm habe auch bei der WM letztlich oft nur "das letzte Quäntchen oder auch Glück gefehlt". Dennoch sei Götze ein sehr guter Spieler, der jetzt auch Spielpraxis brauche, um wieder in einen "Rhythmus zu kommen".

Keine Panik beim FC Bayern

Ähnlich schätzt Boateng die Lage beim FC Bayern ein. Nachdem der Rekordmeister in den letzten Spielen geschwächelt hatte, meinte Boateng: "Es passiert jeder Mannschaft, dass man mal Spiele nicht gewinnt. Auch bei Real, Barcelona oder ManCity." Die Mannschaft müsse sich in der jungen Saison noch finden, sich an den neuen Trainer und die neue Spielweise gewöhnen. "Das geht eben nicht von heute auf morgen", sagte Boateng. Hier tritt der "Boss" also auf die Bremse. 

Hilfreich für den FC Bayern könnte auch sein, dass im Spiel gegen Tschechien das neue FCB Abwehr-Duo aus Jerome Boateng und Mats Hummels nebeneinander spielen wird. Das kam bislang bei den Münchnern noch nie zustande. Vielleicht bekommt so nicht nur Mario Götze seine Spielpraxis in der Nationalmannschaft, sondern auch die Abwehr des FC Bayern kann sich für Liga und Champions-League zusammenspielen.

rs

Zurück zur Übersicht: Fußball

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser