Rekordmeister bleibt entspannt

Bayern-Dämpfer gegen Köln: "Weit von einem Problem entfernt"

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München - Der FC Bayern muss auch in der Bundesliga den ersten Dämpfer hinnehmen. Beim Wiesn-Besuch war die Stimmung nach dem 1:1 gegen Köln aber schon wieder besser.

Carlo Ancelotti schlenderte in bayerischer Tracht mit einem Lächeln und seiner Ehefrau Mariann an der Hand in Richtung Käfers Wiesn-Schänke. Weder das schlechte Wetter, noch das magere 1:1 (1:0) gegen den 1. FC Köln trübte beim Trainer von Bayern München die Freude auf den Oktoberfest-Besuch des Rekordmeisters. "Prost!", schrieb Ancelotti bei Facebook über ein Foto, das ihn entspannt mit einer Mass Bier im Zelt zeigte.

Auch bei seinen Stars war die Stimmung beim traditionellen Wiesn-Ausflug mit den Familien schon wieder deutlich besser. "Wir haben eine kleine Enttäuschung erlebt, aber Leverkusen hat das erträglicher gemacht. So ein Tag ist gut, um mit der Truppe Gaudi zu haben", sagte Thomas Müller und konnte schon wieder lachen.

Trainer Carlo Ancelotti (l.) mit dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge auf der Wiesn.

Dabei haben sich die erfolgsverwöhnten Münchner nach dem 0:1 in der Champions League bei Atlético Madrid unter Ancelotti die erste kleinere Schaffenskrise genommen. "Wir waren die letzten zwei Spiele nicht so gut. Natürlich sind wir enttäuscht", sagte der Italiener am Samstag, fügte aber gewohnt gelassen an: "Wir müssen uns keine Sorgen machen." Man dürfe "nicht vergessen, was wir zu Beginn der Saison geleistet haben". Deshalb hatte Ancelotti für Sonntag gleich einmal angeordnet, "dass wir trotzdem feiern".

Auch Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wollte die Lage nicht dramatisieren: "Wir sind weit davon entfernt, ein Problem zu haben." Man habe 16 von 18 Punkten geholt und sei Tabellenführer, "wenn das eine Sinnkrise ist", meinte Weltmeister Mats Hummels, "dann kann man die mal so nehmen."

"Das ist nicht unser Anspruch"

Dennoch waren die Bayern-Profis noch am Samstagabend nicht gerade in Feierlaune gewesen. "Das ist nicht so prickelnd, wenn man zu Hause auch noch 1:0 führt. Das ist nicht unser Anspruch. Deshalb ist der Frust schon da", sagte Müller.

27:5 Torschüsse, drei Aluminium-Treffer und 68 Prozent Ballbesitz wies die Statistik aus, aber eben nur einen Punkt. "Wir waren nicht mehr so griffig gegen den Ball", analysierte Joshua Kimmich, der die Bayern mit seinem sechsten Pflichtspieltreffer in dieser Saison in Führung gebracht hatte (40.).

Sein Team habe nach der Pause "den Zusammenhalt und die Ordnung verloren", meinte Ancelotti. Torwart Manuel Neuer monierte fehlende Ausstrahlung: "Wir haben das Tempo nicht hoch gehalten und dem Gegner gezeigt, dass was zu holen ist." Die Folge: Anthony Modeste nutzte die erste Kölner Chance zum Ausgleich (63.).

Dass Ancelotti im Vergleich zum Atlético-Spiel gleich sieben Veränderungen vornahm, wollte aber niemand als Grund für die ersten Punktverluste in der Liga anführen. "Ich habe Vertrauen in alle Spieler. Einige waren auch etwas müde, deshalb war die Rotation angebracht", betonte Ancelotti, der etwa auf die Weltmeister Philipp Lahm und Jerome Boateng sowie auf Franck Ribéry komplett verzichtet hatte.

Stöger: "Wir sind natürlich sehr zufrieden"

Den Kölnern war's egal: Sie nahmen die Münchner Nachlässigkeiten in der zweiten Hälfte, die sich schon in Madrid angedeutet hatten, dankend an. "Wenn man in München einen Punkt holt, ist ein bisschen was aufgegangen. Wir sind natürlich sehr zufrieden", sagte Trainer Peter Stöger nach dem elften Spiel ohne Niederlage in Serie.

Die Euphorie in Köln ist entsprechend groß, doch Stöger bleibt Realist. Man müsse "vorsichtig sein. Wir wissen, dass wir ein außergewöhnliches Jahr brauchen, um ein Stück weiter nach oben rücken zu können. Aber da müssen auch andere Mannschaften ihr Potenzial nicht abrufen." Während Stöger am Samstagabend nach Köln zurückflog, feierte ein Teil der FC-Mannschaft den Punktgewinn ausgiebig auf dem Oktoberfest. Die Bayern zogen am Sonntag nach.

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SID

Rubriklistenbild: © dpa

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