Sie klingt so simpel

Pep Guardiola: Das ist seine Titelformel

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Pep Guardiola.

München - Pep Guardiola ist im Trainerjob getrieben von einem "Drang". Das war in Barcelona so, das ist beim FC Bayern so. Titel und Trophäen ergeben sich fast zwangsläufig. Der Spanier strebt nach Perfektion, nach totaler Spielkontrolle.

Die Titelformel von Pep Guardiola klingt simpel, am Dienstagabend ging sie auch mit dem FC Bayern auf. Man nehme einen großen Verein, der sich große Spieler leisten kann. Und dazu kommt ein Trainer, der mit einem emsigen Mitarbeiterstab tagein, tagaus mit seiner Mannschaft arbeitet, arbeitet und noch mal arbeitet.

Als Resultat steht am Ende der Saison - oder auch mal schon im März - der „wichtigste Titel“, wie der Spanier den Gewinn der deutschen Meisterschaft bezeichnete, die er nach dem 3:1 (2:0) bei Hertha BSC mit seinen Spielern feiern konnte. „Wenn du die Liga gewinnst, hast du eine gute Saison gemacht“, sagte Guardiola zu seiner ersten Meisterkrönung in Deutschland.

Im Vorfeld der Partie im ausverkauften Olympiastadion mochte sich der 43-jährige Katalane nur widerwillig mit den Feierlichkeiten anlässlich der 24. Meisterschaft des deutschen Rekordchampions beschäftigen. „Ich habe nicht über Feiern nachgedacht“, sagte Guardiola: „Ich habe mir Spiele von Hertha angeschaut. Das ist mein Job, das ist mein Beruf, meine Arbeit.“ Dieser Satz sagte im Grunde alles aus über den Fußballlehrer, der für Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge „ein Genie ist“.

Guardiola ist Eigenlob peinlich. Er ist auch ein Meister der Bescheidenheit. „Ich bedanke mich bei meinen Spielern“, sagt er lieber. Das hat er schon beim FC Barcelona so gehalten, wo er in vier Jahren mit Weltstars wie Lionel Messi, Xavi oder Andrés Iniesta 14 Titel einheimste. Mit den Bayern sind es nach UEFA-Supercup und Club-Weltmeisterschaft nun auch schon drei.

„Wir Trainer sind gut, weil wir große, große Vereine mit großen, großen Spielern haben“, sagte Guardiola: „Ich habe in meiner Karriere als Trainer viele Titel gewonnen, erst in Barcelona, jetzt hier. Aus einem Grund: Weil es große Vereine mit überragenden Spielern sind. Ohne das kann man alles vergessen, keine Bierduschen, keine Titel. Wir sind hier, um zu arbeiten.“

Arbeiten ist sein Credo. Arbeiten müssen auch die talentiertesten Fußballer, denen das Siegen scheinbar leicht fällt wie Ribéry, Robben, Thiago oder Götze. „Wir haben fast alles gewonnen in der Bundesliga. Aber jede Woche gewinnen, gewinnen, gewinnen, das ist nicht leicht. Jeder Sieg ist mehr Druck. Aber egal, was passiert, ob unser Gegner Manndeckung oder Raumdeckung gespielt hat, ob der Rasen gut oder schlecht war, wir waren da“, sagte Guardiola zum Turbo-Titelgewinn. „Wenn eine Mannschaft so wenig Gegentore bekommt, müssen elf Spieler laufen, nicht acht, nicht neun. Das bedeutet, wir haben viel gearbeitet“, schilderte er: „Jede Woche musst du demonstrieren, dass du besser bist als der Gegner.“

Ist Guardiola auch ein besserer Trainer als Dortmunds zweimaliger Meistercoach Jürgen Klopp oder als Jupp Heynckes, sein Vorgänger, mit dem der FC Bayern im Vorjahr das historische Triple gewann? „Man darf nicht den Fehler machen, das exklusiv von Titeln abhängig zu machen“, betonte Rummenigge. Aber Titel sind die Währung, die im Fußball zählt. 17 hat Guardiola als Trainer.

Der Spanier hat es gleich in seinem ersten Jahr in München vermocht, aus den überragenden „Jupp-Bayern“ noch dominantere und noch variantenreichere „Pep-Bayern“ zu formen. „Ich bin ein etwas anderer Trainer geworden. Wenn du mehr Erfahrung hast, kannst du mutiger sein.“ Er hat den mit teuren Künstlern wie Mario Götze und Thiago weiter aufgemotzten Luxuskader mit seinen Innovationen und seiner fordernden Art aufs nächste Level gehoben.

Die wertvollsten Bayern-Spieler

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Und Guardiola wird sich mit der erreichten Bayern-Dominanz nicht zufriedengeben. „Wir müssen den Rhythmus verbessern. Wir müssen den Rhythmus unserer Spielweise kontrollieren, nicht nur langsam, nicht nur schnell spielen. Um gut zu spielen, kannst du nicht 90 Minuten in einem Rhythmus spielen. Manchmal spielen wir nach vorne, nach hinten, in schnellem Rhythmus, das ist nicht gut. Ich denke, das können wir verbessern in der Zukunft.“

Rummenigge gefällt der Ehrgeiz des Perfektionisten Guardiola. „Für mich ist entscheidend, was unter der Woche auf dem Trainingsplatz stattfindet. Und so ein Coaching habe ich noch nicht gesehen - und ich bin bei Bayern München immerhin demnächst seit 40 Jahren dabei. Dieser Mann hat eine unglaubliche Gabe, die Mannschaft auf den Punkt richtig vorzubereiten - taktisch, physisch und mental.“

Bis zum 30. Juni 2016 läuft Guardiolas Dreijahresvertrag - und dann? „Meine erste Periode in Barcelona war wie jetzt - mit Drang. Nach vier Jahren war er weg!“ Das sagte Guardiola im Juli 2013, als er beim FC Bayern gerade erst mit seiner Arbeit für seinen ersten deutschen Meistertitel angefangen hatte.

dpa

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