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Innenminister fordern Sicherheit in Fußballstadien - Vorbild ist der FC Bayern

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    • 27.05.12
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Herrmann: „Der FC Bayern ist vorbildlich"

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München - Die Innenminister, darunter auch Joachim Herrmann, diskutieren gerade darüber, wie Szenen wie bei der Partie Hertha gegen Düsseldorf vermieden werden können. Der FC Bayern dient da als Vorbild.

© dpa

Ausschreitungen bei Fußballspielen in der Allianzarena kennt der FC Bayern nicht. Bei jeder Partie sorgen 500 bis 600 Ordner für Sicherheit im Stadion

Zur Verhinderung von Ausschreitungen verlangt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) in der nächsten Bundesliga-Saison mehr Geld und Einsatz von Vereinen, DFB und DFL. Vorkommnisse wie beim Relegationsspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC seien „völlig unerträglich“, kritisierte Herrmann in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Der CSU-Politiker fordert vor allem drei wesentliche Punkte: Die Vereine sollen ihre Sicherheitskonzepte verbessern und der DFB Vereine bestrafen, die die Sicherheit nicht gewährleisten. Drittens soll die Branche einen Teil der Fernseheinnahmen für Fanprojekte und Gewaltprävention ausgeben. Bei der bevorstehenden Tagung der Innenminister der Länder will Herrmann mit seinen Amtskollegen über Gewalt im Fußball sprechen.

In Düsseldorf hatten am 15. Mai Fans das Spielfeld gestürmt und Feuerwerkskörper gezündet, weswegen das Spiel für Minuten unterbrochen werden musste. Hertha BSC scheiterte vor dem Sportgericht des DFB mit dem Versuch, das Spiel für ungültig erklären zu lassen. „Die Vereine müssen dafür Sorge tragen, dass im Stadion keine Feuerwerkskörper abgebrannt werden - nicht nur, weil deswegen das Spiel gestört wird, sondern auch, damit die anderen Zuschauer nicht gefährdet werden“, sagte Herrmann.

Verfahren, damit der DFB die Vereine selbst bestraft

„Dafür sind bessere Sicherheitskontrollen notwendig. Und die Vereine müssen gewährleisten, dass nicht Massen von Zuschauern aufs Spielfeld laufen.“ Das könne mit mehr Ordnern erreicht werden, oder durch bauliche Maßnahmen wie höhere Zäune. „Aber dass man hilflos zusieht wie in Düsseldorf, ist unerträglich.“

Wenn ein Verein die Sicherheitsanforderungen nicht erfülle, müssten auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) konsequent handeln. „Zur nächsten Bundesliga-Saison sollte ein Verfahren gefunden werden, dass der DFB Vereine selbst bestraft, bei denen es ein solches Chaos gibt wie in Düsseldorf.“

Unterstützung bekommt Hermann bei seinen Forderungen von den Innenministern der Bundesländer. „Die Verantwortlichen haben zu lange die Augen vor den Realitäten verschlossen und das Problem gewaltbereiter Fans verniedlicht“, sagte beispielsweise Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU).

„Der FC Bayern ist in dieser Hinsicht vorbildlich"

Notfalls müsse auch die Polizei tätig werden, um die Sicherheit besser zu gewährleisten. „Es darf aber nicht sein, dass Defizite der Sicherheitskonzepte der Vereine auf dem Rücken der Polizisten ausgetragen werden. Für die Sicherheit im Stadion sind die Vereine zuständig.“ Beim Champions League Finale in München habe es keine derartigen Vorkommnisse gegeben. „Der FC Bayern ist in dieser Hinsicht vorbildlich. Bei jedem Spiel sind 500 bis 600 Ordner eingesetzt.“

Dritter Punkt Herrmanns ist die Vorbeugung. Viele Fanclubs seien völlig unproblematisch, aber es gebe immer wieder schwarze Schafe. „Die Vereine müssen die Fanclubs deswegen engagierter betreuen. Sie müssen vor allem mit geschickter Präventionsarbeit dafür sorgen, dass es nicht zu solchen Gewalttätigkeiten kommt. Da erwarte ich auch von DFB und DFL größeres finanzielles Engagement.“ Durch die Vermarktung der Fernsehrechte seien die Einnahmen in diesem Jahr wieder gestiegen. „Ich fordere, dass wenigstens ein kleiner Teil der Einnahmen, die der DFB erzielt, für die Präventionsarbeit verwendet wird“, sagte Herrmann.

Gesichtsscanning eine Möglichkeit gegen gewalttätige Fans

Innenminister Caffier teilt diese Meinung: „Mit den neuen Fernsehverträgen fließt sehr viel Geld an die Vereine. Das sollte nun nicht nur in Fußballerbeine investiert werden, sondern beispielsweise auch in bessere Kontrollsysteme an den Eingängen oder Videokameras.“ Auch die Abschaffung der Stehplätze - wie etwa in England - dürfe kein Tabu sein. Vom Deutschen Fußballbund (DFB) und der Deutschen Fußballliga (DFL) wünsche er sich auch da Gesprächsbereitschaft.

Für seinen Vorschlag, notorische Gewalttäter mittels Gesichtsscanner aus Fußballstadien fernzuhalten, war Caffier von Verbandsverantwortlichen scharf kritisiert worden. Er will dennoch alle technischen Möglichkeiten prüfen, von denen das Gesichtsscanning eine unter mehreren sei, um die Gewalt aus den Fußballstadien zu verbannen. Bei allen Negativschlagzeilen machen die gewaltbereiten Gruppierungen nach Schätzung des Ministers aber deutlich weniger als ein Prozent der Fußball-Besucher aus.

dpa

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