Internationale Pressestimmen zu Niersbach-Rücktritt

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Wolfgang Niersbach zog persönliche Konsequenzen. Foto: Arne Dedert

Berlin (dpa) - Internationale Pressestimmen zu dem Rücktritt von DFB-Präsident Wolfgang Niersbach:

SCHWEIZ:

"Blick": "DFB-Boss Niersbach weg! Der tiefe Fall das Saubermanns", "Eine Überraschung ist der Rücktritt nicht."

"Basler Zeitung": "Niersbach zieht die Konsequenzen"

"Tages-Anzeiger": "Wolfgang Niersbach war ein scharfer Kritiker der alten, verkrusteten Fußball-Bruderschaften."

"Neue Zürcher Zeitung": "Niersbachs Demission ist freilich nur ein erster Schritt. Denn zur Klärung der Affäre reicht dies allein nicht aus. Noch immer sind viele Fragen offen. Noch immer ist nicht klar, aus welchem Antrieb der ehemalige DFB-Chef Theo Zwanziger handelte, als er immer neue Informationen lancierte und offenbar den Sturz seines Nachfolgers betrieb. Noch immer ist nicht geklärt, für welchen Zweck die 6,7 Millionen Euro verwendet wurden. Noch immer weiß niemand, was Franz Beckenbauer als Chef des Organisationskomitees der WM 2006 weiß - nur vermutet jeder, dass er weit mehr weiß als Niersbach, der das erste Opfer dieser Affäre ist."

ÖSTERREICH:

"Kurier": "Mit Niersbachs Rücktritt ist der DFB-Skandal freilich nur um eine Facette reicher. Die Antworten auf die brennenden Fragen lassen weiter auf sich warten. Auffallend war ein Krisenmanagement im so hochgelobten Getriebe des DFB, das ein Unterklassenclub nicht schlechter hätte machen können. Es wurde vertuscht, toleriert, ignoriert. Und Niersbach betont weiterhin, es gebe Punkte rund um die Affäre WM 2006, bei "denen ich mich nicht in der Verantwortung fühle"."

"Kronen Zeitung": "Im tiefen Sumpf von Betrug & Bestechung", "Gleich ein doppeltes Erdbeben erschüttert den Weltsport in seinen Grundfesten: Wegen des Skandals um die Vergabe der Fußball-WM 2006 erklärte gestern DFB-Präsident Wolfgang Niersbach den Rücktritt, fast gleichzeitig empfahl die WADA den Olympia-Ausschluss von Russlands Leichtathleten! (...) Dass der russische Verband Hand in Hand mit der russischen Regierung systematisch Dopingfälle vertuscht hat, ist nur mit der Hochzeit des DDR-Dopings zu vergleichen."

ITALIEN: 

"Gazzetta dello Sport": "Mit dem Rücktritt von Wolfsgang Niersbach bricht der Skandal um schwarze Kassen für die WM 2006 erneut aus den deutschen Grenzen aus und betrifft nun die ganze Welt des Fußballs. Weil Niersbach auch ein Kandidat für das Amt der Nummer eins der UEFA war, im Falle eines Wechsels von Michel Platini zur FIFA. Und er war auch unter den möglichen Aufsteigern für ein Amt in der neuen FIFA, die vom Blatter-Virus befreit werden soll. Jetzt ist auch er wie Blatter und Platini aus dem Spiel, überrollt von einer Affäre, die ihn nicht als Hauptverdächtigen sieht, aber in der er als Verbandschef die dunklen Schatten nicht erklären konnte."

"Tuttosport": "Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein. Dieses Sprichwort scheint wie angegossen zu passen auf den Skandal, der den deutschen Fußball erfasst hat und zum Rücktritt von Verbandspräsident Wolfgang Niersbach geführt hat. Ein Unwetter, das auf das um VW folgt und sicherlich viele dazu bringen wird, das Bild von den immer regelgetreuen Deutschen zu überdenken. (...) Ein Unwetter, das ganz Deutschland sprachlos zurückgelassen hat."

"Corriere dello Sport": "Die mysteriöse Zahlung von 6,7 Millionen Euro für die Vergabe der WM 2006 an Deutschland hat ihr erstes prominentes Opfer gefordert."

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