Labbadia mit Tunnelblick vor Abstiegsduell gegen Freiburg

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Der Hamburger Trainer Bruno Labbadia fokussiert sich voll auf die letzten drei Spiele. Foto: Fredrik von Erichsen

Labbadia hat dem HSV wieder Leben eingehaucht. Nach zwei Siegen will der Trainer unbedingt die Heimpartie am Freitag vor ausverkauftem Haus gegen Mitkonkurrent Freiburg gewinnen. Entspannung ist aber auch bei einem Sieg nicht angesagt.

Hamburg (dpa) - Bruno Labbadia hat den Tunnelblick. Alles, was vom Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ablenkt, verdrängt der Coach des Hamburger SV für den Saison-Countdown.

"Ich konzentriere mich ganz auf die letzten Spiele", sagt der 49-Jährige vor dem Kellerduell am Freitag (20.30 Uhr) gegen den SC Freiburg. "Es wird uns alles abverlangt werden."

Der negative Druck auf eine Mannschaft sei etwas ganz anderes als Erfolgsdruck, wenn es etwa um internationale Titel gehe, meinte Labbadia. Das merke schon jeder Hobbysportler, der sich zu einem Lauf aufraffe, wenn er sich schlecht fühle. "Da gibt es nichts Schlimmeres, alles andere ist Kindergeburtstag", betonte er. Ausreden zählen 270 Minuten vor Saisonschluss aber nicht: Angeschlagene Profis wie Kapitän Rafael van der Vaart müssen sich durchkämpfen.

"Das A und O ist die mannschaftliche Geschlossenheit", sagt Labbadia vor der mit 57 000 Zuschauern ausverkauften Auftaktbegegnung des 32. Spieltags. "Ich erwarte keine Wunderdinge, sondern dass wir sehr klar und konsequent den Weg weitergehen." Etwa 2000 Anhänger der seit vier Spieltagen sieglosen Breisgauer werden den Weg trotz Lokführerstreiks per Bahn auf sich nehmen. Der SC Freiburg geht davon aus, dass die Fans rechtzeitig im Norden ankommen. "Das wird ein schönes Feuerwerk gegen Freiburg", kündigte Heiko Westermann an, der trotz etlicher Zipperlein unter dem neuen Coach aufblüht.

Der "Besessene", wie das "Hamburger Abendblatt" Labbadia kürzlich nannte, hat die Stimmung an der Elbe gedreht. "Wir haben einfach wieder Spaß, wir haben eine super Mannschaft. Der Glaube in unserem Team ist groß, dass wir in der Liga bleiben", sagte Pierre-Michel Lasogga dem TV-Sender Sky Sports News HD. Der erfahrene Coach habe nicht nur die erste Elf, sondern auch die Aussortierten wieder motiviert. Lob oder Kritik lässt der Stürmer an sich abprallen. "Mir macht es nicht so viel aus, ich mache mir nicht so viele Gedanken um Abstiegskampf."

Nun geht es für die Hanseaten in die entscheidende Phase: erst gegen den SC, der fünf Jahre im Volkspark nicht verloren hat, danach zum Duell in Stuttgart mit Ex-HSV-Coach Huub Stevens. Der HSV steht mit 31 Punkten derzeit auf Rang 14, das Team von Christian Streich liegt mit nur einem Zähler weniger auf dem Relegationsplatz. Der leicht verletzte HSV-Schreck Nils Petersen, der zuletzt mit Werder Bremen zweimal in Hamburg traf, soll wieder dabei sein. Siebenmal traf er schon, seitdem er im Winter ausgeliehen wurde.

Unsicher ist, ob beim HSV der zuletzt sehr aktive Ivo Ilicevic (Muskelquetschung) fit wird. Valon Behrami (Oberschenkelzerrung) fällt definitiv aus wie auch Nicolai Müller, den ein Knochenödem plagt. Trainer Labbadia muss seine siegreiche Formation folglich umbauen. Als Ersatz hat er im Training Lewis Holtby im Zentrum und Zoltan Stieber auf der rechten Seite spielen lassen. Wer auch aufläuft, Lasogga gibt die Stoßrichtung vor: "Wir glauben an den Klassenerhalt."

Labbadias Freiburger Kollege Christian Streich bangt zwar vor dem HSV-Spiel um die angeschlagenen Mike Frantz und Oliver Sorg, geht aber trotz der zuletzt vier Spiele ohne Sieg mit Zuversicht in das wichtige Duell. "Die sind ergebnismäßig im Aufwind, aber das hat keine Relevanz für uns", sagte der Coach. "Der HSV hätte die beiden Spiele nicht zwingend gewinnen müssen, die sind für uns nicht unschlagbar."

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