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"Wir haben was gutzumachen"

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Gelsenkirchen - Schalke 04 kämpft gegen Viktoria Pilsen um den Achtelfinaleinzug in der Europa League. Doch auch Richtung München schicken die Schalker eine königsblaue Kampfansage.

© dpa

Julian Draxler und Huub Stevens

Lautes Lachen schallt über den Trainingsplatz, Huub Stevens grinst bis über beide Ohren. Die gute Laune ist zurück auf Schalke, die Mini-Krise beendet - genau zur richtigen Zeit. Denn die Nach-Karnevalstage sind richtungweisend für den DFB-Pokalsieger: Der Pflicht in der Europa League folgt die Kür in der Bundesliga. „Wir wollen im Europapokal weiterkommen und dann mit viel Selbstvertrauen nach München reisen“, sagte Mittelfeldspieler Marco Höger vor dem Zwischenrundenrückspiel am Donnerstag (21.05 Uhr/Sky und Kabel eins) gegen Viktoria Pilsen.

Nur 65 Stunden später bietet sich Schalke 04 im Spitzenspiel bei Bayern München die vermutlich letzte Chance, noch einmal in den Titelkampf der Fußball-Bundesliga einzugreifen. „Beide Offensivreihen sind sehr gut bestückt. Ich denke, es wird ein offenes Spiel“, meinte Höger. Trainer Stevens wollte indes vom Topduell am Sonntag (15.30 Uhr/Sky und Liga total!) in alter Herberger-Tradition noch nichts wissen: „Das nächste Spiel, hat der Sepp gesagt, ist das wichtigste.“

Eine besondere Rolle fällt Timo Hildebrand zu. Der Ex-Nationaltorwart ist seit dem 4:0 gegen den VfL Wolfsburg und der Verletzung von Lars Unnerstall am vergangenen Sonntag die dritte Nummer eins der Saison. „Endlich kann ich wieder Bundesliga und europäisch spielen“, sagte der 32-Jährige, der in seinen ersten 135 Minuten zwischen den Schalker Pfosten noch ohne Gegentor ist: „Ich habe lange warten müssen.“

Wenn Hildebrand gegen Pilsen seinen Kasten weiter sauber hielte, wäre die Pflichtaufgabe erfüllt. Denn nach dem 1:1 im Hinspiel würde der Tormaschine der Bundesliga bereits ein 0:0 zum Weiterkommen reichen. In den bisherigen Heimspielen in der Europa League erzielten Klaas-Jan Huntelaar und Co. aber schon elf Tore. Das soll möglichst so weitergehen, denn vier weitere Runden haben sich noch die Königsblauen vorgenommen.

„Wir haben in diesem Jahr keine Champions-League-Einnahmen, deshalb wollen wir möglichst weit kommen“, sagte Manager Horst Heldt: „Unser Ziel ist ja das Endspiel.“ Und Kapitän Benedikt Höwedes hat gar den Titel im Blick: „Warum sollte am Ende nicht so etwas wie 1997 rausspringen?“, fragte er im Interview mit der Sport Bild und erinnerte an den UEFA-Cup-Triumph vor 15 Jahren.

Was Hildebrand nach nur fünf Profi-Einsätzen in den letzten 22 Monaten noch drauf hat, wird sich spätestens in München zeigen. Dann kann er im direkten Duell mit Schalkes abgewandertem Nationaltorwart Manuel Neuer beweisen, dass er noch kein Auslaufmodell ist. „Wo ich stehe, wird man in den nächsten Spielen sehen“, sagte Hildebrand betont vorsichtig. Von den wenig erfreulichen letzten Monaten wollte er gar nicht mehr reden: „Ich lebe heute und hier und versuche, meine Karriere fortzusetzen.“

Gegen den Rekordmeister will Schalke ohnehin eine schwarze Serie beenden. Bis auf das 1:0 Ende August gegen Borussia Mönchengladbach haben die Königsblauen alle Duelle mit den Spitzenteams verloren - ohne den Hauch einer Chance. „Wir haben noch was gut zu machen“, stellte Youngster Julian Draxler fest und fügte an: „Wir fahren mit breiter Brust hin, denn wir haben die Kurve gekriegt. Ich hoffe, wir können es allen Kritikern zeigen.“

Zuvor allerdings müssen die Schalker noch die Pflicht gegen Pilsen erfüllen. Dafür stehen Stevens die in der Bundesliga zuletzt gesperrten Höwedes und Chinedu Obasi wieder zur Verfügung. Der Einsatz von Jermaine Jones ist dagegen wegen einer Wadenverhärtung noch fraglich.

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Schalke: Hildebrand - Höwedes, Papadopoulos, Matip, Fuchs - Höger, Jones - Farfan, Raul, Draxler - Huntelaar. - Trainer: Stevens

Pilsen: Cech - Rajtoral, Prochazka, Cisovsky, Limbersky - Wagner, Darida - Kolar - Petrzela, Pilar - Bakos. - Trainer: Vrba

Schiedsrichter: Alan Kelly (Irland)

sid

 

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