Rosenheimer stellt neuen Weltrekord auf

Alexander Schulz läuft längste Highline der Welt

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Auvergne - Der 25-Jährige hat wieder eine neuen Weltrekord aufgestellt. Er lief über eine 650 Meter lange Highline, die in Europas größtem Naturschutzgebiet gespannt und gelaufen wurde.

Profislackliner Alexander Schulz (www.oneinchdreams.com) hat wieder eine neue Bestmarke im Slacklinen aufgestellt. 

Der 25-Jährige lief über eine 650 Meter lange Highline, die in Europas größtem Naturschutzgebiet, der Auvergne, gespannt war und stellt damit einen neuen Weltrekord im Slacklinen auf. Noch nie wurde so eine lange Nylon-Slackline gespannt und auch gelaufen.

Seine Weltrekorde

Mitte Juli 2014 gelang ihm die spektakuläre Begehung der ersten Cablecar-Highline zwischen den Gletscherbahnkabinen der Bayerischen Zugspitzbahn am höchsten Gipfel Deutschlands, im Herbst 2014 gelang ihm dann ein weiterer Triumph, er überquerte eine 375 Meter lange und rund 100 Meter hohe Slackline die zwischen zwei riesigen Kalkfelsen in China gespannt war. 

Damit stellte damals er einen neuen Weltrekord im Highlinen auf, dem Begehen einer Slackline in der Höhe. Im Oktober 2015 wagte er einen besonderen Stunt. Der amerikanische Flugakrobat Kirby Chambliss steuerte sein Flugzeug unter der Slackline hindurch, während Alexander nur wenige Meter darüber balancierte. 

Sein jüngster Erfolg ist erst einen Monat alt; der Weltrekord im Waterlinen, 535 Meter lief er in Südtirol über den Vernagt-See im Schnalstal.

Fotos zu den Weltrekorden von Alexander Schulz

Anlass für das Abenteuer

Der Anlass für das Slacklineabenteuer in Frankreich war Alexanders Faszination für Vulkane. Die Chaine des Puys ist eine ganze Kette von nicht aktiven Vulkanen mitten im Herzen Frankreichs, dem Zentralmassiv. Sein ursprünglicher Plan war die Überquerung des Vulkankraters Puy de Pariou. 

Strenge Naturschutzauflagen in dieser malerischen Landschaft verhinderten jedoch sein Vorhaben, aber Alexander wurde bei der Suche nach dem perfekten Ort ganz in der Nähe fündig: Zwischen der Felsformation „Roches de Tuilière et Sanadoire“ spannt sich eine 650 Meter breite Schlucht auf, am Horizont thronen die Vulkane. Für den Laien auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber auch dieser Halbkegel war früher ein Vulkankrater.

Vorbereitung auf den Weltrekord

Um sich auf den Weltrekord vorzubereiten trainierte Alexander auf zwei kurze Highlines in der Auvergne. Erst überquerte er ein kleines Tal im Quelleneinzugsgebiet von Volvic, aus dem auch das natürliche Mineralwasser stammt. Danach balancierte er direkt neben dem 40 Meter hohen Wasserfall „La Grande Cascade“. Für Alexander geht es nicht nur darum Weltrekorde zu brechen: „Mindestens genau so wichtig wie der sportliche Erfolg, ist es für mich die Slackline an besonderen Orten in der Natur zu spannen. Das gibt mir Kraft und Ruhe.“

Nach erfolgreichem Training war Alexander bereit für die große Herausforderung: Er wollte die längste Nylon Slackline der Welt laufen. Ähnlich wie zum Beispiel beim Sprint über 100 Meter macht es einen großen Unterschied ob auf Tartan oder Aschebahn gelaufen wird. 

Auch die ersten Slacklines, die in den USA im Yosemite-Nationalpark von Kletterern gespannt wurden, waren aus Nylon. Eine Nylon-Slackline hat in etwa das doppelte Gewicht einer Hightech-Slackline aus dem Material Dyneema. 

Durch die deutlich größere Schwungmasse muss der Slackliner nämlich vielmehr gegen die Schwingungen ankämpfen. Die 650 Meter lange Slackline und das darunter befestigte Seil als zweite Sicherung hat insgesamt ein Gewicht von knapp 100 Kilogramm.

Schwierige Wetterverhältnisse

Mit Hilfe von seinem Team One Inch Dreams konnte die Slackline trotz widriger Wetterbedingungen aufgebaut werden. Kein leichtes Unterfangen, denn starker Wind und Regen erschwerten das Spannen. Die fertig gespannte Slackline vor Augen war Alexander überwältig von diesem Anblick: „Diese einzigartigen Strukturen des Fels, der Wald darunter mit seinen Färbungen und der weite Blick zum Horizont. Das hat so eine Ruhe und Energie, die sehr gut zu dem passt, was ich hier vorhabe."

Doch die Auvergne erwidert diese Liebeserklärung erst mal nicht: Der Wind entwickelt sich zu einem Sturm und Alexander muss nach einigen erfolglosen Versuchen, auch aus Sicherheitsgründen, abbrechen. "Das ist auf jeden Fall der extremste Wind den ich je auf einer Highline erlebt hatte!" 

Alex muss regelrecht gegen den Wind anschreien, der ihm und seinem Team unerbittlich ins Gesicht weht. In der folgenden Nacht zeigen die Wetterdaten der nächstliegenden Wetterstation Spitzenwerte von 125 km/h an. Mit einer aussichtslosen Wettervorhersage entscheidet sich das Team deshalb dazu vorerst abzureisen.

Erneuter Versuch

Alexander Schulz würde sicher aber nicht so viele Slacklineweltrekorde erreicht haben wenn ihn ein Rückschlag aufhalten könnte. Aufgeben steht nicht auf dem Plan, schließlich hat die Suche nach dem perfekten Spot und die Organisation schon viel Zeit verschlungen. Also wurde ein zweites Mal aufwendig alles durchgeplant und das gesamte Team stand ein paar Wochen später wieder auf den Spitzen der Felstürme.

Bei einem Slacklineaufbau dieser Dimension hat das Team mit ganz neuen Herausforderungen zu kämpfen. Unzählige Genehmigungen mussten eingeholt werden, wie zum Beispiel eine sogenannte NOTAM der französischen Luftfahrtbehörde weil diese lange Slackline ein Hindernis für die Luftfahrt darstellt. Dafür musste diese auch mit speziellen Hinderslichtern, wie man sie von Windkrafträdern kennt, in der Nacht kenntlich gemacht werden.

Der Weltrekord

Diesmal zeigt sich die Auvergne aber von ihrer besten Seite und Alexander ist optimistisch gestimmt, dass es dieses mal klappt. 

Er bindet das Sicherungsseil an seinen Klettergurt, klettert auf die Slackline und atmet tief ein. Er setzt seinen Fuß vorsichtig auf die 2,5 Zentimeter breite Slackline  und steht langsam auf. Die 650 Meter lange Slackline schwingt leicht im Wind aber Alexander schafft es die ersten Schritte zu machen.

Er entwickelt ein immer besserer Gespür für die Slackline und die Bewegungen im Wind. Zielsicher läuft er in Richtung des gegenüberliegenden Felsen, aber im letzten Drittel frischt der Wind noch einmal auf. Alexander braucht all seine Konzentration um nicht zu fallen. Auf den letzten Meter hat er schon siegesgewiss ein Lachen im Gesicht und springt dann seinen wartenden Freunden in die Arme. Er hat es geschafft!

Volvic unterstützte das Projekte

Wie schafft man solche Leistungen? Beim Slacklinen, so erklärt er, müsse man mit sich selbst vollkommen im Reinen sein und sich nur auf seine Handlungen im Hier und Jetzt konzentrieren

Große Muskeln spielen dagegen kaum eine Rolle. Viel wichtiger aber sei das so genannte Muskelgedächtnis: "Die Muskeln merken sich, wie sie sich anspannen müssen, um in jedem Moment das Richtige zu tun, um die Slackline auszugleichen.“

Jetzt freut sich Alex darauf bald die tollen Aufnahmen anzuschauen, denn sein Team hat alles in Bewegtbild dokumentiert. Danach will er sich aber nicht zu lange ausruhen denn die nächsten Abenteuer kommen bestimmt.

Volvic war von Anfang an begeistert von Alexanders Vorhaben, schließlich steht die Marke wie kaum eine andere für die innere Kraft die in uns allen steckt. Aus diesem Grund hat Volvic Alexander über das gesamte Projekt hinweg unterstützt.

Filmpremiere zu einer seiner Slackline-Reisen

Wer sich für noch mehr Slackline-Abenteuer von Alexander und seinem Team interessiert der sollte heute um 20 Uhr (Wiederholungen am 22. und 23. Oktober) den Fernsehkanal UHD1 einschalten, denn dort gibt es die Premiere ihres Filmes über eine andere Slackline-Reise zu sehen: Die Maunsell Forts sind alte Abwehranlagen aus dem 2. Weltkrieg die in der rauhen Nordsee stehen und darüber balancieren die Slackliner, sehr sehenswert!

Pressemitteilung One Inch Dreams

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