Entscheidung in Podgorica

Deutsche Handballer zum Siegen verdammt

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Coach Martin Heuberger

Frankfurt/Main - Verlieren verboten: Die deutschen Handballer stehen vor dem Schlüsselspiel in der EM-Qualifikation in Montenegro am Mittwoch (20.00 Uhr) gehörig unter Druck.

Weltmeistercoach Heiner Brand nimmt die DHB-Auswahl in die Pflicht, doch Bundestrainer Martin Heuberger bleibt trotz großer Verletzungssorgen cool. Auf die erwartet hitzige Atmosphäre im Hexenkessel von Podgorica hat er sein Team mit You-Tube-Videos vorbereitet.

„Es sind die wichtigsten Spiele des Länderspieljahres. Eine Teilnahme an der Europameisterschaft ist für eine deutsche Mannschaft Pflicht“, sagte Brand dem SID vor der Partie in Montenegro. Im letzten Spiel der Qualifikation trifft die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) am Samstag (14.00 Uhr) in Aschaffenburg dann auf Israel. Deutschland benötigt zwei Siege, um sicher bei der EM in Dänemark (12. bis 26. Januar 2014) dabei zu sein.

„Was soll ich mich jetzt verrückt machen. Wir gehen positiv an die Sache, alles andere wäre fehl am Platz“, sagte Heuberger dem SID. Mit frischem Haarschnitt und betont lässig präsentierte sich der 49-Jährige vor dem Abflug der Mannschaft am Dienstagmittag in Frankfurt/Main. Seine Spieler seien voll fokussiert. „Ich bin optimistisch. Es gilt weiterhin, dass wir uns mit zwei Siegen und ohne Rechenspielchen für die EURO qualifizieren wollen“, sagte Heuberger.

Der Schutterwälder lässt sich auch von der angespannten Personalsituation, vor allem im linken Rückraum, nicht aus der Ruhe bringen. „Alle Spieler , die dabei sind, haben mein vollstes Vertrauen“, sagte Heuberger: „Es ist vielleicht gut für die jungen Spieler. Sie werden sofort ins heiße Feuer geworfen und können sich gleich freischwimmen.“ Für den kurzfristig fehlenden Rechtsaußen Tobias Reichmann (Bänderriss im Sprunggelenk) nominierte er am Dienstagmorgen den Berliner Johannes Sellin nach.

Zusätzlichen Ansporn für das deutsche Team liefert die bittere 27:31-Niederlage gegen Montenegro im Hinspiel. „Die haben uns den Start in die Qualifikation ganz schön versaut. Natürlich gibt es da auch Revanchegelüste“, sagte Heuberger. Mit dem 29:21-Erfolg in der WM-Vorrunde seien diese keinesfalls gestillt.

Kapitän Oliver Roggisch schlägt in die gleiche Kerbe. „Sicherlich ist Montenegro eine gute Mannschaft. Doch an einem normalen Tag müssen wir sie schlagen. Man darf nicht vergessen, dass wir zum Quali-Auftakt in Mannheim einen rabenschwarzen Tag erwischt haben“, sagte Roggisch dem SID.

Um die Spieler auf die hitzige Atmosphäre in der montenegrinischen Hauptstadt vorzubereiten, zeigte Heuberger seinen Spielern Internetvideos. „Wir haben schon einige Ostblock-Hallen überstanden. Aber was da am Mittwoch tatsächlich passieren wird, können wir selbst noch nicht einschätzen. Klar ist aber, dass wir unsere Spielzüge wohl per Handzeichen kommunizieren müssen“, sagte Linksaußen Dominik Klein dem SID. Der Kieler bezeichnet die beiden anstehenden Begegnungen als „die wichtigsten Spiele des Jahres für Handball-Deutschland. Sie sind noch wichtiger als die WM.“

Heuberger-Vorgänger Brand, der mit Klein 2007 Weltmeister geworden war, ist von einer erfolgreichen EM-Qualifikation überzeugt. „Bisher haben wir es immer geschafft, uns in entscheidenden Qualispielen zusammenzureißen“, sagte der heutige DHB-Manager. Jeder Spieler sei sich über die Bedeutung der Spiele im Klaren.

Mit einem möglichen Scheitern beschäftigt sich jedenfalls keiner. „Das wäre fatal“, sagte der Flensburger Rückraumspieler Holger Glandorf dem SID: „Für uns. Und für das Ansehen unserer Sportart in der Öffentlichkeit.“ Ähnlich sieht es Bob Hanning, Geschäftsführer der Füchse Berlin: „Das würde uns weit zurückwerfen und in einer Zeit der Neuausrichtung treffen.“

sid

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