Stehen oder Knien?

Nowitzki denkt über Hymnenprotest nach: "Das Team muss sich einig sein"

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Dirk Nowitzki ist sich noch nicht sicher, was er bei der Nationalhymne tun wird.

Dallas - Dirk Nowitzki weiß noch nicht, ob er sich dem Hymnenprotest der Sportler in den USA anschließen wird. Die Unterstützung seiner Dallas Mavericks wäre ihm dabei auf jeden Fall sicher.

Sitzen bleiben? Auf die Knie gehen? Oder einfach wie bisher dem Protokoll folgen? Dirk Nowitzki schwankt. "Ich bin noch nicht sicher, was ich tun werde", sagte der deutsche Basketballstar zur Diskussion um die Hymnenproteste im US-Sport. Seine Dallas Mavericks würden den 38-Jährigen unterstützen, egal, wie die Entscheidung ausfällt.

Auch am traditionellen Medientag der Profiliga NBA gut vier Wochen vor dem Saisonauftakt war die Diskussion über öffentlichkeitswirksame Signale von Profis gegen Polizeigewalt und Rassendiskriminierung ein zentrales Thema. Nowitzki hat sich Gedanken über seinen Umgang damit gemacht, ein Alleingang kommt nicht infrage.

"Wir werden eine Lösung finden"

"Was wollen wir tun? Was können wir dazu beitragen, dass die Welt ein besserer Platz wird? Wir werden eine Lösung finden", sagte Nowitzki am Montag, setzte sich ausdrücklich für Geschlossenheit ein und kündigte Gespräche mit seinen Mannschaftskollegen an: "Das ganze Team muss sich einig sein."

Footballstar Colin Kaepernick von den San Francisco 49ers hatte die Debatte ins Rollen gebracht, als er sich in der Vorbereitung auf die NFL-Saison weigerte, beim Abspielen der Nationalhymne zu stehen. Der Quarterback blieb erst sitzen, dann kniete er sich hin - die Geste fand auch über den Football hinaus viele Nachahmer.

Nowitzki hat dafür vollstes Verständnis. "Jeder hat das Recht auf seine eigene Meinung. Das ist es, warum wir dieses Land lieben", sagte der Würzburger, der seit mittlerweile fast 20 Jahren in Texas lebt. Sollte der Kapitän mit seiner Mannschaft Stellung beziehen, wäre ihm die Rückendeckung des Vereins sicher. "Wir werden die Jungs zu hundert Prozent unterstützen, was auch immer sie entscheiden", sagte Trainer Rick Carlisle.

LeBron James hat sich schon entschieden

Die Mavericks sind noch unsicher, Superstar LeBron James ist schon einen Schritt weiter. "Ich werde bei der Nationalhymne stehen", sagte der NBA-Champion von den Cleveland Cavaliers, betonte aber auch: "Das heißt nicht, dass ich nicht respektiere, was Colin Kaepernick tut. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu äußern, zu seiner Meinung zu stehen. Und er macht das auf die friedvollste Weise, die ich jemals gesehen habe."

Schwarze dominieren in der NBA, genau wie in der NFL, auch wenn es bei den Quarterbacks nach wie vor anders aussieht. Zuletzt wurde kritisiert, dass sich zu wenige prominente weiße Sportler dem Protest anschließen, Nowitzki könnte also eine besondere Rolle einnehmen - auch wenn er kein Amerikaner ist.

Schon lange sind die USA für den NBA-Champion von 2011 mehr als eine zweite Heimat. Die Mutter seiner Frau Jessica stammt aus Kenia, natürlich beschäftigt sich Nowitzki mit dem Thema Diskriminierung. Schon allein deshalb, weil er stets über den Tellerrand hinausblickt.

Er wird das Richtige tun, einen Mittelweg finden. Protest ja, aber in Maßen. Dass Dirk Nowitzki bei der Nationalhymne sitzen bleibt, kann eigentlich schon jetzt ausgeschlossen werden. Es ist nicht seine Art.

SID

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