Logistische Probleme

Jamaika-Bob startet mit Pannen nach Olympia

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Mit einigen Pannen ist der jamaikanische Bob ins Abenteuer olympische Winterspiele gestartet

Sotschi - Der Jamaika-Bob ist eine der Attraktionen bei den Winterspielen in Sotschi. Der Start ging für die Karibik-Combo aber gründlich in die Hose.

Das Olympia-Abenteuer begann für Jamaikas Bobteam chaotisch, doch nach dem ersten Trainingslauf am Donnerstag war die Anreise voller Hindernisse vergessen. Pilot Winston Watts strahlte, auch weil mit einem Tag Verspätung endlich das Gepäck und die fehlende Ausrüstung der Karibik-Combo in Sotschi angekommen sind.

Eigentlich hätte „Jambob“ schon am Mittwoch erste Erfahrungen im Eiskanal des Sanki Sliding Center sammeln sollen, doch ohne Helme, Schuhe und Anzüge war das unmöglich. „Das war frustrierend“, sagte der 46-Jährige Watts, der mit Anschieber Marvin Dixon erstmals seit 2002 wieder einen Jamaika-Bob bei Olympia zu Tal bringen wird.

Trotz der wenig optimalen Vorbereitung peilen die Jamaikaner im Zweier-Wettbewerb am 16. und 17. Februar einen Platz unter den besten 15 Teams an. „Das wäre gigantisch“, sagte Teammanager David Vehreschild, „mit professionellerem Training ist in Zukunft sogar noch mehr möglich.“

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Die Grundlage dafür ist geschaffen. Nach Jahren der finanziellen Unsicherheit löste die Nachricht von der erfolgreichen Olympia-Qualifikation eine Welle der Sympathie aus, über sogenanntes „Crowdfunding“ (Schwarmfinanzierung) spendeten viele Menschen mehr als 170.000 US-Dollar (125.000 Euro), um dem Team den kostspieligen Start in Sotschi zu ermöglichen. Ein südkoreanischer Elektronikkonzern (Samsung) konnte zudem als finanzstarker Sponsor gewonnen werden.

Diese Wintersportarten sind olympisch

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Jamaika und Bob - das lässt die Herzen der Sportfans eben höher schlagen. Die aufsehenerregende Olympia-Premiere der Jamaikaner 1988 in Calgary diente als Vorlage für den Hollywood-Klassiker „Cool Runnings“, in dem die vier Exoten erst belächelt, dann gemobbt und schließlich bejubelt werden. Auch das heutige Team hat dieser Film stark beeinflusst. „Er ist eine große Inspiration“, sagt Watts.

Möglich wurde die erfolgreiche Qualifikation auch durch deutsche Hilfe. Den Carbon-Schlitten stellt eine Firma aus Traunstein her, der Kontakt kam über den deutschen Bundestrainer Christoph Langen zustande. Auch die Helme sind „Made in Germany“. Zudem kümmert sich ein deutsches Logistik-Unternehmen um den Transport der Geräte.

„Die Jamaikaner sind wohl das berühmteste Bobteam überhaupt“, sagt Bundestrainer Langen. Noch berühmter wäre es natürlich, wenn man irgendwann einmal Sprint-König Usain Bolt als Anschieber gewinnen könnte. Im Werbefilm „Keep on Pushing“ sagt der sechsmalige Olympiasieger aus Spaß: „Ich werde versuchen, ins Bobteam von Jamaika zu kommen.“

Das aber sei utopisch, erklärt Vehreschild: „Er hat einmal gesagt, er habe das Team schon immer bewundert, aber Sport in langen Hosen wären nichts für ihn.“

SID

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