Davis-Cup

Zittersieg gegen Polen: Struff rettet Davis-Cup-Team

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Das Deutsche Davis-Cup-Team mit Teamchef Michael Kohlmann (l-r) und den Spielern Jan-Lennard Struff, Florian Mayer, Daniel Brands sowie Daniel Masur posiert nach dem Sieg von Struff über den Polen Hurkacz für ein Gruppenbild. 

Berlin - Nur mit knapper Not ist das deutsche Davis-Cup-Team dem Abstieg aus der Weltgruppe entgangen - und das nach einer 2:0-Führung im Heimspiel gegen Außenseiter Polen. Matchwinner war Jan-Lennard Struff. Einen Rücktritt gab es trotzdem, der Kapitän bleibt auch 2017.

Matchwinner Jan-Lennard Struff hüllte sich in eine schwarz-rot-goldene Fahne, das erleichterte deutsche Davis-Cup-Team und 2700 Tennis-Fans im Berliner Steffi-Graf-Stadion applaudierten nach dem geschafften Klassenverbleib begeistert. Mit dem Sieg im entscheidenden Einzel rettete der 26 Jahre alte Sauerländer den ersatzgeschwächten Gastgebern den schwer erkämpften 3:2-Sieg im Relegationsspiel gegen Polen. Nach dem verspielten 2:0-Vorsprung gewann Struff am Sonntag 7:6 (7:4), 6:4, 6:1 gegen den Weltranglisten-329. Hubert Hurkacz und holte seinen zweiten Punkt am Wochenende.

Struffs bislang wichtigster Erfolg

Damit vermieden die lange Zeit verkrampften Gastgeber 13 Jahre nach dem bislang letzten Abstieg noch den dritten Sturz in die Zweitklassigkeit, der nach einer Niederlage des anschließend zurückgetretenen Florian Mayer zwischenzeitlich drohte. „Ich habe als kleines Kind davon geträumt, jetzt bin ich hier - das ist Wahnsinn“, sagte Struff nach seinem bislang wichtigsten Erfolg. „Er kann sehr, sehr stolz auf sich sein“, sagte Kapitän Michael Kohlmann über den 67. der Weltrangliste. Auch er hatte nicht eine derart enge Partie gegen die wackeren Polen erwartet. Am Schlusstag wurde es noch einmal extrem spannend, weil der nervenschwache Mayer 2:6, 6:4, 2:6, 3:6 gegen Außenseiter Kamil Majchrzak verlor. Am Samstag hatten Daniel Brands und der starke Debütant Daniel Masur im Doppel trotz 2:0-Satzführung noch 7:6 (7:5), 6:4, 3:6, 4:6, 2:6 gegen die Spezialisten Lukasz Kubot und Marcin Matkowski verloren. So hätte es fast noch die Quittung nach den Absagen von Alexander Zverev und Dustin Brown und dem Ausfall des verletzten Philipp Kohlschreiber gegeben. Eine Woche nach dem strahlenden US-Open-Triumph von Angelique Kerber verhinderte Struff unerwünschte Negativschlagzeilen für das deutsche Tennis. „Puh... Bravo Männer! Sieg ist Sieg!!!“, twitterte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner. „Heute überwiegt bei mir die Freude, nächste Woche wird alles andere aufgearbeitet“, sagte Ulrich Klaus, der Präsident des Deutschen Tennis Bundes.

Mayer erklärt Davis-Cup-Abschied

Er bestätigte, dass der seit 2015 amtierende Kohlmann auch im kommenden Jahr Kapitän ist und sogar weitere zwei Jahre für den Nachwuchs zuständig bleibt. Struff zeigte von Beginn an eine ganz andere Körpersprache als Mayer, der dem Druck nicht mehr gewachsen war. „Er hatte dieses Vollgas in sich selbst und hat das drei Sätze durchgezogen“, erklärte Kohlmann nach der zweistündigen Partie. Zwar konnte Struff im ersten Satz bei Führungen von 5:4 und 6:5 nicht seinen Aufschlag durchbringen, setzte sich aber im Tiebreak durch. Der 26 Jahre alte Sauerländer machte danach das 0:2 im zweiten Satz sofort wett und profitierte beim Satzball von einem Rückhandfehler von Hurkacz. Der 19-Jährige bot wie bei seiner Niederlage am Freitag gegen Mayer nach besten Kräften Paroli, half Struff aber auch in entscheidenden Momenten unfreiwillig. Der sensible Mayer verkündete nach seiner verzagten Vorstellung gegen den Weltranglisten-277. 

Majchrzak, in der ihn mentale und körperliche Probleme plagten, seinen Davis-Cup-Abschied. „Es war eine lange Reise und eine schöne Zeit für Deutschland. Ich möchte den Weg freimachen für die nächste Generation“, erklärte der 2004 erstmals eingesetzte Mayer nach der neunten Niederlage im 19. Davis-Cup-Einzel. „Es fällt mir nicht leicht, aber es ist jetzt auch endgültig“, betonte er. Auf der ATP-Tour soll es aber für den bald 33-Jährigen noch weitergehen.

dpa

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