Der größere Druck liegt zunächst einmal bei den Gästen aus Augsburg. Durch das Sportbund-Auswärtstor vom Mittwoch, erzielt von Christoph Börtschök per direktem Freistoß, sind die Fuggerstädter erst einmal in der Pflicht: Sie müssen ein Tor schießen, wenn sie die nächste Runde erreichen wollen. Dem SBR würde theoretisch ein torloses Unentschieden reichen, worauf sich Trainer Walter Werner aber nicht einlassen wird: "Wichtig ist zwar, dass wir unsere Ordnung halten und defensiv stabil sind. Aber wir spielen sicher nicht auf ein 0:0, sondern wollen uns auch selbst Chancen erspielen und diese dann auch nutzen."
Letzteres hat in Augsburg noch nicht so geklappt, weshalb die Rosenheimer im zweiten Durchgang nur eine Großchance besaßen, die Dominik Schlosser vergab. "Wir müssen uns da etwas besser behaupten und auch die Zuspiele in die Spitze konzentrierter spielen", sagt Werner. Insgesamt war er mit der Leistung seiner Mannschaft durchaus zufrieden: "Wir haben ein gutes Ergebnis erreicht - das hat uns keiner so zugetraut." Klar, denn weiterhin hat er mit Manuel Ring, Franz Eyrainer, Michael Hofer und Matthias Poschauko vier wichtige Akteure im Team zu ersetzen, andere Spieler sind erst wieder genesen oder müssen auf ungewohnten Positionen ran. "Aus unseren Möglichkeiten haben wir das Beste gemacht", meint der Sportbund-Trainer, den Schönspielerei nun überhaupt nicht interessiert. "Diese Spiele sind allesamt rein ergebnisorientiert. Das hat man auch an den meisten anderen Resultaten in der Relegation gesehen", sagt Werner. In dieser Hinsicht baut er auf die größere Erfahrung seiner Spieler, die auch schon so manche Relegationsschlacht erfolgreich geschlagen haben.
Die größere Euphorie dürfte bei den Gästen liegen. "Jung, dynamisch, laufstark", so beschreibt der Rosenheimer Coach den Auftritt der Augsburger, der ihn so aber auch nicht verwunderte. "Die habe ich so erwartet", sagt er. Der Landesliga-Süd-Vizemeister hat quasi bestätigt, was Werners Informanten vorab bescheinigt hatten. FCA-Trainer Roland Bahl muss seine Anfangsformation umstellen, denn mit Routinier Michael Bock (Achillessehnenriss) fällt ein zentraler Mittelfeldspieler aus. Er musste im Hinspiel nach zehn Minuten vom Platz. "Nach diesem Schock hat es dann einige Zeit gedauert, bis wir unseren Rhythmus gefunden haben", meinte Bahl, der sich darüber freut, "dass wir wirklich noch alle Chancen auf das Weiterkommen haben". Noch mit dabei ist bei den Augsburgern übrigens Torwart Ioannis Gelios. Er muss erst in der kommenden Woche zu den Länderspielen mit der griechischen U21-Nationalmannschaft nach Athen reisen.
Für Walter Werner hat sich an der Ausgangsposition nicht viel verändert: "Leichter wird das Spiel für uns nicht", sagt er - auch mit dem Wissen, dass der FCA in der Landesliga Süd die beste Auswärtsmannschaft war, mehr als die Hälfte seiner Gastspiele gewann. Der Sportbund hingegen hat neun seiner elf Punkte in der Frühjahrsrunde vor heimischer Kulisse geholt - wie gesagt: Ein Duell auf Augenhöhe. Werner lässt offen, ob das Börtschok-Tor der entscheidende Vorteil sein kann. "Wenn es nach den vielen Experten geht, dann schon. Ich hoffe, dass sich das dann auch bewahrheitet."
tn/Oberbayerischess Volksblatt










