Bis kommenden Sonntag haben sie fünf Etappen mit einer Gesamtlänge von 801,9 Kilometern vor sich – die längste weiß-blaue Rundfahrt seit zehn Jahren. Zielort ist das oberfränkische Bamberg, Etappenorte nach Traunstein sind Kempten, Treuchtlingen und Feuchtwangen. Trikotwertungen gibt es in Gelb für den Gesamtsieger, in Weiß für den besten Nachwuchsfahrer, für den Bergkönig (ebenfalls in Weiß) und den stärksten Sprinter (Blau). Daneben wird am Ende natürlich auch das beste Team ausgezeichnet.
Starter Stefan Bölck schickte die Radpiloten vor mehreren hundert Zuschauern auf die Reise. Nach drei neutralen Runden durch die Stadt gab’s kein langsames Einrollen. Das erste Teilstück bis Penzberg avancierte gleich einmal zur Königsetappe. Zunächst ging’s vom Start in Traunstein zwar rund 50 Kilometer flach dahin, die beiden Sprintwertungen in Eggstätt (bei Kilometer 24) und Prien am Chiemsee (51) waren jedoch schon die ersten Prüfsteine für die schnellen Männer im Feld. Danach heißt es die Zähne zusammenbeißen, denn es geht danach ständig bergauf und bergab, bis zur ersten Bergwertung in Törwang am Samerberg.
Richtig schwer wird’s beim Anstieg von Oberaudorf zum Sudelfeld, mit 1.011 Metern das Dach der diesjährigen Rundfahrt und eine Bergwertung der höchsten Kategorie. Auf den verbleibenden 100 Kilometern bis zum Ziel in Penzberg bleibt es abwechslungsreich mit vielen giftigen Anstiegen und schnellen Abfahrten.
Das heutige Finale auf der Bahnhofstraße in Penzberg ist ebenso offen wie spannend. Denn wie hat es der Sportliche Leiter Hartmut Bölts formuliert: „Wer die Bayern Rundfahrt gewinnen will, muss sich hier schon vorne zeigen.“
Thomas Voeckler hat die Bayern-Rundfahrt für sich entdeckt: „Das ist keine Vorbereitung auf die Tour de France, hier wird beinhart gefahren, das ist absolut ernster Rennsport“, so der eher kleine Franzose, der sich gewohnt angriffslustig zeigen will.
Mit dabei ist auch der Niederländer John Degenkolb, im vergangenen Jahr Etappensieger in Bad Gögging, in bester Laune und mit viel Ambitionen für die anstehenden rund 802 Kilometer. 2011 wurde er zum schönsten Teilnehmer der Bayern-Tour gekürt – ob er diesen Titel heuer verteidigen darf, konnte das Moderatoren- Duo vorerst nicht ausmachen.
Die Bilder der Team-Präsentation
Auch die beiden jungen deutschen Mannschaften - Team Heizomat und das Thüringer Energie Team (das Durchschnittsalter der Fahrer in diesen Teams liegt bei 20,5 Jahren) – ist mit viel Ehrgeiz ins Rennen gegangen. Als Favoriten gelten andere: Titelverteidiger Sky Procycling aus Großbritannien, die Dänen von Saxo Bank, Radioshack-Nissan aus Luxemburg, die spanische Formation Euskaltel-Euskadi oder die italienische Spitzen- Mannschaft Lampre ISD.
Ein paar hundert Radsport-Begeisterte kamen. Der Regen stoppte just zum Beginn des Abendprogramms mit Einrad- und Hochradfahrern, Musik von den „Springern“ und jede Menge kleinerer Einlagen. Viele Stände informierten die Besucher rund um den Radsport sowie die Tourismusregion Chiemgau. So manch einer entdeckte dabei neue Möglichkeiten, sich im heimischen Gebiet mit dem Fahrrad zu bewegen. Freilich kamen die kulinarischen Genüsse rund um die große Bühne nicht zu kurz.
Auf der großen Bühne des Radsports in Traunstein mit dabei: Die vier Special Olympics- Radsportler Klaus Schauerhammer und Christopher Günther aus Traunstein sowie Holm Hoffmann aus Kleinwachau und David Panke vom Förderverein Hochrhein. Bei den derzeit in München stattfindenden nationalen Spielen kämpfen die vier Athleten um Medaillen.
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