„Wenn mir einer vor der Saison gesagt hätte, dass wir nach dem Abstieg sofort wieder Meister werden, hätte ich ihn für verrückt erklärt“, so Mannschaftskapitän Simon Krumscheid zur abgelaufenen Saison 2011/2012 der Traunsteiner „Zebras“ in der Bezirksliga Oberbayern Gr.2. Nach dem Vorjahresabstieg aus der BOL glaubte kaum Jemand an eine sofortige Rückkehr in Oberbayerns höchste Spielklasse.
Viele Dinge lagen im Argen, denn mit Trainer Gerd Reckin und den Leistungsträgern Johannes Pradler, Alexander Seidl, Benjamin Drechsler, Jürgen Markon und Sebastian Steinmüller verließen auch Stephan Brandl und die Brüder Toch den ESV. Somit waren aus dem Vorjahreskader nur noch neun Spieler übrig geblieben, die nun nicht so recht wussten wie es weitergehen sollte.
Abteilungsleiter Armin Brunner schaffte es aber in kurzer Zeit mit dem Salzburger Herbert Wagner einen kompetenten Mann als Trainer zu verpflichten, der mit Ricardo Pitsch und Jacek Tomala auch zwei Verstärkungen mit in die Große Kreisstadt brachte. Mit seinem Co-Trainer Lorenz Stock begann nun eine wahre Aufbruchsstimmung in der Vorbereitung, denn mit Rückkehrer Michael Schanz sowie Philip Fuchs , Christoph Rauh und Benedikt Sperl standen kurz vor Rundenbeginn die nächsten Neuzugänge fest. Trotz der vielversprechenden Verstärkungen musste die Mannschaft erst einmal zusammenwachsen, sodass von einer Favoritenrolle in der Bezirksliga überhaupt nicht die Rede sein konnte. Anwärter auf die Meisterschaft waren eher der SV-DJK Taufkirchen und die Mitabsteiger Prien und Föching.
Ziel für die Mannschaft war es nun, jedes Spiel der Rückrunde zu gewinnen und gleichzeitig auf Ausrutscher der Konkurrenz zu hoffen. Für viele ein schier unmögliches Unterfangen, aber die „Eisenbahner“ nahmen diese Herausforderung an. Nach einer gut verlaufenden Rückrundenvorbereitung kam die Mannschaft wieder hervorragend in den Ligaalltag zurück und sicherte sich einen Sieg nach dem Anderen. Vor allem in den Heimbegegnungen gegen Föching und Taufkirchen hatte der ESV sehr schwer zu kämpfen. Dennoch ging die Mannschaft in diesen Spielen an ihre Grenzen und blieb auch in diesen Begegnungen siegreich.
Mit Matthias Hinz schloss sich nun zum richtigen Zeitpunkt ein weiterer talentierter und junger Spieler den Traunsteinern an und sorgte vor allem auf der Spielmacherposition für Entlastung, die sich vor allem in den Heimderbys gegen Traunreut und Prien als klarer Vorteil erwies. Während nun die Konkurrenz im Meisterschaftskampf schwächelte, brachten sich die „Eisenbahner“ durch ihren Spielrausch nun wieder als Titelkandidat mit ein. Durch die „Priener-Schützenhilfe“ im Spiel gegen Föching hatte es die Mannschaft dann zwei Spieltage vor Schluss wieder selbst in der Hand die Meisterschaft nach Traunstein zu holen. Diese Chance ließ sich der ESV dann in den Spielen gegen Bruckmühl und Sauerlach nicht mehr nehmen und beendete mit dem Titelgewinn eine überaus verrückte Saison, denn nur durch den besseren direkten Vergleich gegenüber den punktgleichen Mannschaften aus Taufkirchen und Föching holte der ESV am Ende doch noch ein wenig glücklich die Meisterschaft.
Zu hoffen ist nun das diese erfolgreiche Mannschaft, in der laut Herbert Wagner noch sehr viel Potenzial steckt, weitgehend zusammenbleibt um nun auch in der Bezirksoberliga als Sportbund Chiemgau Traunstein konkurrenzfähig zu sein. Was die Vorbereitung der künftigen Sportbund-Handballer anbetrifft, wird das Training voraussichtlich ab dem 20.Juni in Angriff genommen werden.
Pressemitteilung ESV Traunstein Handball












