Biathlon-Talent Sophia Schneider aus Vachendorf

Zwischen Abi-Stress und Weltcup-Träumen

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Biathletin Sophia Schneider aus Vachendorf

Vachendorf - Von ihren Klassenkameradinnen am Traunsteiner Anette Kolb Gymnasium wird Sophia Schneider wohl oft beneidet. Die 18-Jährige gehört in ihrer Altersklasse zu den besten Biathletinnen in Deutschland.

Deswegen darf sie öfters dem Unterricht fernbleiben, vor allem wenn Wettkämpfe und Trainingslager anstehen. Umso erstaunlicher ist nun der Schritt von Schneider, mitten in der Saison die Skier und das Gewehr in die Ecke zu stellen und sich voll auf die Schule zu konzentrieren. "Ich möchte  unbedingt mein Abitur schaffen und das ist zusammen mit dem Sport sehr schwierig. Derzeit schreiben wir viele Klausuren und mir ist die Schule jetzt einfach wichtiger", erklärte die Biathletin aus Vachendorf, die für den SV Oberteisendorf startet. Ihren Schritt hat sie mit ihrer Familie und ihrem Trainer Kristian Mehringer besprochen. „Der Trainer findet das voll in Ordnung und die Familie sowieso“, freut sich die 18-Jährige.

Der Schritt ist von langer Hand geplant. Bereits im Sommer ist ihr klar gewesen, wenn sie die Teilnahme an der Junioren-WM in Rumänien schafft und dort einigermaßen erfolgreich sein wird, dann wird sie danach die Saison beenden und für das Abi büffeln. „Das alles ist eingetroffen, sonst hätte ich es mir vielleicht anders überlegt“, gibt sie offen zu. Dabei hat es im Sommer für Sophia Schneider gar nicht gut ausgesehen.

Trainer Mehringer die wichtige Bezugsperson

Zwei Monate konnte sie wegen einer Erkrankung die Saisonvorbereitung nicht optimal bestreiten. „Ich habe im Prinzip nichts machen können und es hat lange gedauert, bis ich wieder fit gewesen bin.“ Immerhin sind bei der Junioren-WM für das Talent gute Plätze herausgesprungen. Im Einzel kam sie auf den vierten Platz, bei einem Fehler weniger wäre es die Goldmedaille gewesen. „Natürlich denkt man nach dem Rennen darüber nach, was wäre, wenn? Am nächsten Tag ist das aber abgehakt, schließlich steht das nächste Rennen an“, gibt sie ehrlich zu.

Einer der wichtigsten Bezugspersonen ist für Sophia Schneider ihr Trainer Kristian Mehringer am Stützpunkt Ruhpolding. „Er kümmert sich immer um seine Sportler, auch wenn man mal krank ist. Er ist einfach für die Sportler immer da.“ In ihrer Trainingsgruppe ist sie derzeit die Älteste, teilweise sind die anderen Skijäger bis zu drei Jahre jünger. „Wir haben einen großen Zusammenhalt in der Gruppe. Die jüngeren sind meistens noch ziemlich locker.“

Plan B gibt es auch

Angefangen hat Sophias Schneider mit dem Langlaufen. Das ist ihr ziemlich schnell etwas langweilig geworden. Biathlon wollte sie schon immer machen, deswegen ist sie sogar zu einem Schützenverein gegangen. Früher ist Magdalena Neuner ihr großes Vorbild gewesen, aktuell orientiert sie sich an Franziska Preuß. Nach dem Abitur will sie im Sommer zu einer Behörde und Profi-Sportlerin werden. Allerdings gibt es auch einen Plan B. „Solange ich eine Perspektive habe, werde ich dieses Ziel verfolgen“, sollte es nicht klappen, will sie im Bereich Sportwissenschaften oder Kunst und Design ihren Weg machen. 

Sportlich träumt sie von Einsätzen im Weltcup, sagt aber auch, dass das derzeit noch sehr weit hergeholt ist. „Ich bin schon ehrgeizig, es gibt aber auch Tage, vor allem im Sommer, wo es schon schwer fällt, zu trainieren“, gesteht sie. „Im Winter ist das Training aber eine gute Möglichkeit, sich von der Schule abzureagieren.“ Die Frage, ob sie den immer die Schulbücher bei Wettkämpfen oder Trainingslagern im Gepäck hat, beantwortet sie mit einem eindeutigen "Ja" und meint: „Aus Prinzip kommen sie ins Gepäck, weil man denkt, dass man dafür Zeit hat. Meistens bleibt es aber beim Versuch.“ Dieses Problem hat sie vorerst gelöst, aktuell bestimmen die Schulbücher das Leben von Sophia Schneider.

SJH

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