Volleyball-WM in Polen

Pollinger Ferdinand Tille jubelt über Bronze

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Ferdinand Tille (rechts) bei der Siegerehrung am Sonntagabend. Der Pollinger Libero stand aufgrund von Oberschenkelproblemen im Spiel um Platz drei nicht auf dem Feld.
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Katowice/Polling - Historischer Erfolg für Ferdinand Tille und Co.! Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft holte am Sonntag gegen Frankreich die Bronze-Medaille.

Die deutsche Volleyball-Nationalmannschaft mit dem Pollinger Libero Ferdinand Tille hat Historisches erreicht. Mit dem Sieg gegen Frankreich im Spiel um Platz drei am Sonntagnachmittag im polnischen Katowice gewann das Team von Trainer Vital Heynen die Bronzemedaille. Dies ist der erste Medaillenerfolg einer deutschen Mannschaft seit 44 Jahren. 1970 hatte die DDR-Auswahl bei der WM in Bulgarien den Titel geholt.

"Wussten, dass wir eine Chance haben"

Ferdinand Tille in Aktion

Im Gespräch mit unserer Redaktion am Montagvormittag konnte Ferdinand Tille den Erfolg seiner Mannschaft noch nicht so recht einordnen, zu frisch sind die Eindrücke. "Das ist noch zu viel für uns. Das hat noch keiner so richtig realisiert", so der 25-Jährige. Der Sieg gegen Frankreich war auch eine Revanche für die Niederlage in der dritten Runde. Zum Auftakt in der Gruppe G verlor die deutsche Mannschaft gegen die Franzosen deutlich mit 0:3, der erste Satz ging mit 15:25 enttäuschend klar verloren. Angespannt war das Team von Bundestrainer Heynen vor dem Spiel um Platz drei trotzdem nicht. "Wir wussten, dass wir, wenn wir unser Spiel spielen, auch eine reelle Chance haben. Wir haben versucht, uns das vor Augen zu halten", erzählt Tille.

Offenbar eine erfolgreiche Strategie, denn die deutsche Mannschaft setzte sich glatt in drei Sätzen (25:21, 26:24, 25:23) durch. "Die Franzosen haben als Team nicht so gut gespielt wie im ersten Spiel - und wir haben als Team einfach besser gespielt als im ersten Spiel", so Tille. "Wir haben im ersten Spiel zwei Sätze nur ganz knapp verloren und deswegen wussten wir auch, dass wir auf jeden Fall eine Chance haben, wenn wir als Team zusammenspielen und jeder seine Leistung bringt."

Tille stand nicht auf dem Feld

Tille persönlich musste gegen Ende des Turniers allerdings einen Rückschlag hinnehmen. Nach starken Leistungen über weite Strecken der WM hatte der Pollinger zuletzt Beschwerden am Oberschenkel. Im Spiel um Platz drei stand der 25-Jährige deshalb gar nicht auf dem Feld. "Ich hatte Probleme am Oberschenkel die letzten Spiele, deswegen war ich nicht bei 100 Prozent." Auch auf eine individuelle Auszeichnung wie vor vier Jahren, als Tille zum besten Libero des WM-Turniers gekürt wurde, musste der Pollinger dieses Mal verzichten. Angesichts der WM-Medaille dürfte der 25-Jährige dies aber verschmerzen. Tilles Nachfolger als bester Libero der WM ist der Jenia Grebennikov. Der 24-jährige Franzose ist zugleich der einzige individuell geehrte Spieler des Turniers ohne Edelmetall.

Tille spielt bald in der Liga des Weltmeisters

Noch am Montag fliegen Tille und Co. zurück nach Deutschland. Der Pollinger Libero wird Polen aber nur für kurze Zeit verlassen. In der kommenden Saison spielt er für den polnischen Meister Skra Belchatow. Dort wird Tille gemeinsam mit mehreren frisch gebackenen polnischen Weltmeistern auf dem Feld stehen, darunter der - offiziell gekürte -  "wertvollste Spieler des Turniers" Mariusz Wlazły. "Ich glaube, das wird richtig krass jetzt in Polen die nächste Zeit", sagt Tille. Dabei denkt der Pollinger auch an die polnischen Fans. "Die Polen sind eh schon volleyballverrückt, aber jetzt wird das noch mehr. Das wird für uns als Mannschaft sehr schön. Ich freu mich drauf."

Schon in den letzten drei WM-Wochen habe er erlebt, "was da in Polen abgeht", so Tille. Das werde auch in der Liga nicht anders sein. "Ich freue mich auf eine gute Liga, tolle Fans – was will man mehr?"

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