Welche Winterreifen taugen etwas bei Eis und Schnee? Wie wirkt sich das Material auf den Spritverbrauch aus?

© ADAC/dpa
Der ADAC testet Reifen stets nach verschiedenen Prüfkriterien: Geringer Rollwiederstand und gute Bremseigenschaften soll ein Reifen haben.
Autobauer entwickeln kleinere Motoren und Spritspartechnologien. Reifenhersteller wollen jetzt mit neue Gummimischungen den Rollwiderstand verringern und somit helfen, den Spritverbrauch insgesamt zu senken.
Und das ist keineswegs nur ein Thema für sogenannte Öko-Modelle. Selbst die Hersteller ausgesprochen sportlicher Fahrzeuge schrieben ihnen inzwischen ins Lastenheft, dass neue Reifen zu einem geringeren Spritverbrauch ihrer Autos beitragen müssen, erzählt Klaus Engelhart vom Reifenhersteller Continental.
Je weniger Sprit ein Reifen verbraucht, desto schlechter werden die Nassbremseigenschaften, räumt auch Continental-Sprecher Klaus Engelhart ein. Das größte Problem bei der Entwicklung neuer Reifen ist laut Thiemel, dass die Änderung eines Kriteriums immer auch Nachteile in anderen Bereichen bewirkt. Ein guter Autoreifen müsse aber in allen Punkten überzeugen, betont der ADAC-Experte.
Darauf achteten nicht zuletzt die Ingenieure des Clubs bei ihren regelmäßigen Reifentests. Vorteile bei den Umwelteigenschaften, die durch Nachteile beim Bremsverhalten erkauft wurden, führten zwangsläufig zur Abwertung. Denn Abstriche bei der Sicherheit dürfe es nicht geben.
Am besten schnitten erfahrungsgemäß sogenannte Kompromissreifen ab, bei denen sich die Eigenschaften Nassgriff, Rollwiderstand und Abrieb ausgewogen zueinander verhalten.
Reifenfachleute bezeichneten diese Kriterien als “magisches Dreieck“, erzählt DIK-Experte Alshuth. “Einen in der Summe guten Reifen zu entwickeln, ist aufwendig und teuer“, ergänzt ADAC-Experte Thiemel. Die Zugabe von Silica zur Laufflächenmischung mache den Zielkonflikt immerhin “beherrschbarer“, sagt Continental-Sprecher Engelhart. Auch über das Profil lasse sich noch einiges an Spritsparpotenzial aus dem Reifen herausholen: Es wird so angelegt, dass er sich möglichst wenig verformt.
Allerdings sollte man nicht vergessen, dass die Reifen nur für ein Fünftel des Rollwiderstands eines Autos verantwortlich sind, sagt Engelhart. Und der wiederum ist nur ein kleines von vielen Kriterien, die letztlich den Spritverbrauch ausmachen. Ein viel größeres Sparpotenzial stecke immer noch im Gasfuß vieler Autofahrer. Daran ändert selbst die Tatsache nichts, dass sie rollwiderstandsoptimierte Reifen aufgezogen haben.
Felix Rehwald, dpa



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