„Der Alte“ im Ruhestand

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Der Charme eines alten Herren, liebevoll altmodisch. Rolf Schimpf spielte 20 Jahre lang den Kommissar in „Der Alte“.

München - Der liebevollen Charme eines Großvaters - das ist Rolf Schimpf. 20 Jahre lang spielte er die Hauptrolle in „Der Alte“ spielte. Es ist still geworden um ihn.

Mehr als 20 Jahre war Rolf Schimpf “Der Alte“. Den gibt es im ZDF zwar immer noch, wenn auch mit Walter Kreye in der Hauptrolle. Der hat seinen Vorgänger Anfang 2008 beerbt. Seitdem ist es um den “alten Alten“ ruhiger geworden. Seine Auftritte in der Öffentlichkeit sind weniger geworden. In der ARD-Serie “Sturm der Liebe“ hatte Schimpf in der Rolle des Korbinian Niederbühl in diesem Jahr eine Gastrolle, auch in der “Der Alte“-Folge “Taximörder“ mit Kreye als Ermittler. An diesem Samstag feiert der gebürtige Berliner und Wahl-Münchner, der mit seiner Frau, der Schauspielerin Ilse Zielstorff, seit 1970 verheiratet ist, seinen 85. Geburtstag. Mit feinem Lächeln, Einfühlsamkeit und Beharrlichkeit hat Schimpf als Münchner Hauptkommissar Leo Kress in 222 Fällen für die ZDF-Reihe ermittelt. Am 21. Dezember 2007 war der Schauspieler in der Folge “Jakob“ zum letzten Mal als sympathischer und manchmal ein wenig hausbackener Kriminalbeamter zu sehen, der am Ende in Pension geht.

Glück gehabt

Seinen Vorgänger als “Der Alte“ hatte es viel schlimmer getroffen, als er von der Kugel eines Selbstmörders tödlich getroffen wurde. Auch wenn Schimpf nicht mehr aktiv ist, “Der Alte“ ist in vielen Regionen der Welt, ob Abu Dhabi, Brasilien und Südafrika, zu sehen und hat damit fast so eine Erfolgsgeschichte hingelegt wie “Derrick“. “Ich habe es für richtig gehalten, aufzuhören, nachdem der Altersunterschied zwischen der Rolle und mir so groß wurde, wie er jetzt ist“, begründete Schimpf seinen Abschied vor knapp zwei Jahren. Danach verbrachte Schimpf viel Zeit mit seiner Frau - auf Reisen, auf der Jagd in der freien Natur oder zu Hause in München. Ein bisschen fehle ihm das anstrengende Leben am Filmset aber, sagte er nach seinem Ausstieg aus der Serie. “Natürlich vermisse ich das - man dreht Däumchen zu Hause“, sagte er. Gerne würde er wieder etwas machen, doch bislang sei noch nichts dabei gewesen, was ihn vom Sessel gerissen habe. Dass Schimpf überhaupt als Schauspieler Karriere gemacht hat, war einem Zufall zu verdanken.

Vom Arzt zum Schauspieler

Eigentlich wollte er Arzt werden, bekam aber nach dem Zweiten Weltkrieg keinen Studienplatz. Ein Studium der Forstwissenschaft erschien ihm zu anstrengend und zu lang und so landete er in der Schauspielschule Stuttgart und beim Theater. “Da war's dann gelaufen, da wusste ich dann, wo ich hingehöre!“ Keine Gewaltspektakel, keine hitzigen Verfolgungsjagden - der Erfolg der ZDF-Serie, die zuletzt mit Schimpf als Hauptfigur fünf bis sechs Millionen Zuschauer pro Folge einschalteten, liegt seiner Ansicht nach in ihrer Ruhe. “Wir werden zugeschüttet mit amerikanischen Serien, die sehr stark auf Action beruhen, aber das ist nicht unsere Sache“, sagte Schimpf einmal in einem dpa-Interview. Die Faszination Krimi lässt Rolf Schimpf, der als Sohn eines Marineoffiziers geboren wurde, immer noch nicht los. “Es ist ein großes Rätsel, bei dem man mitdenken muss“, erklärte er seinen Ansporn. Der treibe ihn eigenen Angaben nach sogar dazu, Krimiserien anderer TV-Kommissare genauestens mitzuverfolgen. Dabei bereitet es ihm eine diebische Freude, Fehler bei anderen aufzudecken. “Wenn einer einen Revolver in der Hand hat und redet von einer Pistole, dann reißt es mich“, sagte Schimpf. Mittlerweile habe er so großes Vertrauen in seine Ermittlungserfahrung, dass er sich zweifellos zutrauen würde, auch im echten Leben einen Mord zu lösen.

dpa

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