Dieser Lehrer lässt Schuhbeck alt aussehen

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Schuhbeck gegen Schuhbeck
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Sebastian Schuhbeck nimmt die Klage gelassen. "Ich bitte Sie, Alfons ist doch nicht so bekannt wie Shell!"

München/Traunstein - Es läuft nicht für Alfons Schuhbeck. Im Rechtsstreit mit dem Traunsteiner Lehrer Sebastian Schuhbeck muss der Star-Koch jetzt einen ersten Rückzieher machen.

Morgen, 6.12. 2011, sollte der Markenrechtsprozess "Schuhbeck gegen Schuhbeck"  im Landgericht München I stattfinden. Dort sollte geklärt werden, ob der Traunsteiner Religionslehrer Sebastian Schuhbeck weiterhin die Internet-Domains schuhbeck.com und schuhbeck.org betreiben darf. Koch Alfons Schuhbeck, per Adoption entfernter Verwandter des Lehrers, klagt auf Herausgabe derselben, weil es andernfalls seine internationalen Geschäfte beeinträchtigen würde (wir berichteten). 

Star-Koch Alfons Schuhbeck

Ein Kampf David gegen Goliath scheint es. Doch genau wie in der Bibel könnte der (Koch-)Riese eins auf die Mütze bekommen. Medial ist es derzeit schon so. Denn Sebastian Schuhbeck hat die Lust an der Pressearbeit entdeckt und durch zahlreiche Veröffentlichungen einen Sturm gegen den berühmten Namensvetter entfacht."Der Sieger der Herzen bin ich jetzt schon", sagt der Traunsteiner süffisant. Unumwunden gibt er zu, dass er den Domain-Streit inzwischen "gelassen und amüsiert" verfolgt. "Ich bekomme so viele Solidaritäts-E-Mails von fremden Leuten oder positive Facebook-Kommentare oder werde sogar auf der Straße angesprochen. Alle sagen, ich solle konsequent bleiben und nicht klein beigeben", sagt er.

Seit letzter Woche gibt der Lehrer auch nahezu pausenlos Interviews. Medien aus der ganzen Bundesrepublik interessieren sich für Schuhbeck gegen Schuhbeck. Ein Image-GAU für den TV-Koch, der in dieser Woche eigentlich mit einem großen Fast-Food-Werbedeal auftrumpfen will.

Schuhbeck und Hoeneß als Fast-Food-Könige

Jedenfalls legte sein Anwalt Ende vergangener Woche in Sachen Domain-Streit jetzt die Notbremse ein. Der Prozesstermin morgen wird auf Antrag der Alfons-Schuhbeck-Seite um ein halbes Jahr verschoben. Man wolle die Zeit für ein Vermittlungsgespräch mit Sebastian Schuhbeck nutzen.

Der lacht über das Manöver nur: "Das haben sie letztes Jahr auch schon haben wollen. Ein Vierergespräch mit Alfons, mir und unseren Anwälten in München. Hab ich auch nicht gemacht. Was soll denn da auch vermittelt werden? Ich will die Domains ja nicht verkaufen. Das sind meine Familien-Domains. Wenn der Alfons mir aber meine bisherigen Kosten von rund 2000 Euro bezahlt und mich dann in Ruhe lässt, ist die Sache für mich erledigt."

Der Lehrer rechnet sich im Falle des Prozess inzwischen längst einen Sieg aus. "Auf keiner meiner über 300 html-Seiten kommen die Wort 'Fleischpflanzerl', 'Ingwer' oder 'Platzerl' vor, in der Fußzeile steht überall mein Copyright. Das kann nichts verwechselt werden."  

Tatsächlich ist der Online-Auftritt, den Sebastian Schuhbeck betreibt, wenig "gschmackig": Tipps für Religionslehrer zum Computereinsatz im Unterrsicht und Linklisten für Englisch-Schüler. Selbst für einen nicht deutschsprachigen User ist relativ schnell ersichtlich, dass er sich auf keiner Domain der Star-Kochs befindet.

Und wie schaut es mit dem Vorwurf aus, Sebastian Schuhbeck würde dem Namensvetter wertvollen Traffic absaugen? Das lacht der Lehrer nochmal: "Seit das mit dem Prozess bekannt geworden ist, stimmt das vielleicht. Da habe ich in drei Tagen doch schon mal 10.000 PI gehabt."

Fortsetzung folgt...

ck/ro24

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Carmen Krippl

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