Verrohend und diskriminierend

Gericht: Bushido-Album ist jugendgefährdend

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Bushido kann nun in Berufung gehen.

Köln - Das Verwaltungsgericht Köln hat die Indizierung eines Bushido-Albums durch die Bundesprüfstelle als gerechtfertigt eingestuft.

Die Bonner Behörde hatte das 2014 erschienene Album „Sonny Black“ auf die Liste der jugendgefährdenden Medien gesetzt. Die Prüfstelle stufte die Liedtexte als verrohend, gewaltverherrlichend und diskriminierend ein. Dagegen klagte der Rapper. Das Verwaltungsgericht wies die Klage am Freitag jedoch ab. 

Eine „Einbettung in einen ironischen Kontext“ vermag die Bundesbehörde ebenso wenig zu erkennen wie einen „gesteigerten Kunstgehalt“. 

Die Bushido-Anwälte hatten argumentiert, die Fans seien mit den „Eigenheiten des Rappers“ bestens vertraut, und ganz allgemein seien heutige Jugendliche „mit immer wirklichkeitsnäheren Darstellungen von Sexualität und Gewalt“ konfrontiert. Das Gesamtkunstwerk Bushidos erfahre im übrigen eine große gesellschaftliche Beachtung. In einem der Titel lautet eine Textzeile: „Kleine Schwuchtel mit dei'm Unterlippenpiercing, ein falsches Wort und deine Zunge spürt Rasierklingen.“

Bushido, der nicht selbst im Gericht erschien, kann gegen die Entscheidung Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen.

Bleibt die Frage: Bringt das alles überhaupt etwas? Im Internet ist das Album schließlich frei verfügbar. Petra Meier, stellvertretende Vorsitzende der Bundesprüfstelle, ist davon überzeugt: „Das hat schon eine Wirkung. Die CD darf zum Beispiel nicht mehr offen im Laden stehen. Es ist eine weitgehende Beschränkung - wenn auch kein absolutes Verbot.“

Im vergangenen Jahr war Bushidos Song "Stress ohne Grund“ wieder vom Index für jugendgefährdende Medien entfernt worden.

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dpa

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