Amy Macdonald verzaubert Publikum

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Amy Macdonald bei ihrem Konzert in Hamburg.

Hamburg - Mieser Sound, aber viel Charme: Beim Auftaktkonzert von Amy Macdonald in Hamburg kämpfte die junge Schottin mit der Tonqualität. Der sympathischen 23-Jährigen gelang es aber dennoch, ihr Publikum zu verzaubern.

Als Amy Macdonald am Sonntagabend die Bühne der O2 World in Hamburg betritt, ist das Pfeifkonzert schon in vollem Gange: Die miserable Tonqualität hat bereits den Auftritt der Vorband in einem schrillen Ton untergehen lassen. Die lange Pause raubt die letzte Geduld. Ganz so schlimm ist es bei den ersten Liedern der schottischen Sängerin und Songwriterin aber nicht. Gewohnt charmant und bodenständig begrüßt sie die 6000 Fans beim Auftakt ihrer Deutschlandtour. “Wenn mir jemand vor zwei Jahren gesagt hätte, dass ich bald auf dieser Bühne spielen würde, hätte ich ihm gesagt, er solle aufhören zu spinnen“, sagt die 23-Jährige und greift zur Akustikgitarre, um bei “Poison Prince“ und “L.A.“ zu beweisen, dass ihre grandiose Stimme auch trotz schlechten Sounds beeindruckt.

Mit ebendieser hat sie sich innerhalb der vergangenen drei Jahre von der Newcomerin zur gefragten Sängerin entwickelt, hat es von den kleinen Clubs in die großen Konzerthallen geschafft. Platin für beide Alben, den Echo als beste internationale Newcomerin und den Swiss Music Award hat sie seit der Single-Veröffentlichung “This Is The Life“ 2007 gewonnen. Und so überrascht es nicht, dass sie ihr zweites Album “A Curious Thing“ auf ihrer bislang längsten Europatour in Arenen präsentiert. Doch der Erfolg scheint der Schottin nicht zu Kopf gestiegen. Etwas schmunzelnd kündigt sie “Youth Of Today“ an. Das Lied habe sie in ihrer Schulzeit auf ihrem Bett geschrieben ­ nun präsentiert sie es Tausenden. Auf ruhig und nachdenklich folgt “Love Love“, eine schnellere Nummer ihres neuen Albums. Kaum ein Lied lässt Amy Macdonald unkommentiert. Sie möchte nicht einfach nur erfolgreich sein, sie möchte Botschaften vermitteln. Bei “This Pretty Face“ ist es die, dass Menschen ­ insbesondere Musiker­ nicht wegen ihres Aussehens oder Stils Stars werden sollten, sondern wegen ihrer Musik. “Die ist doch am Ende das Wichtigste“, sagt sie ein wenig trotzig.

Seit dem europaweiten Durchbruch ist der Terminkalender der Autodidaktin, die nie Gitarrenunterricht hatte, voll. Sie tourt von Show zu Show ­ nicht immer ist da alles perfekt. “Du weißt nicht, wo du als nächstes sein wirst, bist von deiner Familie getrennt“, beschreibt sie das Tourleben. Eine Beschwerde ist das aber nicht: “Wenn ich am Ende des Tages auf der Bühne stehe, weiß ich, wofür ich es tue. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Das klingt nicht kitschig, sondern ehrlich und authentisch. Zum fulminanten Finale wird es dann erst einmal ruhig. Alleine präsentiert Amy Macdonald “What Happiness Means To Me“ ­ die Band steigt erst zum Schluss ein und gibt begleitet von einer gelungenen Bühnen- und Lichtshow noch einmal alles.

Das lässt die Kritiker und Enttäuschten im Publikum verstummen und im Anschluss eine Zugabe fordern. Die gibt es unter anderem in Form einer ruhigeren und kürzeren Version von Bruce Springsteens “Born To Run“ ­ ein Cover und dennoch “Amy pur“. Bis Mitte November tourt die schottische Sängerin durch Deutschland, sieben Konzerte sind insgesamt angesetzt. Nach Frankfurt/Main und München stehen unter anderem Berlin und Düsseldorf auf dem Reiseplan, bevor die “European Arena Tour“ nach Belgien und in die Niederlande weiter zieht.

dpa

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