Star-Regisseur unter Beschuss

Missbrauchs-Vorwurf gegen Woody Allen: Jetzt spricht der Stiefsohn

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Woody Allen bei den Filmfestspielen in Cannes.

Los Angeles - Ein Missbrauch wird unter den Teppich gekehrt, weil der Beschuldigte Woody Allen heißt? Das wirft der Stiefsohn des Star-Regisseurs den Medien vor. 

Während er für seinen Eröffnungsfilm „Cafe Society“ in Cannes eine Standing Ovation erhielt, wurde Woody Allen von seinem Stiefsohn in einer Kolumne in Amerika schwer attackiert. Im „Hollywood Reporter“ schimpfte Ronan Farrow über die Medien, die dem Star-Regisseur einen „Freifahrschein“ ausgestellt hatten. 

Seine Schwester Dylan hatte Allen öffentlich beschuldigt, sie im Alter von 7 Jahren sexuell belästigt zu haben. „Trotzdem wagt scheinbar kein Journalist, Allen dazu Fragen zu stellen und den Anschuldigungen auf den Grund zu gehen. Stattdessen werden meine Schwester und meine Mutter seither von Allens PR-Maschine als verrückt und nachtragend attackiert. Die selbe PR-Maschine hat es ein paar Jahre zuvor geschafft, die Heirat meines Stiefvaters mit meiner anderen Schwester als legitim hinzustellen.“

Dylan Farrow vergleicht die Situation sogar mit der von Bill Cosby: „Cosbys PR-Team hat es jahrelang geschafft, die Vergewaltigungs-Anschuldigungen unter den Teppich zu kehren. Als ich vor zwei Jahren den Autor einer Biografie über Cosby in einem Interview danach gefragt habe, war der völlig geschockt, dass ich dieses Thema überhaupt aufgreifen würde.“

Farrow glaubt, dass die PR-Teams der Stars und Journalisten zu enge Verbindungen miteinander haben: „Viele Journalisten haben Angst, den Zugriff zu verlieren, weil die PR-Leute auch noch viele andere A-Liste Stars vertreten. Als meine Schwester einen offenen Brief mit den Anschuldigungen gegen Allen bei der Los Angeles Times veröffentlichen wollte, hat die Chefredaktion gekniffen. Und die New York Times hat nur eine gekürzte Version gebracht und hat meinem Stiefvater dann doppelt so viel Platz gegeben, um seine Seite darzustellen.“

Farrow ist vom schlechten Gewissen geplagt, dass er seine Schwester in ihren Anschuldigungen von Anfang nicht voll unterstützt hatte: „Als sie damals an die Öffentlichkeit gehen wollte, habe ich sie angebettelt, es nicht zu tun. Weil ich da nicht mit reingezogen werden wollte und Angst um meine Fernsehkarriere hatte. Heute schäme ich mich dafür.“

Farrow stellt im „Hollywood Reporter“ klar, dass er seiner Schwester voll und ganz glaubt: „Im Nachhinein musste ich mir eingestehen, dass ich selbst mit 5 Jahren wusste, dass sich unser Vater ungewöhnlich ihr gegenüber verhalten hat. In dem er mitten in der Nacht in ihr Bett geklettert ist und sie gezwungen hat, an seinen Daumen zu lutschen. Dieses Verhalten hat ihn selbst später dazu veranlasst, in Therapie zu gehen, die sich auf sein unziemlichen Verhalten gegenüber Kindern fokussiert hat.“

ds

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