Gänsehaut bei Kampusch-Lesung

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Wien - Nervosität und betretene Stille bei Natascha Kampusch sowie bei ihrem Publikum: Das Entführungsopfer hat erstmals aus seiner Biografie gelesen. ** Jetzt mit VIDEO **

Vor rund 800 Menschen hat die 22-jährige Österreicherin, die mehr als acht Jahre lang in den Händen ihres Entführers Wolfgang Priklopil leiden musste, aus ihrer Biografie gelesen.

Kampusch war am 2. März 1998 als Zehnjährige auf dem Weg zur Schule entführt worden.

Viele Zuschauer in der Wiener Buchhandlung waren am Donnerstagabend sichtlich gerührt von den Schilderungen ihres Martyriums. Kampusch war am 2. März 1998 als Zehnjährige auf dem Weg zur Schule von Priklopil entführt worden. Ihr Peiniger hielt sie achteinhalb Jahre in einem Kellerverlies gefangen und misshandelte sie schwer. Am 23. August 2006 gelang der jungen Frau aus eigener Kraft die Flucht.

Der Entführer warf sich noch am selben Tag vor die S-Bahn. Das Medieninteresse an Kampusch war riesig. Ihr schlugen aber auch immer wieder Kritik und Zweifel entgegen, da sie selbst Interviews gab und nie als völlig gebrochenes Opfer auftrat. In dieser Woche erschien ihre Biografie "3096 Tage".

"Ich wollte ein neues Leben beginnen", sagte Kampusch zu ihrem Motiv, das Buch zu schreiben. Die junge Frau in beige-braunem Kleid und Pumps war deutlich eingeschüchtert von den Menschenmassen und kam nur stockend ins Erzählen. Moderator Christoph Feuerstein führte durch die Lesung.

Auf Fragen des Moderators, eines Rundfunkjournalisten, sagte Kampusch, sie fühle sich verletzt, wenn Menschen negativ auf sie reagierten und manchmal sogar “dumme Witze“ machten. Das sei sehr unangenehm und tue ihr weh, auch, wenn es ihr schwerfalle, dies einzugestehen.

Für ihre Ausführungen erhielt Kampusch starken Applaus der Zuhörer.

Fragen des Publikums wurden nicht zugelassen. Mehrere Dutzend Sicherheitskräfte sorgten für Ordnung, die Sitzplätze waren schon Stunden vor Beginn der Lesung besetzt.

dpa/dapd

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Rubriklistenbild: © dpa

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