Volksmusik-Star

Margot Hellwig wird 75 und vermisst die Bühne nicht

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Margot Hellwig im Jahr 2014.

München - Nach mehr als 50 Jahren im Rampenlicht hat sich Volksmusik-Star Margot Hellwig Ende vergangenen Jahres ins Privatleben zurückgezogen. Ein Schritt, den sie nicht bereut. Jetzt wird die Sängerin 75.

Sie zählt zu den bekanntesten Gesichtern der deutschen Volksmusik: Margot Hellwig. Jahrzehntelang stand sie - im Duo mit ihrer Mutter Maria oder als Solistin - auf der Bühne. Ende vergangenen Jahres zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück, um mehr Zeit für ihren schwer erkrankten Mann zu haben. Das Rampenlicht vermisst Margot Hellwig nicht. Sie habe viele schöne Erinnerungen an ihre Zeit als Sängerin, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur kurz vor ihrem 75. Geburtstag (5. Juli). Nun habe ein neuer Lebensabschnitt begonnen.

Der Rückzug aus dem Showgeschäft sei ein „notwendiger Schritt und die richtige Entscheidung“ gewesen, sagte Margot Hellwig. Ihr Ehemann Arthur Lindermayr, mit dem sie seit vielen Jahren in München lebt, ist schwer erkrankt. Für ihn will die Sängerin nun da sein. „Das ist ein 24-Stunden-Job. Morgens kommt ein Pflegedienst zum Duschen und Waschen. Den Rest mache ich selber.“ Das sei ihr wichtiger als alles andere. „Wir sind seit 56 Jahren verheiratet. Und nun kommt eben die Zeit, wo einer den anderen braucht.“

Margot und Maria Hellwig im Jahr 1987.

Außerdem könne sie nun auch mehr für die Familie da sein, für die beiden Söhne Gregor und Rupert, die Schwiegertöchter und die drei Enkelkinder Olivia, Jacob und Nina. Mit der Familie will sie auch ihren 75. Geburtstag feiern. „Im kleinen Kreis, es gibt Kuchen und später eine Brotzeit.“ Der 75. sei ein Geburtstag wie jeder andere auch, findet Margot Hellwig. Großes Aufhebens will sie darum nicht machen. „Mir geht's gut. Gott sei Dank. Und nun schaue ich, dass es auch meinem Mann gut geht.“

Die Erinnerung an die lange und erfolgreiche Karriere bleibt: „Ich bin dankbar für die schönen Jahre, für die vielen schönen Tourneen und Auftritte.“ Gemeinsam mit ihrer Mutter Maria hat Margot Hellwig die deutsche Volksmusik in die Welt getragen. Quer durch Europa und bis nach Amerika, Kanada, Afrika und Japan reiste das beliebte Mutter-Tochter-Gespann. Auch auf Hawaii standen sie auf der Bühne.

Volksmusik wurde in der Familie Hellwig schon immer großgeschrieben. Bereits als Kind sang Margot Hellwig Lieder nach, die ihr die Großmutter vorsang. Wann immer es möglich war, begleitete sie ihre Mutter zu den Auftritten in der Umgebung des oberbayerischen Heimatortes Reit im Winkl. Mit acht Jahren nahm sie Klavierunterricht und bald darauf die ersten Gesangsstunden. Nach der Schulzeit studierte sie in München Gesang.

1963 erschien die erste gemeinsame Single von Mutter und Tochter. „Servus, Gruezi und Hallo“ hieß fortan das Motto der beiden, die stets perfekt frisiert und geschminkt im Dirndl auftraten und schunkelnd ein Millionenpublikum im Fernsehen begeisterten. Populär wurde das Duo mit der Fernsehsendung „Die Musik kommt“. Ende der 1980er Jahre entschloss sich Margot Hellwig, als Solistin aus dem Schatten ihrer Mutter zu treten. 1991 erschien das erste Solo-Album. Mutter und Tochter veröffentlichten etwa 180 Platten und moderierten mehr als 500 TV-Sendungen.

Nach dem Tod ihrer Mutter Maria im November 2010 trat Margot Hellwig alleine auf. In den vergangenen Jahren zog sie sich schrittweise von der Bühne zurück und verabschiedete sich in der Adventsshow von Moderator Florian Silbereisen 2015 endgültig von ihrem Publikum. „Der Florian hat mir einen wunderschönen Abschied bereitet, da freue ich mich heute noch drüber.“ Es sei ein gelungener Schlusspunkt hinter einer langen Karriere gewesen.

dpa

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