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Aschau: Zahmer "Meisi" liebt Ohren zupfen

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"Meisi" liebt Ohren zupfen

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Aschau - Diese Kohlmeise war schon mal in Österreich im Urlaub! Sie ist handzahm, weil sie von Paul Grote gerettet und aufgezogen wurde.

OVB

© re

Da ist er ja, der "Meisi". Die handzahme Kohlmeise besucht Ellen Schröder (Bild) täglich, setzt sich auf ihren Kopf oder die Schulter und bekommt Nüsse. "Das Tier ist nicht krank, sondern durch die Handaufzucht an Menschen gewohnt", sagt ihr Mann Jürgen.

Nun besucht das Vöglein gern die Nachbarschaft und pickt die Leute ins Ohr, wenn es ein paar Nüsse haben will. Wer denkt das Tier ist krank, weil es so zutraulich ist, irrt sich, sagt der Aschauer Jürgen Schröder.

Jürgen Schröder mag die kleine Kohlmeise, die sehr zutraulich ist und mehrmals am Tag zu seinem Haus in der Buchenstraße kommt und um Nüsse bettelt. "Sie geht auf die Hand oder auf die Schulter und zupft am Ohr, wenn sie was will", schmunzelt der Aschauer. Sie habe mehrere Anlaufstellen und werde auch von den Nachbarn gefüttert.

Nun macht er sich Sorgen um das zahme Tier. "Eine Frau fragte mich, ob es irgendeine Krankheit hat, weil es keine Angst vor Menschen zeige", so Schröder, der fürchtet, jemand könnte der Meise aus diesem Grund den "Gnadenschuss" geben. Er und seine Frau Ellen, die den gefiederten Besucher "Meisi" getauft hat, haben ihren kleinen Kostgänger mittlerweile ins Herz geschlossen. ",Meisi' kommt momentan jeden Tag, manchmal sogar stündlich. Wenn ich nicht da bin, schimpft er mich beim nächsten Mal", berichtet Ellen Schröder. Die Kohlmeise klopft an die Scheibe und fliegt durch offene Türen und Fenster in Küche und Wohnzimmer. Wenn "Meisi" ihre Stimme hört, kommt er geflogen. Er liebt zerkleinerte Walnüsse aus ihrer Hand.

Dass der Vogel so zutraulich ist, kommt nicht von ungefähr, er hat nämlich eine menschliche Ziehmutter, besser gesagt einen Ziehvater. Paul Grote hat die kleine Meise im vergangenen Mai vor dem Verhungern gerettet. Vor dem Wintergarten des Rentners befindet sich ein Brutkasten, klägliche Schreie der nackten Jungen drangen an sein Ohr, die Eltern kamen nicht mehr und vier Vöglein waren bereits tot. Zwei hat er gerettet, einer hat überlebt: "Meisi".

Der 77-Jährige fütterte "Meisi" mit einer Pinzette und reichte ihm hartgekochtes Ei, Katzenfutter, Mehlwürmer und Fliegen. "Der wurde zahm und zupfte immer an meinem Ohr, wenn er Hunger hatte", lacht der Senior. Sogar in den Urlaub nach Österreich hat er ihn mitgenommen.

"Das war während der Zeit des Aufpäppelns, ich wusste nicht wohin mit ihm und so reiste er in einem Käfig mit." Kein Wunder also, dass die Kohlmeise an Menschen nur freundliche Erinnerungen hat und ihnen gern einen Besuch abstattet.

kla/Waldkraiburger Nachrichten

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