TV-Zuschauer gucken in die Röhre

RTL steigt aus DVB-T aus

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Dieser Anblick droht RTL-Fans im Großraum München ab kommenden Juni, falls sie ihr Fernsehsignal über DVB-T empfangen.

München - Wer seine Flimmerkiste mittels digitalem Antennen-Fernsehen DVB-T betreibt, hat künftig das Nachsehen. Die RTL-Gruppe will die Ausstrahlung über DVB-T einstellen, der Großraum München ist als erster dran.

Die RTL-Gruppe wird ihre Fernsehsender RTL, Vox, Super RTL und RTL II von 2015 an nicht mehr über die Antennentechnik DVB-T verbreiten. In Berlin ist davon auch n-tv betroffen, und in München endet die Ausstrahlung schon Ende Mai diesen Jahres. RTL begründet das mit hohen Kosten und fehlender Planungssicherheit. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisierte den Ausstieg am Donnerstag, weil dadurch allein in NRW eine Million Haushalte gezwungen seien, auf die teureren Wege Kabel oder DSL umzusteigen. „Digital Video Broadcasting - Terrestrial“ DVB-T ist als digitales Antennenfernsehen eine Alternative zu Satellit, Kabel oder Internet.

Die RTL-Gruppe hatte am Mittwoch angekündigt, aus dieser Technologie auszusteigen. Die DVB-T-Zuschauer tragen nach RTL-Angaben nur 4,2 Prozent zum Marktanteil der Gruppe bei. Die Kosten pro DVB-T-Haushalt lägen aber 30 Mal so hoch wie via Satellit. Insgesamt sind in Deutschland etwa vier Millionen Haushalte betroffen, die ihr Fernsehsignal entweder vollständig oder unter anderen digital über Antenne empfangen.

"Trotz intensiver Bemühungen der Betreiber sehen wir bislang kein ökonomisch tragfähiges Geschäftsmodell. Ein durch Bund und Länder gemeinsam garantierter stabiler Verbleib der terrestrischen Frequenzen auch über das Jahr 2020 hinaus, der das erforderliche Investitionsvolumen im mittleren zweistelligen Millionenbereich allein für die Mediengruppe RTL Deutschland rechtfertigt, ist nicht erkennbar", sagt dazu Marc Schröder, Geschätsführer von RTL interactive.

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Die vom Ausstieg betroffenen Zuschauer sollen über Laufbänder in den Programmen informiert werden. RTL kritisierte, Bund und Länder garantierten nicht, dass die Frequenzen auch langfristig zur Verfügung stünden. Außerdem müsse für DVB-T eine Verschlüsselung entwickelt werden, forderte RTL.

Die Verbraucherzentrale befürchtet, der RTL-Ausstieg könne einen Domino-Effekt auslösen, weil damit die Kosten für die übrigen Sender steigen würden. In NRW nutzen nach Angaben der Verbraucherschützer 14 Prozent der Haushalte DVB-T als ersten Empfangsweg und weitere 5 Prozent für Zweit- oder Drittgeräte. Nutzung und Marktanteil sind allerdings unterschiedliche Messgrößen. Klaus Müller, Vorstand der Düsseldorfer Verbraucherzentrale, forderte die Landesregierung auf, dafür zu sorgen, dass DVB-T erhalten bleibt und weiterentwickelt wird.

dpa/mm

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