Deutscher im Jemen als Terrorist angeklagt

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Sanaa - Im Jemen ist ein junger Mann aus Deutschland als Terrorist angeklagt worden. Er soll laut Geheimdienstinformationen aus Hamburg stammen.

Bei dem im Nordwesten Pakistans festgenommenen Deutschen handelt es sich nach Geheimdienstangaben um einen aus Hamburg stammenden Extremisten. Bei seiner Vernehmung in der Stadt Peshawar habe der Mann seinen Namen mit Rami M. angegeben, sagte am Mittwoch ein Mitarbeiter des pakistanischen Geheimdienstes, der anonym bleiben wollte. Er sei etwa 25 Jahre alt und im Frühjahr 2009 über den Iran in die pakistanischen Stammesgebiete gereist.

Er soll an der Planung eines misslungenen Selbstmordattentates auf den britischen Botschafter in der Hauptstadt Sanaa beteiligt gewesen sein, teilte das jemenitische Verteidigungsministerium am Mittwoch mit. Zusammen mit dem Deutschen wurden nach diesen Angaben ein Iraker und zwei Jemeniten angeklagt. Bei dem Anschlag war damals nur der Attentäter, ein 22 Jahre alter Jemenit, ums Leben gekommen.

Rami M. durchlief demnach in Nord-Waziristan ein militärisches Training in einem Lager des Terrornetzes Al-Kaida. Anschließend habe er an Angriffen gegen internationale Truppen in Afghanistan teilgenommen. Während der Vernehmung habe der Deutsche auch erklärt, dass sich in den Stammesgebieten zahlreiche islamische Extremisten aus Europa aufhielten, sagte der Geheimdienstmitarbeiter.

Der Deutsche soll eine jemenitische Mutter und einen deutschen Vater haben. Die Mutter stamme aus einer bekannten, wohlhabenden Familie, hieß es. Die deutsche Botschaft in Sanaa äußerte sich bislang nicht dazu. Er war am Montag mit mehreren Komplizen bei dem Versuch festgenommen wurden, aus der Stammesregion an der afghanischen Grenze zu entkommen. Er war als Frau verkleidet - mit einer Burka, dem muslimischen Vollschleier.

Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, die Identität des Mannes werde geprüft. Die deutsche Botschaft in Pakistan arbeite an der Klärung des Sachverhaltes.

Der britische Botschafter im Jemen, Tim Torlot, blieb am 26. April dieses Jahres unversehrt, als sich der Selbstmordattentäter in der Nähe seines Fahrzeugs in die Luft sprengte. Drei Passanten - eine Frau und zwei Männer - waren verletzt worden. Die Behörden im Jemen hatten den Anschlag dem örtlichen Ableger der Al-Kaida zugeschrieben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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