Frachter soll unterwegs verglühen

Europäischer Raumtransporter hat ISS verlassen

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Das computergenerierte Bild zeigt den europäischen Raumtransporter ATV-5 "Georges Lemaitre".

Bremen - Der europäische Raumtransporter „Georges Lemaître“ hat sich am Samstag von der Internationalen Raumstation ISS abgekoppelt. Damit endet das europäische Versorgungsprogramm der Internationalen Raumstation ISS.

Beladen mit Abfall hat sich der unbemannte Frachter am Samstag von der ISS getrennt und soll bereits am Sonntag in der Erdatmosphäre verglühen. Im vergangenen August hatte das rund zehn Meter lange Automated Transfer Vehicle (ATV) fast sieben Tonnen Ausrüstung ins All gebracht. Es versorgte damit auch den deutschen Astronauten Alexander Gerst mit Wasser und Lebensmitteln.

Der nach dem belgischen Begründer der Urknalltheorie benannte Transporter „Georges Lemaître“ war wie seine vier Vorgänger im Bremer Airbus-Werk für das Versorgungsprogramm der europäischen Weltraumagentur Esa gebaut worden. Eine Ariane-Rakete hatte ihn vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All gebracht. Das erste ATV „Jules Verne“ war im März 2008 gestartet. Alle Raumfrachter verglühten am Ende ihres Einsatzes. Die Versorgung der ISS sichern von nun an Transporter anderer Nationen.

„Wir können auf fünf sehr erfolgreiche Missionen zurückblicken“, sagte Bart Reijnen. Er ist beim Hersteller Airbus Defence and Space für Orbitalsysteme und Weltraumerkundung zuständig. „Diese Missionen haben es Europa ermöglicht, auf dem Gebiet der bemannten Raumfahrt auf Augenhöhe zu kommen mit anderen Nationen wie den Amerikanern.“ Das vollautomatische Rendezvous und Andocken an der ISS sei ein sehr komplexes Manöver gewesen. Damit habe man zeigen können, wozu Europa in der Raumfahrt in der Lage sei.

Mit dem letzten Flug von „Georges Lemaître“ geht das drei Milliarden teure ATV-Programm zu Ende. Von dem technischen Vorsprung des ATV soll aber das bemannte Nasa-Projekt MPCV Orion profitieren, etwa bei Antrieb, Energieversorgung und Temperaturregelung. Die erste Mission des Orion-Programms ist für 2018 geplant - für den europäischen Konzern Airbus Defence and Space hat die Mitarbeit einen Auftragswert von mehreren Hundert Millionen Euro.

dpa

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