Acht Tote bei Schießerei im Gazastreifen

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Sicherheitskräfte der Hamas im Gazastreifen (Archivbild).

Rafah - Bei schweren Kämpfen zwischen Anhängern eines radikalen islamischen Predigers und Sicherheitskräften der im Gazastreifen herrschenden Hamas sind am Freitag acht Menschen getötet worden.

Der radikale Kleriker Abdel Latif Mussa (rechts, mit anhängern) hatte beim Freitagsgebet in der Ibn-Tahmed-Moschee  in Rafah ein “islamisches Emirat“ im Gazastreifen ausgerufen.

Die Kämpfe in der südlichen Stadt Rafah waren am Nachmittag ausgebrochen, nachdem der radikale Kleriker Abdel Latif Mussa beim Freitagsgebet ein “islamisches Emirat“ im Gazastreifen ausgerufen hatte. Seine Palästinensergruppe Dschihad al-Salafi (Krieger Gottes) steht dem Terrornetz El Kaida nahe. Wie Rettungskräfte sagten, wurden bei den Gefechten zudem 46 Menschen verletzt.

Mussa forderte in seiner Predigt in der Ibn-Tahmed-Moschee von der Hamas zudem die Einführung der strengen islamischen Schariah- Rechtsprechung, die zum Teil drakonische Strafen wie der Abhacken der Hand bei Dieben vorsieht.

„Intensives Gewehrfeuer“ und Explosionen

Vor dem muslimischen Gotteshaus waren Dutzende vermummte, mit Kalaschnikow-Gewehren bewaffnete Anhänger der Dschihad-al-Salafi-Gruppe in Stellung gegangen. Nach dem Ende der Predigt kam es zu Kämpfen mit den Sicherheitskräften der radikal-islamischen Hamas. Bewohner von Rafah berichteten von “intensivem Gewehrfeuer“ und Explosionen rund um die Moschee.

Polizei und Kämpfer der Hamas bezog in umliegenden Gebäuden Stellung und stürmten anschließend das an die Moschee angrenzende Haus des Predigers, in dem er sich mit seinen Anhängern stundenlang verschanzt gehalten hatte. Anschließend sprengten sie das Haus. Es war unklar, ob Mussa dabei getötet wurde, ob er fliehen konnte oder festgenommen wurde. Zwei der bei den Kämpfen Getöteten sollen Mitglieder des bewaffneten Arms der Hamas sein.

Die Hamas hatte vor zwei Jahren gewaltsam die alleinige Kontrolle im Gazastreifen an sich gerissen und die gemäßigte Fatah-Führung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas vertrieben. Die “Krieger Gottes“, die seit der Machtübernahme der Hamas vermehrt Zulauf erhalten haben, hatten der Hamas blutige Vergeltung angedroht, sollte ihrem Anführer etwas geschehen.

dpa

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