Haftbefehl gegen fünften Mann der Sauerland-Gruppe beantragt

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Die Bundesanwaltschaft hat gegen ein mutmaßliches fünftes Mitglied der Sauerland-Gruppe Haftbefehl beantragt.

Frankfurt am Main - Die Bundesanwaltschaft hat gegen ein mutmaßliches fünftes Mitglied der Sauerland-Gruppe Haftbefehl wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung beantragt.

Ein Sprecher der Karlsruher Behörde bestätigte am Wochenende auf AP-Anfrage entsprechende Berichte der Nachrichtenmagazine “Der Spiegel“ und “Focus“. Der Türke Mevlüt K. soll den vier anderen Mitgliedern der Terrorzelle geholfen haben, Zünder für geplante Anschläge nach Deutschland zu schaffen. Der Haftbefehl sei am Donnerstag beim Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes beantragt worden, sagte der Sprecher von Generalbundesanwältin Monika Harms am Samstag in Karlsruhe. Zu weiteren Einzelheiten der Medienberichte wollte er keine Stellungnahme abgeben.

Der “Spiegel“ berichtete, Mevlüt K. werde unter anderem durch Aussagen des Sauerland-Angeklagten Atilla Selek belastet. Ohne die Hilfe von K. hätte er “es nicht geschafft“, sagte Selek dem Bericht zufolge. Mevlüt K. habe in Istanbul als Anlaufstelle für Islamisten fungiert, die in Tschetschenien hätten kämpfen wollen. Bei einem Treffen mit Selek habe er diesen mit Insiderwissen beeindruckt, das er offensichtlich von staatlichen Stellen bezogen habe. Mevlüt K. mache “ganz gefährliche Sachen“ mit Geheimdiensten, habe Selek in seiner Aussage erklärt. Seit längerem wird spekuliert, dass der jetzt Beschuldigte für den türkischen Geheimdienst arbeite. Ermittler vermuten den 30-Jährigen in der Türkei.

Laut “Focus“ belasteten die Sauerland-Angeklagten in ihren Aussagen mehr als zehn Radikale aus der deutschen Dschihad-Szene. Zum Teil hätten diese sich bereits in Terrorlager abgesetzt, hieß es. Der Rechtsanwalt von Daniel Schneider, Johannes Pausch, sagte “Focus“ zufolge, er rechne für seinen Mandanten und die anderen Angeklagten trotz der umfangreichen Geständnisse mit Haftstrafen in Höhe von mindestens zehn Jahren. “Außer bei Selek werden wir kaum Urteile im einstelligen Bereich haben“, wird Pausch zitiert.

AP

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