Nach dem tödlichen Unfall am Mittwoch

Angst vor Höhlentouristen: "Unvernunft groß"

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Grödig - Sie war äußerst erfahren, trotzdem fand eine Höhlenforscherin im Untersberg ihren Tod: Nach dem tragischen Unfall am Mittwoch wächst nun die Angst vor "Höhlentouristen".

Sabine Z. war alles andere als eine Anfängerin: Lange Jahre war sie schon als Höhlenforscherin im Landesverein tätig, half auch bei der Rettung ihres Kollegen Johann Westhauser in der Riesending-Schachthöhle 2014 mit. Und trotzdem konnte die 45-jährige Salzburgerin am Mittwoch nicht mehr gerettet werden. Ein Steinschlag traf sie in einer Höhle im Untersberg tödlich. Die Kindergartenpädagogin hinterlässt eine jugendliche Tochter.

Rettungseinsatz an Untersberg-Höhle

Der Untersberg weist ein weitverzweigtes System an Höhlen auf. Nur ein Bruchteil davon wurde bereits erforscht.  Auch die Riesending-Höhle, in die Johann Westhauser über 1000 Meter Tiefe hinabstieg, ist bei weitem noch nicht vollständig entdeckt. Genau diese Tatsache - unzählige Höhlen im Untersberg - macht der Bergrettung nun aber zu schaffen. Die Höhle zu versperren mache kaum Sinn: "Es gibt unmittelbar neben dem Einstieg weitere Höhlen und Schächte, die frei zugänglich sind", so Wolfgang Gadermayr vom Landesverein für Höhlenkunde zu salzburg24.at. Sabine Z. kam in der noch unerforschten Höhle am Mittwoch ohnehin nicht weit - der Stein traf sie in "nur" 70 Metern Tiefe.

"Die Unvernunft ist leider oft groß"

Um die 500 Höhlen sind im Untersberg bekannt. Doch Verriegeln will man die noch namenlose Höhle, in der sich die Tragödie abspielte, wohl nicht. Auf bayerischer Seite reagierte man vergangenes Jahr noch anders: Die Riesending-Schachthöhle wurde mit einer Tor verschlossen. Trotzdem sorgt man sich bei der Höhlenrettung um "Höhlentouristen": "Die Unvernunft ist hier leider oft sehr groß", so Monika Feichtner vom Salzburger Höhlenrettungsdienstes gegenüber salzburg24.at. Das Risiko ist ohne Erfahrung, Ortskenntnis und Ausrüstung einfach zu groß. Schon beim Unfall vom Mittwoch reichte ein gelockerter Stein durch die Kameraden von Sabine Z., obwohl die Gruppe vorsorgte und brüchigen Fels vor dem Einstieg abräumte.

Rettungseinsatz am Untersberg - Höhlenforscherin stirbt

Bei der groß angelegten Rettungsaktion waren auch Höhlenretter aus der Bergwacht-Region Chiemgau beteiligt - unter anderem der Berchtesgadener Stephan Bauhofer. Er war schon an Pfingsten 2014 einer der ersten, die bei Johann Westhauser in der Riesending-Höhle ankamen. Damals nahm die Arbeit von Bauhofer und seinen Kollegen ein glückliches Ende. Am Mittwoch kam jede Hilfe zu spät.

Wir trauern um eine Höhlenforscher-Kollegin aus Salzburg, die gestern am Untersberg in einer unerforschten Höhle tödlich...

Posted by Bergrettung Salzburg on Mittwoch, 8. Juli 2015

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Rubriklistenbild: © BRK BGL

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