Papst-Attentäter muss nach Freilassung zur Musterung

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Johannes Paul II. hatte Ali Agca 1983 im Gefängnis besucht und ihm verziehen.

Ankara - Wenn der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca morgen aus dem Gefängnis kommt, soll festgestellt werden, ob der 52-Jährige wehrdienstfähig ist.

Das erklärte sein Anwalt Haci Ali Özhan am Sonntag. 2006 war Agca in einer Militärklinik wegen einer “schweren asozialen Persönlichkeitsstörung“ für nicht wehrdienstfähig befunden worden. Die türkischen Behörden haben diesen Befund aber nie akzeptiert und für ungültig erklärt. Özhan erklärte, habe Einspruch gegen die Entscheidung eingelegt, seinen Mandaten nochmals zu mustern. Der Bericht aus dem Jahr 2006 sei gültig. “Agca ist schockiert und enttäuscht darüber, dass er zum Wehrdienst eingezogen werden könnte“, sagte der Anwalt. “Er sagt, dass das Tragen von Waffen gegen seine religiösen und philosophischen Überzeugungen verstößt.“

Özhan äußerte Besorgnis über Agcas Sicherheit, falls dieser tatsächlich eingezogen werden sollte. Agca hat am 13. Mai 1981 Papst Johannes Paul II. bei einem Mordanschlag schwer verletzt. Nach dem Attentat saß er zunächst 19 Jahre lang in einem italienischen Gefängnis. Im Jahr 2000 wurde er begnadigt und in die Türkei gebracht, wo er seither die Reststrafe für den 1979 verübten Mord an einem türkischen Journalisten verbüßt. Im Januar 2006 war Agca kurzzeitig freigelassen worden, wurde aber nach nur acht Tagen wieder ins Gefängnis gebracht. Die türkische Regierung erklärte damals, Agca sei nur wegen eines Fehlers bei der Berechnung der Reststrafe freigekommen.

Bis heute ist unklar, warum der Türke auf dem Petersplatz in Rom mehrere Schüsse auf den Papst abgab. Um das Attentat ranken sich zahlreiche Spekulationen. Agca hat angekündigt, sich nach seiner Freilassung zu seinem Tatmotiv zu äußern und ein Buch über seine Tat zu schreiben.

AP

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