Bandenkrieg? Spezialeinheit musste ran

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Salzburg - Tobt in Salzburg derzeit zwischen Tschetschenen und Afghanen ein handfester Bandenkrieg? Polizei, Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung sind alarmiert:

Am 30. Januar kam es kurz nach 18 Uhr im Lehner Park in der Stadt Salzburg zu einer Auseinandersetzung zwischen afghanischen und tschetschenischen Staatsangehörigen. Laut einem 19-jährigen Tschetschenen sei dieser, ohne ersichtlichen Grund, von einer Gruppe von etwa 15 bis 20 Personen angegriffen worden. Dabei erlitt der 19-Jährige Verletzungen unbestimmten Grades. Im Zuge der Auseinandersetzung sei sein Mobiltelefon aus der Hosentasche gefallen und die Angreifer entwendeten das Gerät.

Bei der Sachverhaltsaufnahme durch die Polizei waren etwa 20 Bekannte des Opfers, vorwiegend tschetschenische Staatsangehörige, vor Ort. Die Gruppe der Kontrahenten flüchtete noch vor Eintreffen der Polizeistreife. Den Anwesenden zufolge handelte es sich bei den Angreifern um Personen afghanischer Abstammung.

Zahlreiche Auseinandersetzungen

Wenige Stunden später, gegen 22.45 Uhr, kam es in der Bessarabierstraße in Salzburg Lehen zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung. Dabei wurde ein 25-jähriger afghanischer Staatsangehöriger von dem 19-jährigen vorherigen Opfer und weiteren Unbekannten mit Faustschlägen und Tritten unbestimmten Grades verletzt. Auch in diesem Fall wurde das Mobiltelefon des Opfers gestohlen. Laut ersten Erhebungen handelte sich um Gruppen afghanischer und tschetschenischer Staatsangehöriger.

Ein Anrufer meldete am 1. Februar 2015, gegen 17 Uhr, bei der Polizeiinspektion Rathaus, dass ein Raufhandel zwischen afghanischen und tschetschenischen Staatsangehörigen im Lehner Park bevorstehe. Polizeistreifen begaben sich zur Örtlichkeit und trafen mehrere Personen der beiden Volksgruppen an. Auf Grund der Polizeipräsenz kam es vorerst zu keinen Auseinandersetzungen. Zahlreiche Personen wurden kontrolliert. Bei den Kontrollen stellten die Beamten bei einer Person eine aufrechte Ausweisung fest.

Gegen 18.40 Uhr langte ein anonymer Anruf bei der Polizei ein, dass eine Auseinandersetzung mit Beteiligung von Tschetschenen in Lehen stattfinden solle. Mehrere Polizeistreifen begaben sich zur Adresse. Die Beamten konnten keine Personen antreffen. Auch gab es keine Auseinandersetzung.

Cobra-Einsatz am Bahnhof

Um 20.21 Uhr gingen Notrufe bei der Polizei ein, dass es, hauptsächlich im Bahnhofsbereich, zu mehreren Auseinandersetzungen zwischen verschiedensten Personengruppen komme. Die Beteiligten seien laut Anrufern, mit Messern, Stöcken, Schlagringen und Faustfeuerwaffen bewaffnet. Von der Polizei wurden etwa 80 Personen angehalten und überprüft. Polizeibeamte stellten zwölf Messer, einen Schlagring und einen Schraubenzieher sicher. Zudem wurde eine Plastiktüte mit leeren Glasflaschen sichergestellt. Zum Teil warfen die Kontrollierten die Gegenstände bei Eintreffen der Polizei weg. Aufgrund der Angaben zu Schusswaffen wurde das Einsatzkommando Cobra verständigt. Bei den ersten Befragungen zu den Vorfällen wurde bekannt, dass mehrere Personen verletzt wurden und auch Fahrzeuge beschädigt wurden.

Erste Ermittlungen ergaben, dass es zu weiteren tätlichen Auseinandersetzungen zwischen afghanischen und tschetschenischen Staatsangehörigen kommen könnte. Speziell aus Niederösterreich sollten Personen auf Abruf bereit stehen, um nach Salzburg zu kommen. Am 2. Februar 2015, gegen 15.30 Uhr, langte erneut ein Anruf über ein Aufeinandertreffen zwischen mehreren Afghanen und Tschetschenen, abermals im Bereich Bahnhof ein. Vor Ort fanden sich wieder je 20 Personen beider Volksgruppen ein. Ein Großaufgebot der Polizei konnte die Situation im Sinne der Gefahrenabwehr und Aufklärung rasch deeskalieren. Es kam zu keiner Auseinandersetzung und keinen Verletzungen.

Umfangreiche Ermittlungen

Derzeit laufen die Hintergrundermittlungen im Umfeld aller Beteiligten. Ein Großteil der Beteiligten verfügt über ein Aufenthaltsrecht nach dem Asylgesetz und hat einen Wohnsitz in der Stadt Salzburg.

Ein Ermittlungsteam, bestehend aus Beamten des Kriminalreferates des Stadtpolizeikommandos, dem Landeskriminalamt und dem Landesamt Verfassungsschutz Salzburg führen Erhebungen. Die Abklärungen werden auch mit den anderen Bundesländern und dem Bundesamt Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung geführt.

Es laufen intensive Ermittlungen zu gerichtlich strafbaren Tatbestände wie schwere Körperverletzung, schwere Sachbeschädigung, gefährliche Drohung und Verdacht des Landfriedensbruchs sowie Verstöße gegen das Waffengesetz.

Pressemeldung Landespolizeidirektion Salzburg/redro24/mw

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