Bandenkriege: Geht es um den Drogenmarkt?

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Das Sammelsurium an Waffen, das die Polizei allein bei der Massenschlägerei am Sonntag am Bahnhof sicherstellte: Messer, Pfefferspray, ein Schlagring und ein Schraubenzieher.
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Salzburg - Tagelang hielten Straßenschlachten zwischen Afghanen und Tschetschenen Polizei und Cobra-Spezialeinheiten in Atem. Geht es um die Vorherrschaft im Drogenmilieu ?

Es begann am vergangenen Freitag: Ein 19-jähriger Tschetschene sei im Lehner Park von 15 bis 20 Afghanen angegriffen worden. Als rund 20 Bekannte des Opfers und die Polizei ebenfalls am Tatort ankamen, war die Gruppe schon wieder weg. Der Auftakt für tagelange Massenschlägereien und Straßenschlachten.

Der gleiche Abend, der gleiche Stadtteil, die gleichen Volksgruppen: Diesmal rächte sich wohl das vorherige Opfer und trat auf einen 25-jährigen Afghanen ein. Nach einer weiteren Schlägerei am Sonntag, wieder im Lehner Park, gipfelten die Rivalitäten in einer Schlacht zwischen rund 80 Personen am Sonntagabend am Salzburger Bahnhof:

Messer, Stöcke und Schlagringe stellten die Beamten sicher. Auch die Cobra-Spezialeinheit war im Einsatz. Der Grund: Ein Anwohner berichtete im Voraus, dass auch Schusswaffen im Spiel wären. Außerdem wurde die Polizei gewarnt, dass in Niederösterreich bereits Verbündete "auf Abruf" bereitstehen würden.

Damit war aber noch nicht Schluss, denn am Montag krachte es erneut in der Nähe des Bahnhofs: Wieder 20 Afghanen und 20 Tschetschenen. Nun ermittelt die Polizei auf Hochtouren, Stadtpolizei, Landeskriminalamt und Verfassungsschutz sind involviert.

Geht es um die Vorherrschaft im Drogenmilieu?

Wie die "Salzburger Nachrichten" melden, könnte es bei den Bandenkriegen um die Vorherrschaft im Drogenmilieu gehen - man beruft sich auf "Polizei-Insider". Momentan wären afghanische Drogenhändler in der Salzburger Szene vorherrschend, doch Tschetschenen wollen ihnen offenbar den Platz streitig machen.

Die Polizei selbst hält sich noch bedeckt: "Zu den Gründen können wir noch nichts sagen, die Ermittlungen laufen", so ein Sprecher der Salzburger Beamten im Gespräch mit BGLand24.de. Auch könne man noch nicht sagen, wie viele Personen bei den Schlägereien insgesamt verletzt wurden. Bisher war von zwei Verletzten die Rede. Polizeibeamte kamen nicht zu Schaden.

Die Liste der strafbaren Tatbeständen, wegen denen die Polizei ermittelt ist lang: Schwere Körperverletzung, schwere Sachbeschädigung, gefährliche Drohung, Verdacht des Landfriedensbruchs und Verstöße gegen das Waffengesetz.

Beunruhigendes internes Rundschreiben

Wie besorgt die Exekutive über die Entwicklung in Salzburg ist, zeigt ein internes Rundschreiben, das krone.at zugespielt wurde: "Über soziale Netzwerke wurden bereits Aufrufe bei befreundeten Gruppen beider Volksgruppen getätigt. Es sollen, speziell im Bereich Wien und Traiskirchen, Personen auf Abruf bereitstehen, um sofort nach Salzburg zu kommen. Auf das vermehrte Auftreten von Fahrzeugen der Marke BMW mit Wiener oder NÖ-Kennzeichen ist zu achten. Bei einem Einschreiten ist unbedingt auf die Eigensicherung zu achten. Der Personenkreis ist zumeist bewaffnet, mindestens mit Stichwaffen. Beim Einsatz am Sonntagabend in Salzburg wurden von Beamten auch Schusswaffen gesichtet."

xe

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