Täter war ihr dicht auf den Fersen

14-Jähriger rettet Vergewaltigter das Leben

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Shepherd - Ein 14-Jähriger hat eine vergewaltigte Frau im Badezimmer vor ihrem Peiniger versteckt und ihr so das Leben gerettet. Dafür setzte er viel aufs Spiel, denn der Täter war seinem Opfer dicht auf den Fersen.

Es war 22 Uhr, als die völlig verzweifelte Frau gegen die Tür von James Elternhaus in Shepherd im US-Bundesstaat Michigan hämmerte. Der 14-Jährige war zu diesem Zeitpunkt allein mit seinen elf und zwei Jahre alten Geschwistern zu Hause. Sein Vater hatte nur kurz das Haus verlassen, um seine Verlobte von der Arbeit abzuholen. Weil die Stimme der Frau so klang, "als würde sie sterben, wenn ich nicht die Tür aufmache", habe er das Schloss entriegelt, berichtete James gegenüber dem Online-Nachrichtenportal der Detroit Free Press.

Die Frau sei daraufhin in die Küche gestürmt und habe sich versteckt. Gegenüber der Zeitung sagte der 14-Jährige: "Sie sagte so etwas wie 'Wir müssen uns verstecken! Da ist jemand, der mich gerade gekidnappt hat und jetzt versucht, mich umzubringen'." Was sie erzählte, schien dem Teenager glaubwürdig, denn sie habe Blutergüsse im Gesicht gehabt und angegeben, sie hätte sich bei einem Sprung aus einem fahrenden Auto den Arm gebrochen. Während James dem Bericht zufolge, daraufhin geistesgegenwärtig die Haustür wieder verriegelte und auch den Seiteneingang zuschloss, setzte die Frau einen Notruf ab.

"Mach auf oder ich bring dich um!"

Als James Schwester in der Auffahrt zum Haus ein Auto näherkommen sah, brachte der 14-Jährige seine Geschwister und die Frau sowie den Familienhund ins Badezimmer, wo sie sich verstecken sollten. Er selbst ging in sein Kinderzimmer und holte ein Jagdmesser, um sich verteidigen zu können. Zu diesem Zeitpunkt stand der Täter bereits vor der Haustür und schrie: "Mach auf oder ich bring dich um!"

Der Teenager rief in seiner Verzweiflung seinen Vater an, der sofort ins Auto sprang und nach Hause fuhr. Doch bevor er die Einfahrt erreichte, machte sich der Vergewaltiger mit Benzin vor der Haustüre zu schaffen und legte ein Feuer. Dann flüchtete er. James Vater traf gleichzeitig mit der Polizei ein und konnte das Feuer noch rechtzeitig löschen.

Täter auf Facebook: "Also Leute, ich werde wohl gleich erschossen"

Während Polizisten schließlich das Opfer befragten, suchten weitere Beamte in der Nachbarschaft nach dem flüchtigen Mann. Die Frau erzählte unterdessen, dass dieser ihr auf dem Uni-Parkplatz aufgelauert, sie mit einer Waffe bedroht und schließlich in ihrem eigenen Auto entführt habe. In einem Haus in der Nachbarschaft habe er sie dann geschlagen und vergewaltigt, bevor er sich wieder mit ihr ins Auto setzte, umherfuhr und drohte, sie umzubringen. In Todesangst habe sich die Frau mit einem Sprung aus dem fahrenden Wagen gerettet und war zum nächsten beleuchteten Haus gelaufen.

Ihr Peiniger konnte kurze Zeit später von der Polizei aufgespürt werden. Bevor die Beamten ihn erschossen, postete er von seinem Handy aus noch seine letzte Facebook-Nachricht: "Also Leute, ich werde wohl gleich erschossen. Friede."

mm

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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