Airbus-Absturz: Weitere Leichen im Atlantik gesichtet

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Auf der Suche nach Überresten des abgestürzten Air-France-Flugzeugs im Atlantik wurden drei weitere Leichen entdeckt.

Recife - Auf der Suche nach Überresten des abgestürzten Air-France-Flugzeugs im Atlantik hat die brasilianische Marine nach eigenen Angaben weitere Leichen entdeckt.

Am Samstag hatten Einsatzkräfte bereits zwei Leichen in der Nähe der vermuteten Absturzstelle entdeckt. Am Sonntag stießen sie auf vier weitere.

Der Airbus, der auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris war, verschwand in der Nacht zum Pfingstmontag rund 1.000 Kilometer vor der brasilianischen Küste. Bei dem Absturz kamen 228 Menschen ums Leben, darunter 28 Deutsche. Weitere Körper seien von Flugzeugen aus gesichtet worden. Über deren Zahl gab es zunächst keine Angaben.

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Airbus-Absturz: Unwetter war nicht extrem

Unterdessen wurden technische Probleme bekannt, die beim Absturz der Air-France-Maschine in der Nacht zu Pfingstmontag die entscheidende Rolle gespielt haben könnten: Der Flugzeugbauer Airbus hatte seinen Kunden empfohlen, bei allen Maschinen vom Typ A330 die Geschwindigkeitssensoren auszutauschen. Das Unglücksflugzeug war aber noch mit Sensoren unterwegs, die in großer Höhe schnell vereisten und deswegen mehrfach widersprüchliche Informationen zur Fluggeschwindigkeit lieferten. 

Zögerliche Umrüstung der Air-France-Maschinen

Die Airbus-Empfehlung stammt vom letzten September, Air France begann nach eigenen Angaben aber erst Ende April, seine Maschinen umzurüsten. Laut dem französischen Ermittlungsleiter Paul-Louis Arslanian muss das Flugzeug trotz der mangelhaften Technik nicht unsicher gewesen sein. Allerdings empfing die Maschine den Ermittlern zufolge widersprüchliche Geschwindigkeitsinformationen, als sie durch ein schweres Unwetter flog und abstürzte oder bereits in der Luft auseinanderbrach.

Bilder von der Trauerfeier für die Absturzopfer

Bilder von der Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes

Schon eine Abweichung um 50 Stundenkilometern reicht nach Einschätzung von Experten aus, um Flugzeuge unkontrollierbar zu machen. Zur Katastrophe kam es rund 1.000 Kilometer vor der brasilianischen Küste.

Unter den Passagieren, die von Rio de Janeiro nach Paris fliegen wollten, waren auch 28 Deutsche. Ob ein Deutscher unter den fünf geborgenen Leichen ist, blieb am Sonntag unklar, da sie noch nicht identifiziert werden konnten.

Koffer, Laptop und Impfpass aus Meer gefischt

Die Toten trieben rund 70 Kilometer südlich der Stelle im Atlantik, von der aus der Airbus sein letztes Signal sandte. Die Leichen wurden zur Inselgruppe Fernando de Noronha gebracht. Wie die brasilianische Luftwaffe weiter mitteilte, wurden bis zum Sonntag auch ein Koffer mit einem Ticket für den Flug AF447 sowie ein Rucksack mit einem Laptop und einem Impfpass und drei Flugzeugsitze geborgen beziehungsweise gesichtet. Bei den Sitzen müsse noch sichergestellt werden, ob sie von der Unglücksmaschine stammten.

Bilder: Flug AF 447 wird vermisst

Bilder: Air-France-Flug 447 wird vermisst

Bei der Suche nach der Black Box erhalten die französischen Ermittler Unterstützung von der US-Marine. Diese stellt zwei hochsensible Geräte bereit, die Signale aus den Flugschreibern auch aus gut 6.000 Metern Tiefe empfangen können, wie das Pentagon mitteilte. Die Instrumente sollen am (morgigen) Montag nach Brasilien geflogen werden. 

ap

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